"80 Prozent"-Aussage zu Syrern: Wadephul stellt sich hinter Merz

"80 Prozent"-Aussage des Bundeskanzlers:Wadephul stellt sich hinter Merz-Äußerung zu Syrern

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In Syrien könnten Menschen kaum würdig leben, sagte Außenminister Wadephul kürzlich. Nun verteidigt er Merz' Äußerung, 80 Prozent der syrischen Flüchtlinge sollten zurückkehren.

Syriens Präsident al-Sharaa und Bundeskanzler Friedrich Merz.

Syriens Übergangspräsident al‑Scharaa traf in Berlin Bundespräsident Steinmeier und Bundeskanzler Merz. Dabei ging es auch um die Rückkehr der in Deutschland lebenden Syrer.

30.03.2026 | 2:27 min

Außenminister Johann Wadephul hat sich grundsätzlich hinter umstrittene Äußerungen von Kanzler Friedrich Merz (beide CDU) zur Rückkehr von Syrern aus Deutschland in ihr Heimatland gestellt. Das, was der Bundeskanzler sage, sei "natürlich Ziel der Bundesregierung", antwortete Wadephul am Rande eines Besuchs in der ukrainischen Hauptstadt Kiew auf eine entsprechende Reporterfrage.

Die schwarz-rote Koalition sei grundsätzlich fest entschlossen, diejenigen, die ihr Gastrecht in Deutschland verwirkt hätten, konsequent abzuschieben, ergänzte Wadephul.

Schaltgespräch mit Armin Laschet

Merz habe nur das referiert, was ihm al‑Scharaa gesagt habe: Dass er hofft, dass 80 Prozent der Syrer zurückkommen, so Armin Laschet (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses.

31.03.2026 | 6:08 min

Wadephul: Syrien-Rückkehrer sollen an Aufbau mitwirken

Merz hatte gestern nach einem Treffen mit Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa im Kanzleramt als Zielmarke genannt, dass in den nächsten drei Jahren 80 Prozent der mehr als 900.000 Syrer in Deutschland in ihr Heimatland zurückkehren sollten. Er fügte hinzu, al-Scharaa wünsche sich dies.

Wadephul sagte, Kern der Zusammenkunft von Merz mit al-Scharaa sei gewesen, "daran zu arbeiten, dass Syrien ein Land wird, in dem Menschen sicher und auch wirtschaftlich mit einer Zukunft leben können". Dies solle sie natürlich ermutigen, in ihre Heimat zurückzukehren und dort am Aufbau mitzuwirken.

Große Teile Syriens sind durch den andauernden Bürgerkrieg vollkommen zerstört.

Die Lage für die Menschen im zerstörten Aleppo ist bedrückend. ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf macht sich vor Ort ein Bild.

30.03.2026 | 1:28 min

Wadephul-Auftritt in Syrien sorgte in der Union für Kritik

Ende Oktober hatte Wadephul beim Besuch der schwer verwüsteten Ortschaft Harasta nahe Damaskus noch angezweifelt, dass kurzfristig eine große Zahl syrischer Flüchtlinge freiwillig dorthin zurückkehren werde. Damals sagte der Außenminister:

Hier können wirklich kaum Menschen richtig würdig leben.

Johann Wadephul, Außenminister (CDU)

Eine Aussage, für die er in der Union Kritik auf sich zog. Eine Woche später soll Wadephul in einer Sitzung der Bundestagsfraktion nach Angaben mehrerer Teilnehmer gesagt haben, Syrien sehe schlimmer aus als Deutschland 1945. Auch dafür gab es massive Kritik.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, etwa im heute journal update am 31.03.2026 ab 00:10 Uhr, im heute journal am 30.03.2026 ab 21:45 Uhr und in den heute-Nachrichten am 30.03.2026 ab 19:00 Uhr.

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