Butscha-Massaker vor vier Jahren: EU-Außenminister in der Ukraine

Vier Jahre nach Massaker in der Ukraine:EU-Außenminister gedenken der Opfer von Butscha

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Vor vier Jahren erschütterten die Bilder aus Butscha die Welt. Mehrere EU-Außenminister erinnern heute an die Gräueltaten, die die russische Armee in der Stadt verübt haben soll.

31.03.2026, Ukraine, Butscha: Johann Wadephul (CDU, 5.v.l), Außenminister, nimmt an der Gedenkfeier zum vierten Jahrestag der Befreiung von Butscha an der St.-Andreas-Kirche teil. Links neben ihm der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha. Zum Jahrestag der Befreiung Butschas von russischen Truppen sind die EU-Außenbeauftragte Kallas und Außenminister aus den EU-Staaten zu einer Gedenkfeier und einem Außenministertreffen in der Ukraine.

Butscha, die Stadt nordwestlich von Kiew, ist verbunden mit dem Massaker der russische Armee an seinen Bewohnern. Am 4. Jahrestag der Befreiung der Stadt wird der Opfer gedacht.

31.03.2026 | 2:31 min

EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas und rund ein Dutzend europäische Außenminister haben bei einem Besuch in der Ukraine der Opfer des Massakers von Butscha vor vier Jahren gedacht. An der Zeremonie in der Kleinstadt nahe Kiew nahm auch Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) teil. Die Politiker stellten Kerzen vor eine Gedenkwand.

Es ist zudem ein Ministertreffen in der Hauptstadt Kiew geplant. Bei den Beratungen soll es um die Frage gehen, wie sichergestellt werden kann, dass die russischen Kriegsverbrechen auch nach einem möglichen Waffenstillstand nicht straflos bleiben. Zudem dürfte die aktuelle Blockade von milliardenschweren EU-Finanzhilfen für die Ukraine durch Ungarn Thema sein.

ZDF-Korrespondentin Alica Jung ist in Kiew zu sehen.

EU-Außenminister wollen mit ihrem Besuch in Butscha "signalisieren, dass die Europäer nicht nachlassen in ihrer Unterstützung", ordnet Alica Jung ein. Weitere Hilfen werden von Ungarn blockiert.

31.03.2026 | 0:55 min

Wadephul sichert Ukraine weitere Unterstützung zu

Zu Beginn ihres Besuchs warnten Wadephul und Kallas davor, die Unterstützung für die Ukraine herunterzufahren. "Wir müssen klar machen, dass wir den längeren Atem haben, dass wir geschlossen stehen, dass Nachlassen keine Option ist", sagte der Bundesaußenminister. Dies müsse die Botschaft des Treffens sein.

Dauerhafter Frieden für die Ukraine und Europa werde nur aus ukrainischer Stärke und der Einsicht Russlands entstehen, militärisch nichts mehr erreichen zu können, so Wadephul. "Wie weit dieser Weg noch ist, liegt auch in den Händen der europäischen Unterstützer der Ukraine." Ziel sei ein gerechter, belastbarer und dauerhafter Frieden für eine freie und demokratische Ukraine.

Alica Jung | ZDF-Reporterin in Kiew

"Wird Russland jemals für diese Gräueltaten auch zur Rechenschaft gezogen", fragen Butschas Einwohner. Das berichtet ZDF-Reporterin Alica Jung am Jahrestag des Massakers in Butscha.

31.03.2026 | 3:07 min

Kallas sagte, wie der vor mehr als vier Jahren begonnene russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ende, sei für die EU so wichtig wie nichts anderes, weil es um Europas Sicherheit gehe. Man müsse das Thema trotz des Iran-Krieges und dessen Folgen auf der Agenda halten und jede mögliche Unterstützung leisten. "Wir müssen uns also damit befassen, wir können das nicht einfach beiseiteschieben", sagte Kallas.

Erinnerungen an Massaker in Butscha im März 2022

Heute jährt sich die Befreiung Butschas von russischen Besatzungstruppen am 31. März 2022 zum vierten Mal. Ukrainischen Angaben zufolge wurden in der Kleinstadt mehr als 400 tote Zivilisten registriert. In der Region insgesamt waren es mehr als 1.300 - darunter mehr als 700, die erschossen wurden. Russische Offizielle weisen den Vorwurf eines Kriegsverbrechens zurück und sprechen trotz klarer Gegenbeweise von einer Inszenierung.

Zwei Frauen an einer Waffe

Im ukrainischen Butscha trainieren 50 Frauen für den Ernstfall. Sie sehen dem Krieg nicht tatenlos zu und rücken regelmäßig aus, um etwa Drohnen abzuschießen.

20.02.2025 | 2:01 min

Wadephul sagte, Butscha stehe als Symbol für unzählige weitere russische Kriegsverbrechen. Die Stadt stehe aber auch für die Kraft der ukrainischen Armee zur Rückeroberung großer Landesteile sowie die Widerstandsfähigkeit und den Mut der Ukrainerinnen und Ukrainer. Das EU-Treffen sei auch ein klares Signal an Russland: Die Verantwortlichen für den Krieg und die Verbrechen dürften nicht ungestraft davonkommen.

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Quelle: dpa
Über das Thema berichtete die ZDFheute Xpress am 31.03.2026 um 15 Uhr.

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