Update am Abend: Solar-Pläne, Syrer-Debatte und Fluchtbewegung

Update

Update am Abend:Solar-Pläne, Syrer-Debatte und Fluchtbewegung

von Jan Schneider

|
ZDFheute Update

Guten Abend,

die Bundesregierung sorgt gleich mit mehreren Themen für Schlagzeilen: Die Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche zu Einschnitten bei der Solarstrom-Förderung treffen auf Widerstand aus der Branche. Bundeskanzler Friedrich Merz steht nach seiner Aussage zur Rückkehr von 80 Prozent der Syrer in der Kritik aus der Opposition, aber auch aus den eigenen Reihen. Außerdem zeigen neue BAMF-Zahlen, dass seit dem Herbst deutlich mehr junge ukrainische Männer nach Deutschland gekommen sind. Der Tag im Überblick:

Reiches Pläne für die Solar-Einspeisevergütung

  • Das ist passiert: Wirtschaftsministerin Reiche (CDU) plant Einschnitte bei der Vergütung für ins Netz eingespeisten Solarstrom. Der Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen (LEE) schlägt deshalb Alarm: Reiches Pläne gefährdeten die Planungs- und Investitionssicherheit in der Branche sowie die der Verbraucher, sagt LEE-Geschäftsführerin Silke Weyberg. Die Verunsicherung zeige sich bereits in einem deutlichen Anstieg von Kundenanfragen für Dachanlagen.
  • Das ist der Hintergrund: 2025 erzeugten Photovoltaik-Anlagen in Deutschland rund 88 Terawattstunden Strom - laut Fraunhofer-Gesellschaft sind das etwa 18,3 Prozent der gesamten deutschen Stromerzeugung. Damit übertraf Solarstrom erstmals Erdgas (16,5 Prozent) und Braunkohle (14 Prozent). Rund 68 Terrawattstunden wurden ins öffentliche Netz eingespeist. Anlagenbesitzer erhalten derzeit bis zu 12,6 Cent pro eingespeister Kilowattstunde - und haben deshalb ihre Investition für die Netzeinspeisung optimiert.
  • Das sagen die Beteiligten: Fachbetrieb-Inhaber Jörn Lahmann aus Hohenhameln hält Reiches Pläne für volkswirtschaftlich sinnvoll: Kleine Anlagen bis etwa zehn Kilowatt könnten auch ohne Einspeise-Förderung wirtschaftlich betrieben werden, wenn Eigentümer stärker auf Eigenverbrauch setzten. LEE-Geschäftsführerin Weyberg widerspricht: "Zeitgemäße Politik" solle auf gezielte Anreize setzen, nicht auf neue Hürden. Anlagenbesitzer werden künftig vermutlich versuchen, so viel Strom wie möglich selbst zu verbrauchen.

Zwei Männer bringen Solar-Panels an ein Dach an.

Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress am 20.03.2026.

20.03.2026 | 0:37 min

Kritik und Rückendeckung für Merz' Syrer-Aussage

  • Das ist passiert: Bundeskanzler Friedrich Merz steht nach seinem Treffen mit Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa unter Druck. Merz hatte als Zielmarke genannt, dass in den nächsten drei Jahren 80 Prozent der mehr als 900.000 Syrer in Deutschland in ihre Heimat zurückkehren sollen. Er fügte hinzu, al-Scharaa wünsche sich dies. Außenminister Johann Wadephul stellte sich hinter die Aussage: Das sei "natürlich Ziel der Bundesregierung".
  • Das ist der Hintergrund: Die Äußerung stößt parteiübergreifend auf Kritik. SPD-Vizechefin Anke Rehlinger nennt es "keine kluge Idee", konkrete Zahlen in den Raum zu stellen, da viele Syrer heute integriert seien, in Mangelberufen arbeiteten oder bereits die deutsche Staatsbürgerschaft hätten. Auch CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter warnte, hohe Erwartungshaltungen könnten rechtspopulistischen Parteien in die Hände spielen. Die Grünen-Abgeordnete Luise Amtsberg bezeichnete den Auftritt des Kanzlers als "beschämend".
  • Darum ist das wichtig: Experten und Arbeitgeber halten wenig von dem anvisierten Ziel. Migrationsforscher Daniel Thym hält eine Rückkehrquote von 80 Prozent für "völlig unrealistisch" - bislang seien nur wenige Tausend Syrer freiwillig zurückgekehrt. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnte zudem vor Engpässen in Kliniken, sollten viele Syrer Deutschland verlassen: Syrer stellen demnach die größte Gruppe unter den ausländischen Ärzten.

Syrische Community

Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ZDF und ARD am 30.03.2026.

30.03.2026 | 2:36 min

Mehr junge ukrainische Männer fliehen nach Deutschland

  • Das ist passiert: Seit dem Herbst 2025 ist die Zahl ukrainischer Männer zwischen 18 und 22 Jahren, die in Deutschland registriert werden, auf ein Rekordniveau gestiegen. Dies zeigen Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die ZDF frontal vorliegen. Im August 2025 wurden noch knapp 500 Personen dieser Gruppe auf die Bundesländer verteilt - im Oktober waren es bereits mehr als 6.600. Damit war in dem Herbstmonat fast jeder dritte verteilte Geflüchtete aus der Ukraine ein Mann in diesem Alter.
  • Das ist der Hintergrund: Ende August 2025 lockerte die Ukraine ihr Ausreiseverbot für Männer zwischen 18 und 22 Jahren. Seit der russischen Invasion im Februar 2022 war eine Ausreise für wehrfähige Männer nur in Ausnahmefällen möglich. Nach der Gesetzesänderung sollen laut Schätzungen etwa 100.000 Ukrainer ihre Heimat verlassen haben. Der ukrainische Demograf Oleksandr Glagun hält diese Zahl für plausibel - sie könnte seiner Einschätzung nach sogar noch etwas höher liegen.
  • Darum ist das wichtig: Die Entwicklung spiegelt sich auch in den Meldungen der Bundesländer wider. Allein in Sachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und dem Saarland sind seit Herbst mehr als 3.300 junge ukrainische Männer zugezogen. Die Zahlen befeuern die politische Debatte: Einerseits über die Aufnahmekapazitäten in Deutschland, andererseits über die Frage, wie viele wehrfähige Männer der Ukraine im Krieg gegen Russland fehlen.

Archiv: Ein Mann geht auf einer Kundgebung zum 34. Unabhängigkeitstag der Ukraine mit der ukrainischen Nationalflagge am Rheinufer.

Über dieses Thema berichtete ZDF frontal am 31.03.2026.

31.03.2026 | 9:24 min

Welche Folgen die Lockerung des Ausreiseverbots noch haben kann und warum der Schritt umstritten ist, beantwortet frontal inside.

Was heute im Ukraine-Krieg passiert ist

EU-Außenminister gedenken der Opfer von Butscha: Vor vier Jahren erschütterten die Bilder aus Butscha die Welt. Mehrere EU-Außenminister erinnern heute an die Gräueltaten, die die russische Armee in der Stadt verübt haben soll.

Warum die ukrainische Drohnen-Industrie doch innovativ ist: Nach abfälligen Kommentaren über ukrainische Drohnen steht Rheinmetall-Chef Armin Papperger in der Kritik. Was ist wirklich innovativ im Militär und machen Drohnen Panzer obsolet?

"Die Ukrainer haben nur eine Wahl - gewinnen": Vier Jahre nach der Befreiung von Butscha gedenkt die Ukraine der Menschen, die während der russischen Besatzung getötet worden sind. Noch immer ist kein Kriegsende in Sicht.

Alica Jung | ZDF-Reporterin in Kiew

31.03.2026 | 3:07 min

Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

Was heute im Iran-Krieg passiert ist

Mögliche US-Pläne in Iran: Plant Donald Trump eine Bodenoffensive gegen Iran oder bleibt es bei begrenzten Militärschlägen? Sicherheitsexperte Nico Lange ordnet die aktuellen Optionen der USA ein.

Nico Lange | Sicherheitsexperte und Politikwissenschaftler

31.03.2026 | 5:10 min

Schlagzeilen

Sport

Am Abend werden die letzten vier WM-Tickets in der Europa-Qualifikation vergeben. Unter anderem muss Italien in Bosnien-Herzegowina ran, die Türkei kämpft im Kosovo um den Startplatz beim Welt-Turnier. Für die Türken wäre es die erste WM-Teilnahme seit 24 Jahren. Die Hoffnungen ruhen auf Arda Güler und Kenan Yildiz:

Fußball, Türkei: Arda Guler (L) and Kenan Yildiz

31.03.2026 | 2:59 min

Die Partien beginnen um 20:45 Uhr. Mit dem ZDF-Liveticker verpassen Sie nichts - und ab 0 Uhr können Sie Zusammenfassungen aller Spiele im ZDF-Streamingportal sehen.

Zahl des Tages

10,5 Millionen. Mit so vielen zugestellten Paketen rechnet der Logistikkonzern DHL am Dienstag nach Ostern. Das sei "ein neues Rekordniveau für die Osterzeit", teilte der Konzern mit. Grund für die Zunahme ist der Trend zum Online-Shopping. Normalerweise liegt der Tagesschnitt beförderter Pakete bei DHL in Deutschland bei circa 7,5 Millionen.

Ein Paketzusteller sortiert und räumt in einer Zustellbasis von Deutsche Post DHL Pakete in ein Zustellfahrzeug.

31.03.2026 | 0:31 min

Das sollten Sie sich mal anschauen

"Verdamp lang her", dass Wolfgang Niedecken und BAP die Republik rockten. Aber so ganz weg war der Frontmann nie. Jetzt wird er 75.

Wolfgang Niedecken, Sänger der Kölner Rockgruppe BAP

30.03.2026 | 2:48 min

Wenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.

Streaming-Tipps für den Feierabend

Bauchgefühl trifft auf Vorurteile: Parshad Esmaeili fordert bei "Neo Match up" prominente Gäste heraus und verbindet ein einfaches Spieleprinzip mit Humor, Tempo und starken Überraschungsmomenten. Diesmal zu Gast: Karoline Herfurth.

Parshad und Karoline Herfurth stehen Rücken an Rücken und Parshad simuliert mit den Händen eine Pistole.

30.03.2026 | 29:19 min

Rezept des Tages: Zander im Walnussmantel mit Pak Choi

Abgerundet wird dieses Fischgericht von Mario Kotaska mit einer Zitronen-Butter-Soße und Pak Choi, der mit Peperoni, Honig und Sesam aromatisiert wird. Perfekt zur Einstimmung auf den Karfreitag.

Zander im Walnussmantel mit Pak Choi

02.04.2026

Für das Rezept "Zander im Walnussmantel mit Pak Choi" finden Sie hier den Download.

Genießen Sie Ihren Abend!

Jan Schneider und das gesamte ZDFheute-Team

Alles gut? Danke, dass Sie unser ZDFheute Update lesen! Empfehlen Sie das Briefing gerne Ihren Freunden und Bekannten - hier ist der Anmeldungs-Link. Außerdem freuen wir uns weiterhin über Ihr Feedback, was Ihnen besonders gut gefällt und was wir noch besser machen sollten an zdfheute-feedback@zdf.de. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Das war erstmal allesZDFheute-Update-Abo verwalten