Vor Zwischenwahlen in den USA :Wahlkreis-Neuzuschnitte in USA: Doppel-Niederlage für Trump
Die US-Zwischenwahlen sind ein wichtiger Stimmungstest für den Präsidenten. Trump wollte Wahlkreise zu seinem Vorteil neu zuschneiden. In zwei Bundesstaaten ist er gescheitert.
Der US-Präsident muss einen doppelten Rückschlag vor den US-Zwischenwahlen hinnehmen. Auch Widerspruch aus der eigenen Reihen verhinderte die gewünschten Wahlkreis-Zuschnitte.
27.05.2026 | 0:46 minUS-Präsident Donald Trump ist in zwei von seinen Republikanern geführten Bundesstaaten damit gescheitert, vor den Kongress-Zwischenwahlen im November die Wahlkreise zugunsten der eigenen Partei neu zuzuschneiden. In South Carolina blockierten Senatoren des Bundesstaates am Dienstag eine neue Wahlkreiskarte. Und in Alabama stoppte ein Gericht einen Neuordnungsplan der Republikaner.
In South Carolina stellten sich zusammen mit den Demokraten auch mehrere republikanische Senatoren gegen einen Plan, mit dem Trumps Partei bei den anstehenden Zwischenwahlen vermutlich alle sieben Sitze des Bundesstaates im Repräsentantenhaus in Washington errungen hätte. Derzeit stellen die Republikaner dort sechs Abgeordnete.
Richter stoppen Neuordnungsplan
In Alabama untersagte derweil ein Gericht, bei den Zwischenwahlen eine von den Republikanern entworfene Wahlkreiskarte zu nutzen, die der Partei in sechs der sieben Kongress-Wahlbezirke des Bundesstaates einen Vorteil verschafft hätte. Dieser Plan diskriminiere schwarze Wähler vorsätzlich, indem er sie auf verschiedene Wahlbezirke verteile, befanden die Richter. Dies solle offensichtlich geschehen, "um ihre Stimmen zu verwässern - zumindest teilweise deshalb, weil sie Schwarze sind".
Die Bürger im US-Bundesstaat Virginia haben im April für einen Neuzuschnitt der Wahlkreise gestimmt. Die Chance auf eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus bei den Zwischenwahlen steigt damit.
22.04.2026 | 0:28 minLaut dem Richterspruch muss Alabama die bisher bestehende Wahlkreiskarte nutzen. Mit ihr entsandte der Bundesstaat nach der vergangenen Wahl fünf Republikaner sowie zwei Demokraten ins Repräsentantenhaus in Washington. Alabama legte gegen die Anordnung umgehend Berufung ein.
So beeinflussen Wahlkreis-Zuschnitte Wahlergebnisse
Umstrittener Trump-Kandidat gewinnt Kongress-Vorwahl
Die beiden Entscheidungen sind klare Niederlagen für US-Präsident Trump. Seine Zustimmungswerte in Meinungsumfragen sind derzeit nicht gut, was zum Teil auf den unpopulären Iran-Krieg und die dadurch verursachten höheren Benzinpreise zurückzuführen ist.
Die sogenannten Midterms im November gelten als Stimmungstest für die Politik Trumps: Verlieren die Republikaner bei den Zwischenwahlen ihre aktuell sehr knappe Mehrheit auch nur in einer der beiden Parlamentskammern, wird Trump keine größeren Gesetzesinitiativen mehr durchsetzen können.
Ein Kandidat, der im November für die Republikaner ins Rennen um einen Sitz im US-Senat gehen wird, ist der Trump-Verbündete Ken Paxton. Der von Skandalen belastete Generalstaatsanwalt behauptete sich am Dienstag mit deutlichem Vorsprung gegen den langjährigen Amtsinhaber John Cornyn.
Die Demokratin Emily Gregory konnte bei einer Sonderwahl einen Wahlkreis des US-Bundesstaats Florida für sich gewinnen. Dort befindet sich das Anwesen von Präsident Trump, Mar-a-Lago.
25.03.2026 | 0:23 minWahlkreiszuschnitte in den USA sorgen immer wieder für Debatten
Trump drängt seit geraumer Zeit von Republikanern geführte Bundesstaaten, die Wahlkreise neu zuzuschneiden, um die knappe republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus in Washington vor einer drohenden Niederlage bei den Zwischenwahlen zu schützen. Im Gegenzug stießen die Demokraten in von ihnen regierten Bundesstaaten ebenfalls Neuzuschnitte von Wahlkreisen zu ihren Gunsten an.
Die Praxis des Wahlkreiszuschnitts aus politischen Motiven hat in den USA eine lange Tradition und sorgt immer wieder für Debatten. Bezeichnet wird das Vorgehen als "Gerrymandering". Die Neueinteilung der Wahlkreise folgt üblicherweise alle zehn Jahre nach einer Volkszählung; turnusgemäß wäre dies erst 2030 der Fall - und nicht bereits in diesem Jahr.
- Packing: Bei dieser Form des Gerrymanderings "packt" man so viele Wähler der gegnerischen Partei in einen Wahlkreis wie nur möglich. Das führt dazu, dass die Partei dort zwar mit großem Vorsprung gewinnt - aber ihre Stimmen in benachbarten Wahlkreisen fehlen. Man spricht deshalb von "verschwendeten Stimmen".
- Cracking: Man kann die Wählerschaft der gegnerischen Partei aber auch in mehrere Wahlbezirke aufbrechen, also „cracken“, sodass sie nirgendwo eine deutliche Mehrheit erreichen.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zu den Themen
Trump spricht von "riesigem Sieg":Wahlkreiszuschnitte: Virginia-Urteil stärkt Republikaner
mit Video0:28Niederlage im US-Senat:Wie geschlossen stehen die Republikaner hinter Trump?
mit Video28:41Republikaner unterlegen:Florida: Demokratin triumphiert unverhofft in Trump-Hochburg
mit Video0:23Tanken, Lebensmittel, Miete:Kosten die steigenden Preise Trump die Zwischenwahlen?
Fränzi Meyer, Washington, D.C.Video1:26