Kann Trump weiterregieren wie bisher?:Die wichtigsten Daten zu den Midterms in den USA
von Luis Schwenk
Wann wird gewählt, welche Ämter werden vergeben und wie geht es danach weiter? Alle wichtigen Termine der Midterm Elections in den USA auf einen Blick.
Bei den Midterms 2026 werden das Repräsentantenhaus und Teile des Senats neu gewählt. Welche Bedeutung hat die Wahl für US-Präsident Donald Trump?
04.09.2026 | 1:10 minWann passiert was - ein Überblick
- Die Primaries (parteiinterne Vorwahlen): 3. März bis 15. September
- Der Wahltag: 3. November
- Der Übergang: 4. November bis 3. Januar
- Die Vereidigung: 3. Januar 2027
3. März bis 15. September: Was passiert bei den Primaries?
Bei den Primary-Wahlen werden in jedem Bundesstaat die Kandidaten für die Midterm-Wahl der Republikaner und Demokraten auserkoren. Gewinnt ein Kandidat oder eine Kandidatin die Vorwahl, tritt er oder sie bei den Midterms - den Zwischenwahlen - an und kann in den Kongress oder als Gouverneur gewählt werden.
In den Primaries treffen beide Parteien damit auch eine strategische Entscheidung, mit der sie ihre politische Richtung für die Wahl vorgeben. Die ersten Primary-Wahlen fanden am 3. März in North Carolina, Texas und Arkansas statt. Die letzte Primary-Wahl ist am 15. September in Delaware.
Die hohen Preise in den USA sind weiterhin das laut Umfragen drängendste Problem des Landes. Werden steigende Lebenshaltungskosten die Zwischenwahlen im November entscheiden?
06.05.2026 | 1:26 min3. November: Was passiert am Wahltag?
Am 3. November werden in der Kongresswahl alle 435 Sitze des Repräsentantenhauses neu gewählt. Im Senat werden zusätzlich 35 der 100 Sitze neu vergeben und für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt.
Eigentlich stünden nur 33 Senatssitze zur Wahl, doch da sowohl Vize-Präsident JD Vance als auch Außenminister Marco Rubio ihren Sitz aufgrund ihrer Positionen in Trumps Kabinett aufgegeben haben, werden im November auch ihre Nachfolger bestimmt.
In 36 Staaten und drei US-Territorien werden zudem neue Gouverneure gewählt. Außerdem werden in den Bundesstaaten neben den Gouverneurswahlen auch wichtige Regierungsämter neu vergeben. In vielen Teilen der USA finden zusätzliche Regional- und Bürgermeisterwahlen statt.
Für die USA war es ein ereignisreicher Sommer: 250-Jahrfeier, Fußball-WM, Iran-Krieg. Wie nutzt oder schadet Trump kurz vor den Mid-Terms die internationale Aufmerksamkeit?
22.07.2026 | 14:28 minDas macht den 3. November in vielerlei Hinsicht zu einem Super-Wahltag, an dem die Wählerinnen und Wähler in den USA auf mehreren Ebenen die politische Richtung ihres Landes beeinflussen können.
Wird nur am 3. November gewählt?
Nein, in vielen US-Bundesstaaten wird schon vor dem Wahltag gewählt. In manchen Bundesstaaten bis zu 50 Tage vor dem Wahltag. Der 3. November ist damit der letzte Tag, an dem US-Bürger mit Wahlberechtigung ihre Stimme abgeben können.
Wo wird gewählt?
In allen 50 US-Bundesstaaten und in fünf US-Territorien wie Puerto Rico oder Guam, die nicht stimmberechtigte Repräsentanten wählen.
US-Senatoren vertreten die Interessen ihres Bundesstaats im Senat. Der muss Bundesgesetzen zustimmen, damit diese in Kraft treten. US-Senatoren haben zudem eine überwachende und beratende Funktion, indem sie etwa der Wahl hoher Regierungsbeamter, Richter oder Botschafter zustimmen müssen. Für jeden Bundesstaat sitzen zwei Senatoren oder Senatorinnen im Senat, insgesamt 100.
Die 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses werden alle zwei Jahre neu gewählt. Sie vertreten einzelne Wahlkreise innerhalb eines Bundesstaates und sind ebenfalls maßgeblich an der Gesetzgebung beteiligt. Das Repräsentantenhaus kann als einziges Organ Steuer- und Finanzgesetze vorschlagen und ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten einleiten.
Gouverneure sind Staats- und Regierungschefs ihres jeweiligen Bundesstaates und leiten dort die Regierungsgeschäfte. Zwar haben sie keinen direkten Einfluss auf die Bundesgesetzgebung, sind ihrem Bundesstaat jedoch für Bildung, Infrastruktur, Strafrecht und das Gesundheitswesen verantwortlich - im US-System weitreichende Befugnisse.
4. November bis 3. Januar: Was passiert nach der Wahl?
Nachdem alle Stimmen abgegeben wurden, kann das Auszählen teils mehrere Wochen dauern, bis alle Ergebnisse offiziell bekannt sind.
In seiner Rede an die Nation hat US-Präsident Donald Trump erneut Zweifel am US-Wahlsystem gesät. Warum tut er das und was heißt das für die anstehenden Zwischenwahlen im November?
21.07.2026 | 55:58 minAuf die Wahl folgt dann eine Übergangsperiode, in der die neu gewählten Abgeordneten nach Washington reisen und ein verpflichtendes Einführungsprogramm besuchen, in dem sie auf ihre neue Rolle vorbereitet werden. Dabei stehen vor allem Trainings zu Sicherheit, Budgetfragen und anderen organisatorischen Einführungen auf dem Tagesplan. In dieser Zeit können Parteien oder Kandidaten zudem die Ergebnisse der Wahlen anfechten.
Diese Beschwerden werden dann zwar von Gerichten aufgearbeitet, am Ende entscheiden aber das Repräsentantenhaus und der Senat selbst über die Rechtmäßigkeit der Wahl.
3. Januar: Was macht der neue Kongress?
Die amerikanische Verfassung sieht vor, dass die neuen Repräsentanten sich am 3. Januar eines Jahres versammeln, um den neuen Kongress zu bilden. Da der 3. Januar 2027 auf einen Sonntag fällt, ist es theoretisch möglich, dass der erste Tag des neuen Kongresses auf Montag, den 4. Januar, verlegt wird.
Die Bürger im US-Bundesstaat Virginia haben für einen Neuzuschnitt der Wahlkreise gestimmt. Die Chance auf eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus bei den Zwischenwahlen steigt damit.
22.04.2026 | 0:28 minSollten die Demokraten im Repräsentantenhaus die Mehrheit der Sitze gewinnen, könnten sie den "Speaker of the House" stellen und damit maßgeblichen Einfluss auf die Gesetzgebung und Agenda im Repräsentantenhaus zurückgewinnen. Bei einem Sieg der Republikaner bliebe deren derzeitige Macht erhalten.
Die Wahl zum "Speaker" findet laut amerikanischer Verfassung am ersten Versammlungstag des neuen Kongresses statt und ist damit der wichtigste und erste Tagesordnungspunkt des neuen Repräsentantenhauses.
Behalten die Republikaner ihre jetzige Mehrheit, kann US-Präsident Trump wie bisher regieren. Eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus oder Senat könnte Trumps Handlungsspielraum als Präsident massiv einschränken und ihn zu einem teils handlungsunfähigen sogenannten "Lame-Duck"- Präsidenten machen.
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