Tier aus Alster gezogen:Wolf beißt Frau in Hamburger Einkaufsstraße
Ein Wolf hat in Hamburg eine Frau gebissen, am Abend fängt die Polizei ihn an der Binnenalster ein. Experten vermuten ein junges Tier, das versehentlich in die Stadt gelangte.
In Hamburg hat ein Wolf eine Frau verletzt. Nach dem Vorfall wurde das Tier schwimmend in der Binnenalster gesehen, aus der die Polizei den Wolf herausziehen und einem Wildpark übergeben konnte.
31.03.2026 | 1:41 minIn Hamburg-Altona ist am Montagabend in einer belebten Einkaufsstraße eine Frau mutmaßlich von einem Wolf gebissen worden. Damit wurde in Deutschland nach Behördenangaben erstmals ein Mensch von einem Wolf angegriffen, seit sich dieser wieder in Deutschland ausgebreitet hat.
Es gab noch keinen solchen Fall seit der Wiederansiedlung seit 1998.
Naturschutzbundesamt
Das sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Naturschutz der Deutschen Presse-Agentur.
Polizeibeamte fingen den Wolf noch am späten Abend in der Hamburger Innenstadt ein: Am Anleger an der Binnenalster zogen sie das Tier mit einer Schlinge aus dem Wasser, wie ein Sprecher des Lagezentrums schilderte. Das Tier wurde zunächst in einem Wildgehege untergebracht. Wie es mit ihm weitergeht, ist aktuell nicht bekannt. Man sei dabei, alle Fakten zusammenzutragen, sagte der Sprecher der Umweltbehörde.
Der Bundestag hat neue Bedingungen beschlossen, unter denen die Jagd auf Wölfe erlaubt ist. Vor allem der Abschuss sogenannter Problemwölfe wird einfacher.
05.03.2026 | 0:24 minWie schwer die Frau durch den Wolf verletzt wurde, darüber machte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben. Ein Sprecher der Feuerwehr teilte mit, ein Rettungswagen habe die Frau in eine Hamburger Klinik gebracht.
Ob es sich bei dem eingefangenen Tier um jenen Wolf handelt, der am Wochenende unter anderem im Stadtteil Blankenese gesehen worden war, ist laut Polizei noch nicht sicher. Ein Sprecher der Leitstelle sagte, man halte es für wahrscheinlich, da nicht von mehreren dieser Tiere im Stadtgebiet ausgegangen werde.
Wölfe sind wieder auf dem Vormarsch. Nahe Utrecht soll im vergangenen Jahr ein Wolf ein Kind angegriffen haben, Zeugen konnten ihn verjagen. Der Wolf wurde zum Abschuss freigegeben.
07.08.2025 | 1:41 minExperten: Junger Wolf vermutlich versehentlich ins Stadtgebiet gelangt
Die ersten Sichtungen des Tieres waren nach Angaben von Montag am Samstag in zwei Parks oberhalb des Falkensteiner Ufers gemacht worden. Am Sonntagvormittag sei der Wolf im Bereich des S-Bahnhofs Othmarschen beobachtet worden, am Nachmittag im Bereich des Stadtteils Nienstedten.
Das Tier soll ein noch recht junger Wolf sein. "Nach Experteneinschätzung handelt es sich bei dem Tier höchstwahrscheinlich um einen Welpen in der Abwanderungsphase von seinem Rudel", hieß es am Montag weiter. In dieser Phase legen die Tiere meist weite Strecken zurück. Auf der Suche nach einem eigenen Revier sei der Wolf wohl "versehentlich so weit in das Stadtgebiet gelaufen", dass er nun nach einem Weg aus der Stadt suche.
Seit 2013 wurden in Hamburg insgesamt 21 Wolfsnachweise eindeutig bestätigt. Zuletzt wurde Mitte März ein verendeter Wolf auf der Autobahn 25 in Höhe der Auffahrt Curslack nach einem Wildunfall gefunden.
Quelle: AFP
Wölfe sind eher scheue Tiere
Wölfe gelten als scheu und weichen Menschen in der Regel aus. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt in Bayern können vor allem Jungtiere neugierig auf Menschen reagieren. Zumeist ziehe sich ein Wolf aber langsam und gelassen zurück.
Wölfe sind eher scheue Tiere und weichen Menschen aus. (Symbolbild)
Quelle: dpaMenschen sollten sich bei einer Begegnung ruhig verhalten, einen Hund anleinen, nicht weglaufen und dem Wolf auch nicht hinterherlaufen. Auf keinen Fall sollten Wölfe gefüttert werden, um sie nicht an die Nähe von Menschen zu gewöhnen. Das Bundesumweltministerium schreibt auf seiner Internetseite:
Es gehört zum normalen Verhalten der Wölfe, dass sie gelegentlich auch tagsüber in Sichtweite von bewohnten Gebäuden entlanglaufen, nachts dann und wann Dörfer durchqueren oder am Dorfrand nach Nahrung suchen.
Bundesumweltministerium
Übergriffe auf Menschen seien aber sehr selten, heißt es mit Verweis auf eine 2002 vom Norwegischen Institut für Naturforschung (NINA) veröffentlichte Studie. In der Vergangenheit gab es demnach nur wenige Fälle, in denen gesunde Wölfe einen Menschen angegriffen haben. "Wolfsangriffe auf Menschen lassen sich vor allem auf drei Ursachen zurückführen: Tollwut, Provokation und Futterkonditionierung."
Rund 150 Jahre lang galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet. Erst nach dem Mauerfall kamen mehrere Tiere über Polen nach Deutschland zurück. Heute streifen Wölfe durch die Wälder zahlreicher Bundesländer.
Quelle: dpa
Um Zebrahai, Luchs oder Feldgrille zu retten, werden die Tiere in teils spektakulären Aktionen ausgewildert. Das hilft, reicht aber alleine nicht, sagt Naturforscher Carsten Nowak.
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