Ukraine mit "neuen Möglichkeiten": Experte zu Drohnenangriffen

Interview

Effekt von Drohnenangriffen:Militärexperte: Ukraine "eröffnen sich neue Möglichkeiten"

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Ukrainische Drohnen schwächen Russlands Luftabwehr, stören den Nachschub und treffen teils wichtige Infrastruktur. Doch noch fehle es an Reichweite, sagt Militärexperte Gressel.

Schaltgespräch zwischen Gustav Gressel und Marietta Slomka

"Dementsprechend öffnen sich immer neue Möglichkeiten für die Ukraine, russische Industrie zu treffen", so Militärexperte Gustav Gressel.

15.05.2026 | 5:18 min

Nach ukrainischen Angaben erlebte Kiew in den vergangenen beiden Tagen die massivsten Luftangriffe seit Beginn der russischen Invasion. Doch umgekehrt schwächen auch ukrainische Drohnen Russlands Luftabwehr zunehmend, treffen immer tiefer im Landesinneren.

Gustav Gressel ist Militäranalyst bei der Landesverteidigungsakademie des österreichischen Bundesheeres. Im ZDF-heute journal sagt Gressel am Donnerstagabend, für die Ukraine öffnen sich weitere Möglichkeiten, russische Industrie zu treffen.

Sehen Sie das Interview mit Gustav Gressel oben in voller Länge oder lesen Sie es hier in Auszügen.

Militärexperte sieht russische Luftabwehr geschwächt

Die Ukraine habe lange gebraucht, bis sie den russischen Fliegerabwehrgürtel soweit abtragen konnte, um gut durchschießen zu können, erklärt Militärexperte Gressel. Das ukrainische Militär habe in Drohnen investiert, die Angriffe in 150 bis 300 Kilometern Entfernung ermöglichen.

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Aber auch die ukrainischen Taktiken seien verfeinert, so Gressel. Drohnenangriffe würden mit Ablenkungsangriffen synchronisiert. Die ukrainische Trefferquote auf Fliegerabwehrsysteme steige um etwa 30 Prozent von Monat zu Monat.

So schnell könne Russland nicht nachproduzieren. Das heißt, der Fliegerabwehrschutz der Russen werde dünner.

Dementsprechend eröffnen sich immer neue Möglichkeiten, in Russland russische Industrie zu treffen.

Gustav Gressel, Militäranalyst

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Experte: Für Angriffe auf Rüstungsindustrie fehlt es an Reichweite

Bei den tatsächlichen Effekten dieser Angriffe unterscheidet Gressel in zwei Zielkategorien: Infrastruktur und Rüstungsindustrie.

Die meisten Schäden, die die Ukraine bei russischer Ölinfrastruktur und Ausschiffungshäfen anrichte, seien reparabel. "Das heißt, man muss eine Raffinerie oder ein Tanklager oder einen Verladehafen mehrfach hintereinander treffen, um ihn dauerhaft außer Gefecht zu setzen", so Gressel. "Das gelingt der Ukraine auch stärker."

SGS-Pistorius-Slomka

Der technologische Fortschritt in der Ukraine sei "immens", so Bundesverteidigungsminister Pistorius. Dies erkläre den Erfolg, den die Ukraine auf dem Gefechtsfeld habe.

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Zudem versuche die Ukraine, die russische Produktionsindustrie für Kernwaffen wie Marschflugkörper und ballistische Raketen zu treffen. Auch hier habe die Ukraine schon Treffer und Schäden bewirkt. "Aber ein guter Teil dieser russischen Verteidigungsindustrie ist weiter draußen", sagt Gressel.

Deshalb sieht man oft, dass den ukrainischen Fernwaffen einfach noch gute Reichweite fehlt.

Gustav Gressel, Militäranalyst

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Fortschritte sieht er vor allem bei neuen Drohnentypen: Diese würden nicht nur Angriffe abfangen, sondern auch die russische Aufklärung erschweren und Nachschub stören. Die ukrainische Verteidigung sei weit besser als noch vor einem Jahr.

Um eine Wende zu erreichen, müsste die Ukraine auch dauerhaft in die Offensive kommen. Dazu ist sie zurzeit noch nicht in der Lage.

Gustav Gressel, Militäranalyst

Die Ukraine könne derzeit nur punktuell angreifen. Eine Veränderung sei frühestens perspektivisch denkbar: "Das kann allerdings nächsten Winter durchaus schon so weit sein", so Gressel - vorausgesetzt, die Abnutzung russischer Kräfte halte an.

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Quelle: asf
Über dieses Thema berichtete das heute journal am 15.05.2026 ab 22::00 Uhr.
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