Angriffe auf Ziele tief in Russland:Selenskyj: Reichweite unserer Waffen verändert Kriegslage
Präsident Selenskyj sieht im Ukraine-Krieg eine veränderte Lage - durch die größere Reichweite ukrainischer Waffen. Russland attackiert indes Odessa und Dnipro.
Präsident Selenskyj betont in seiner Videoansprache die Wirkung der jüngsten Angriffe gegen die russische Hauptstadt Moskau. (Archivbild)
Quelle: dpaDie vergrößerte Reichweite der neuesten ukrainischen Waffen ändert nach Meinung von Präsident Wolodymyr Selenskyj die Lage im Krieg erheblich. In seiner abendlichen Videoansprache hob er die Wirkung der jüngsten Angriffe gegen die russische Hauptstadt Moskau und andere weit entfernte Ziele in Russland hervor.
"Die Entfernung zu den Zielen beträgt diesmal mehr als 500 Kilometer, was auch deshalb von Bedeutung ist, weil die Region Moskau am stärksten mit russischen Luftabwehrmitteln gesättigt ist", sagte er. "Aber die ukrainischen Langstreckenwaffen überwinden dies bereits."
Ukrainische Angriffe auf Region Moskau
Bei massiven ukrainischen Gegenangriffen mit mehr als 100 Drohnen sind nahe Moskau nach Angaben russischer Behörden mindestens drei Menschen getötet worden. Der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, sprach auch von fünf Verletzten. In Moskau berichtete Bürgermeister Sergej Sobjanin von zwölf Verletzten beim Angriff auf eine Ölraffinerie. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Die Ukraine greift Russland mit einer der größten Attacken seit Kriegsbeginn an. Auch Moskau wird getroffen. Über 1.000 Drohnen wurden laut russischen Angaben abgefangen.
17.05.2026 | 2:33 minKiew antwortet damit auf die russischen Dauerangriffe der vergangenen Jahre gegen Ziele in der Ukraine. Nunmehr sollten sich Russen Gedanken "über ihre eigenen Raffinerien, ihre Ölförderanlagen und ihre Unternehmen machen und nicht darüber, wie sie das Leben anderer Völker zerstören können", betonte Selenskyj.
Und diese Reichweite unserer Waffen ist es, die die Lage und die allgemeine Wahrnehmung des russischen Krieges in der Welt erheblich verändert.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Der Krieg kehre somit nach Russland "in seinen Heimathafen zurück", sagte Selenskyj weiter.
Ziel der Luftangriffe der Ukraine tief nach Russland hinein sei die Zerstörung der russischen Öl- und Rüstungsindustrie, so ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh aus Kiew.
17.05.2026 | 1:34 minRussland greift Odessa und Dnipro an - mehrere Verletzte
Unterdessen hat Russland die massiven ukrainischen Drohnenattacken auf Moskau in der Nacht mit Gegenangriffen beantwortet. Bei Drohnen- und Raketenangriffen auf Regionen im Zentrum und Süden der Ukraine wurden Behördenangaben zufolge mindestens zwölf Menschen verletzt.
In der Hafenstadt Odessa trafen Drohnen demnach ein Wohngebäude und verletzten einen elfjährigen Jungen sowie einen 59-jährigen Mann. In der Stadt Dnipro wurden den Angaben zufolge mindestens neun Menschen verletzt, darunter ein Kind. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben nicht überprüfbar.
Kiew erlebt einen der schlimmsten Luftangriffe seit Kriegsbeginn. Russland greift unter anderem mit Hunderten Drohnen an. In der Hauptstadt wurde ein Trauertag ausgerufen. (Archiv-Video vom 15.05.2026)
15.05.2026 | 2:20 minUkraine: Schäden an Kita und Pyrotechnik-Lager gemeldet
Beim Angriff auf Odessa am Schwarzen Meer beschädigten Drohnen außerdem einen Hörsaal einer Hochschule sowie einen Kindergarten, wie der Leiter der örtlichen Militärverwaltung, Serhij Lyssak, auf der Plattform Telegram schrieb.
In der südostukrainischen Industriestadt Dnipro geriet durch den Angriff das Dach eines 24-stöckigen Hochhauses in Brand, wie der Chef der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram mitteilte. Zudem sei ein Lager getroffen worden und in Brand geraten, in dem Pyrotechnik gelagert worden sei. Aus der ganzen Stadt seien weitere Brände gemeldet worden.
Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst unklar. Dnipro und Odessa werden von Russland immer wieder mit Raketen und Drohnen unterschiedlichen Typs angegriffen.
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