Rätselraten über Finanzbedarf:EU sichert Selenskyj weitere Hilfe zu
Die EU sichert der Ukraine weitere Hilfe zu und stellt ein Sanktionspaket gegen Russland in Aussicht. Zudem ist sie um Ausgleich im Streit zwischen Selenskyj und Trump bemüht.
Die EU-Spitzen haben dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj den Rücken gestärkt, nachdem US-Präsident Trump ihn kritisiert hatte. Selenskyj ist zu Gast beim Gipfel der Staatschefs in Brüssel.
16.10.2026 | 0:22 minDie EU bemüht sich um eine Entschärfung der dramatisch eskalierten Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Bei einem Gipfeltreffen mit Selenskyj in Brüssel verzichteten Spitzenvertreter weitgehend auf direkte öffentliche Kritik und Vorwürfe gegen Trump.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte stattdessen noch einmal, dass die Europäische Union Trumps Vorstoß für eine Energiewaffenruhe unterstützt habe.
Trump fordert Selenskyj zum Rückzug auf. Bei maybrit illner bekräftigt Wadephul die Unterstützung der Bundesregierung für den ukrainischen Präsidenten.
15.10.2026 | 1:17 minDieser sah vor, dass Russland und die Ukraine vorerst gegenseitig auf Angriffe auf Kraftwerke, Raffinerien und andere Energieinfrastruktur verzichten. Von der Leyen sagte weiter, es sei Russland gewesen, das die Waffenruhe keine einzige Minute eingehalten habe. Stattdessen habe das Land sogar weiter eskaliert. "Deshalb müssen wir den Druck auf Russland erhöhen", betonte von der Leyen. Das 22. EU-Sanktionspaket sei in Arbeit.
Weitere EU-Hilfe für Ukraine
Zudem sagte die EU dem ukrainischen Präsidenten ungeachtet der US-Kritik weitere Hilfe zu. Kommissionspräsidentin von der Leyen betonte:
Russland versucht alles, um die Energie- und Wasserinfrastruktur zu zerstören, aber wir stehen an Ihrer Seite.
Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin
In Anspielung auf Trumps Diesel-Deal mit Russland betonte die Kommissionspräsidentin: "Eines ist absolut klar: Wir werden keine Sanktionen aufheben, solange Russland den Krieg nicht beendet." Man werde auf dem zweiten EU-Gipfeltag, an dem Selenskyj teilnimmt, über die finanziellen und militärischen Bedürfnisse der Ukraine sprechen. Selenskyj bedankte sich für die "riesige" Hilfe der Europäer.
EU-Ratspräsident António Costa bekräftigte:
Jetzt ist nicht die Zeit, die Unterstützung für die Ukraine zurückzufahren. Jetzt ist nicht die Zeit, die Sanktionen gegen Russland zu lockern.
EU-Ratspräsident António Costa
Jetzt sei die Zeit, die Unterstützung zu verstärken "und den Druck zu erhöhen". Dies sei entscheidend, um Russland dazu zu bringen, einer echten Waffenruhe zuzustimmen, an den Verhandlungstisch zu kommen und den Krieg zu beenden, ergänzte Costa.
Die Ukraine brauche "mehr Geld, um Munition kaufen zu können", so ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh. Russische Drohnen seien schwerer abzufangen, es fehle Abwehrmunition. Die EU berät über Hilfe.
16.10.2026 | 3:09 minTrump kritisiert Selenskyj scharf
Selenskyj machte deutlich, dass die Gesprächskanäle nach Washington weiter offen seien. Sein Team stehe in ständigem Kontakt mit den amerikanischen Unterhändlern, sagte er nach Beratungen mit Bundeskanzler Friedrich Merz und den anderen EU-Staats- und Regierungschefs.
Trump legte hingegen in seiner Auseinandersetzung mit Selenskyj noch einmal nach und stellte diesen als Hindernis für einen Friedensschluss im Krieg mit dem Angreifer Russland dar. Wenn es ein Abkommen geben sollte, dann nur ohne Selenskyj, sagte er in einem Interview des ultrakonservativen US-Senders Newsmax. Dieser sei "kein guter Mann" für die USA zum Verhandeln.
US-Präsident Trump kritisiert die Ukraine wegen Angriffen auf russische Ölraffinerien. Das Vorgehen von Staatschef Selenskyj treibe die Ölpreise in die Höhe und sei eine "Schande".
16.10.2026 | 3:09 minZu der erneuten Eskalation zwischen Trump und Selenskyj war es zuletzt gekommen, nachdem Trump Sanktionen gegen russischen Diesel vorübergehend aufheben ließ. Dies soll es Russland erlauben, in den kommenden Monaten große Mengen an Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung zu stellen. Trump hofft dadurch auf sinkende Spritpreise vor den sogenannten Midterms, den wichtigen Zwischenwahlen Anfang November.
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