Grenze, ICE, Visa: Wie Trump seinen Migrationskurs durchsetzt

ICE, Grenze, Visa-Stopp:Wie Trump seinen Migrationskurs in den USA durchsetzt

Anna Grösch

von Anna Grösch

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US-Präsident Trump will die Zahlen von Migranten in den USA stark reduzieren. Welche Instrumente er nutzt, um das durchzusetzen - und welche Wirkungen die Maßnahmen erzielen.

Die Straßen von San Francisco sind voll mit Demonstranten

Der Druck auf die US-Einwanderungsbehörde ICE wächst nach zwei tödlichen Einsätzen in Minneapolis. Landesweit fanden Proteste gegen das ICE-Vorgehen statt.

31.01.2026 | 1:57 min

Während Donald Trump in letzter Zeit international vor allem durch außenpolitische Drohgebärden für Schlagzeilen und Sorge bei Bündnispartnern sorgt, setzt er auch im Inneren hart seine Agenda durch. Um in seinem Sinne "America great again" zu machen, will er die Migration in die USA bekämpfen. Welche Maßnahmen der US-Präsident dazu unter anderem ergreift.

Verschärfter Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE

Bereits vorherige Präsidenten setzten die Immigration and Customs Enforcement Agency, kurz ICE, im Inneren der USA ein. Trump stockte die Behörde allerdings massiv auf und schickte die Beamten vor allem in demokratisch-geführte Städte. Zudem zog die Trump-Regierung Mitarbeiter der ICE-"Schwesternbehörde", den US-Zoll und Grenzschutz, ab. Sie sollen ebenfalls bei der Durchsetzung von Trumps Politik innerhalb der Grenzen helfen.

ICE-Aktivität in den Bundesstaaten

ZDFheute Infografik

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Das Vorgehen der Beamten löste in den USA große Empörung aus. Immer wieder gibt es Berichte über ungerechtfertigte Maßnahmen, brutale Festnahmen und Abschiebungen ohne vorherige Anhörungen. Dabei ist im 5. und 14. Zusatzartikel der Verfassung der USA geregelt, dass auch Einwanderer das Recht auf ein ordnungsgemäßes Gerichtsverfahren haben ("Due Process"). Doch die Realität sieht anders aus, in den USA blüht eine wahre "Abschiebe-Industrie".

Dazu kommen Berichte über weitere Rechtsverstöße. So berichtet die Investigativplattform ProPublica, dass bis Mitte Oktober 2025 mehr als 170 US-Bürgerinnen und -Bürger gegen ihren Willen von ICE-Beamten festgehalten wurden. Videos zeigen rabiate Verhaftungen, bis hin zu körperlichen Misshandlungen durch ICE-Beamte. Mehr als 30 Menschen sollen laut dem "Deportation Data Project" 2025 in ICE-Gewahrsam gestorben sein.

Tägliche Festnahmen durch US-Behörde ICE

ZDFheute Infografik

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Im Januar sorgten zudem die tödlichen Schüsse auf die US-amerikanischen Staatsbürger Renee Good und Alex Pretti durch Beamte der Behörde in Minneapolis für Entsetzen und landesweite Proteste. Daraufhin zeigte sich sogar Trump beschwichtigender als sonst und erklärte, man versuche, die Situation in Minnesota zu "entschärfen".

Ausschnitt der Handyaufnahmen zu den Schüssen auf Alex Pretti.

Nach den Schüssen auf Alex Pretti gibt es unterschiedliche Darstellungen der Tat. Handyaufnahmen dokumentieren entscheidende Sekunden. ZDFheute hat die Aufnahmen analysiert.

26.01.2026 | 1:28 min

Einwanderungsvisa-Stopp für zahlreiche Länder

Seit dem 21. Januar 2026 hat das US-amerikanische Außenministerium die Ausstellung von Einwanderungs-Visa für bestimmte Länder gestoppt. Betroffen sind Visa-Vorgänge von Staatsangehörigen aus 75 Ländern, darunter vor allem Länder des Westbalkans, Afrikas, des Nahen Ostens und Südamerikas.

Laut Mitteilung des Außenministeriums können Antragsteller aus besagten Ländern weiterhin Visa beantragen und zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden. Einwanderungsvisa werden allerdings nicht ausgestellt. Touristische Visa sind demnach von den Vorgängen nicht betroffen.

Links Donald Trump mit erhobener Faust als Schatten vor US-Flagge, rechts Foto von vermummten ICE-Beamten, darunter Schriftzug: "ICE - eskaliert die Gewalt in Minneapolis?"

Tödliche ICE-Einsätze in Minneapolis, der politische Druck auf Donald Trump wächst. Eskaliert die Gewalt in den USA oder lenkt das Weiße Haus ein?

27.01.2026 | 46:30 min

Arbeitserlaubnis: Kürzere Gültigkeit für Asylsuchende und Geflüchtete

Die Arbeitserlaubnisse für bestimmte Gruppen in den USA gelten seit Dezember nur noch für 18 Monate statt wie zuvor für fünf Jahre. Betroffen sind unter anderem anerkannte Flüchtlinge, Asylsuchende und Ausländer, deren Abschiebung ausgesetzt wurden. Die Verkürzung der Arbeitserlaubnis soll unter anderem eine "häufigere Überprüfung von Ausländern" ermöglichen.

So heißt es auf der Seite der US-Einwanderungsbehörde, dass das Betrugsfälle verhindern könne und Ausländer mit potenziell schädlichen Absichten dadurch besser aufzuspüren seien, sodass diese aus den Vereinigten Staaten ausgewiesen werden könnten.

Zwei ICE-Agenten führen einen Mann ab und im Vordergurnd ist ein Bild von Trump.

Nach tödlichen Schüssen von ICE in Minneapolis signalisiert Präsident Trump ein Einlenken. Wie geht es jetzt weiter? Und was darf ICE rechtlich überhaupt? ZDFheute live analysiert.

27.01.2026 | 28:41 min

Trump und die Grenze zu Mexiko

Am ersten Tag seiner Amtseinführung Anfang vergangenen Jahres erklärte Donald Trump erneut einen nationalen Notstand an der Grenze zu Mexiko, wie bereits in seiner ersten Amtszeit. Damit rechtfertigt er den Einsatz von mehr Personal und Ressourcen an der Grenze, zusätzliche Barrieren und Drohnen. Außerdem wurde die "CBP One"-App abgeschaltet, mit der Einwanderer bisher Termine an Grenzübergängen beantragen konnten - zu einem großen Teil Asylgesuche. Durch die Maßnahmen habe man die "sicherste Grenze in der Geschichte" geschaffen, sagt Kristi Noem, Ministerin für Innere Sicherheit der USA.

Menschenrechtler verurteilen Trumps Vorgehen scharf: Denn de facto mache der Präsident es damit fast unmöglich, das Asylrecht wahrzunehmen, kritisiert unter anderem Amnesty International. Gegen sein Vorgehen an der Grenze klagten mehrere NGOs, teilweise blockierten Bundesgerichte vorübergehend Teile von Trumps Politik. Der Großteil davon hält bislang allerdings stand.

Protestierende gegen Einwanderungsbehörde ICE auf Straßen in Minnesota

Nach dem Tod einer Mutter in Minnesota durch einen ICE-Beamten steigt der Widerstand gegen Trumps Abschiebepolitik. Zehntausende Menschen sitzen in Abschiebezentren der Einwanderungsbehörde.

21.01.2026 | 13:28 min

Welche Wirkung erzielt Trumps Anti-Einwanderungsstrategie?

Es gibt bisher noch keine belastbaren Zahlen der US-Behörden, die sich auf das gesamte erste Jahr von Trumps zweiter Präsidentschaft beziehen. Schätzungen der "New York Times" zufolge, die sich auf offizielle Daten und Hochrechnungen stützen, wurden in dieser Zeit rund 230.000 Menschen abgeschoben, die in den USA aufgegriffen wurden. Weitere 270.000 seien an der Grenze aufgegriffen und abgeschoben worden.

40.000 weitere verließen die USA demnach freiwillig gegen Geld. Mit der "CBP App" können Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis die Behörden nun über ihre Ausreise aus den Vereinigten Staaten informieren. Dafür erhalte man 1.000 Dollar und einen kostenlosen Flug - zudem habe man die Chance, nach der Ausreise auf legalem Weg zurück in die USA zu kommen. Wer verhaftet werde, vergebe damit die Chance auf Rückkehr, wie das Heimatschutzministerium schreibt.

Menschen halten Fotos während einer Mahnwache für Alex Pretti hoch, der von Bundesbeamten in Minneapolis erschossen wurde.

In den USA fordern die Demokraten nach zwei Todesfällen strengere Regeln für Beamte der Einwanderungsbehörde ICE. Das Gesetzespaket sieht ein Vermummungsverbot und das Tragen von Bodycams vor.

29.01.2026 | 0:28 min

Insgesamt macht das laut den Hochrechnungen der "New York Times" rund 540.000 Abschiebungen im ersten Jahr von Trumps zweiter Amtszeit. Zum Vergleich: Unter US-Präsident Biden habe es 2024 mit rund 650.000 Abschiebungen gut 110.000 mehr, 2023 mit 590.000 Abschiebungen 50.000 mehr gegeben.

Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Der Druck auf ICE wächst weiter" am 31.01.2026 um 18:03 Uhr und ZDFheute live am 27.01.2026 ab 19:30 Uhr.

Mehr US-Nachrichten

  1. Eine E-Mail, die in der Veröffentlichung der Jeffrey-Epstein-Akten durch das US-Justizministerium enthalten war, wurde am 30.01.2026, fotografiert und zeigt eine Kontaktverbotsverfügung aus dem Jahr 2009 in Palm Beach, Florida.

    Weitere Dokumente veröffentlicht:Epstein-Überlebende: "Es ist noch nicht vorbei"

    Beatrice Steineke, Washington, D.C.
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  2. Nicki Minaj und Präsident Donald Trump halten Händchen bei der Vorstellung des Programms „Trump Accounts“ am Mittwoch, 28. Januar 2026, im Andrew W. Mellon Auditorium in Washington.

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