Warum die US-Midterms so wichtig sind:Wird Donald Trump zur "lahmen Ente"?
von Tina Andrecht
"Lame Duck", so wird ein US-Präsident genannt, der seine politischen Vorhaben nur noch schwer umsetzen kann. Das droht Trump, wenn er bei den Zwischenwahlen die Mehrheit verliert.
Donald Trump steht bei den Midterms 2026 in den USA nicht zur Wahl. Doch es geht um die Mehrheit der Republikaner in Senat und Repräsentantenhaus - und damit auch um seine Macht.
09.09.2026 | 1:26 minDie US-Midterms werden für Donald Trump zur Zitterpartie. Denn die Zwischenwahlen am 3. November sind auch ein Zwischenzeugnis für den Präsidenten. Sie entscheiden, ob er regierungsfähig bleibt. Was genau kann dem Präsidenten dabei besonders gefährlich werden? Wir erklären die wichtigsten Begriffe.
Lame Duck
Im November beginnen die letzten zwei Jahre von Trumps Präsidentschaft. Nochmals antreten darf er nicht. Viele Augen richten sich schon auf mögliche Nachfolger. Wenn die Republikaner in einer oder beiden Kongresskammern die Mehrheit verlieren, droht Trump zur "lahmen Ente" zu werden.
Ohne Mehrheit werden Gesetzesvorhaben schwieriger und es können Anhörungen und Untersuchungen gegen die Regierung durchgeführt werden. Auch etwa Haushaltsentscheidungen können für Donald Trump zum politischen Streitpunkt werden.
Filibuster
Zur Wahl stehen bei den Midterms auch 35 der 100 Senatssitze. Der Senat repräsentiert als Kongresskammer die Bundesstaaten. Verlieren die Republikaner zu viele Sitze an die Demokraten, können diese im Senat Gesetze verzögern oder blockieren. Genannt wird diese Praxis "Filibuster".
Für die USA war es ein ereignisreicher Sommer: 250-Jahrfeier, Fußball-WM, Iran-Krieg. Wie nutzt oder schadet Trump kurz vor den Midterms die internationale Aufmerksamkeit?
22.07.2026 | 14:28 minDer Filibuster erlaubt einer Minderheit im US-Senat, Abstimmungen zu blockieren. Und zwar solange, bis eine Mehrheit mit 60 von den 100 Senatoren die Debatte beendet. Deshalb reicht eine knappe Mehrheit im Senat oft nicht aus, um politische Vorhaben umzusetzen. Der Filibuster macht den Senat besonders mächtig. Viele wichtige Reformen scheitern an dieser Hürde.
Der "Speaker of the House"
Der "Speaker" ist der Präsident des Repräsentantenhauses und gehört zu den mächtigsten Politikern der USA. Nach dem Vizepräsidenten steht er an zweiter Stelle bei der Präsidentennachfolge. Bei den Midterms werden alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses gewählt. Es ist die Kongreskammer, die als Stimme des Volkes gilt.
Der "Speaker" hat erheblichen Einfluss darauf, welche Gesetze behandelt werden, wie Debatten ablaufen und welche politischen Prioritäten das Repräsentantenhaus verfolgt. Meist wird der Speaker von der Mehrheit im Repräsentantenhaus gestellt. Sollten im November die Demokraten dort die Mehrheit gewinnen, könnte das viele politische Vorhaben von Trump ausbremsen.
Macht in den Bundesstaaten
Bei den Midterms 2026 werden in vielen Bundesstaaten auch Gouverneure und Landesparlamente gewählt. Die Machtverteilung hier betrifft den Alltag der Menschen direkt, beispielsweise bei der Bildung, dem Wahlrecht, dem Gesundheitswesen, der Infrastruktur und dem Polizeirecht.
Bei den Midterms 2026 stehen Wahlen zu 88 Parlamentskammern an. In 36 von 50 Bundesstaaten und 3 Territorien finden Gouverneurswahlen statt. Hier entscheidet sich, welche Bundesstaaten die Vorhaben des Präsidenten unterstützen und welche nicht.
Stimmungstest für Donald Trump
Die Midterms gelten als eine Art Zwischenzeugnis für die bisherige Amtszeit des Präsidenten. Historisch verliert die Partei des Präsidenten dabei häufig Sitze im Kongress.
Die Zustimmungswerte für Trumps Arbeit sinken. Wenn nun viele Wähler im November die Midterms zum Referendum über Trump selbst machen, schmälert das die Chancen der republikanischen Kandidaten für lokale Ämter unter Umständen erheblich.
Bei den Midterms 2026 werden das Repräsentantenhaus und Teile des Senats neu gewählt. Welche Bedeutung hat die Wahl für US-Präsident Donald Trump?
04.09.2026 | 1:10 minFür Donald Trump steht nicht nur seine Regierungsfähigkeit auf dem Spiel. Auch seine Popularität und die Qualität seiner Arbeit werden bewertet. Dieser Bewertung muss er sich persönlich und gegenüber seiner Partei stellen.
Präsidentschaftswahl 2028
Die Midterms werden oft als Startschuss für die nächste Präsidentschaftswahl gesehen. Donald Trump darf nicht mehr antreten. Deswegen analysieren die zwei Volksparteien genau: In welchen Regionen gewinnen sie? Welche Kandidaten sind beliebt? Welche Themen mobilisieren die Wähler? Erfolgreiche Gouverneure oder Senatoren werden häufig als mögliche Präsidentschaftskandidaten gehandelt.
Auswirkungen auf die Welt
Wenn sich die Mehrheitsverhältnisse im Kongress ändern, können sich die Prioritäten der US-Politik deutlich verschieben. Ändert sich etwas bei der Außenpolitik, den Militär- und Verteidigungsausgaben, der Handels- und Wirtschaftspolitik oder bei der Unterstützung von Verbündeten, dann hat das spürbare Auswirkungen über die US-Grenzen hinaus.
Kann Trump weiterregieren wie bisher?:Die wichtigsten Daten zu den Midterms in den USA
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