Gesundheitszustand nicht gut:Buckelwal liegt weiter vor Wismar im Wasser
Der verirrte Buckelwal in der Ostsee liegt mittlerweile zum dritten Mal auf einer Sandbank fest. In der Nacht konnte er sich nicht befreien. Wie geht es jetzt weiter?
Der Zustand des gestrandeten Buckelwals verschlechtert sich stetig, wie Experten festgestellt haben. Sollte er sich nicht bald freischwimmen, werden seine Überlebenschancen weiter sinken.
30.03.2026 | 0:19 minDer an der Ostseeküste gestrandete Buckelwal hat sich nicht befreien können. Das Tier liegt noch immer in der Bucht vor Wismar. ZDF-Reporterin Anne Stadtfeld ist vor Ort und erklärt:
Seine Lage hat sich nicht verändert. Er ist immer noch hier in der Wismarbucht und liegt hier auf der Sandbank.
Anne Stadtfeld, ZDF-Reporterin
Die Situation um den gestrandeten Buckelwal in der Wismarer Bucht bleibt weiterhin kritisch. ZDF-Korrespondentin Anne Stadtfeld berichtet über die aktuellen Entwicklungen in Bad Wiendorf.
30.03.2026 | 0:47 minDie ganze Nacht seien Experten vor Ort gewesen und hätten den Wal immer wieder begutachtet. Er atme noch, seine Herzfrequenz sei jedoch sehr schwach und auch sein Gesundheitszustand sei nicht besonders gut, erklärte Stadtfeld.
Die Hoffnung war groß, dass er sich über Nacht vielleicht erneut selbst freischwimmt. Dazu wäre er selber in der Lage gewesen.
Anne Stadtfeld, ZDF-Reporterin
Warum ihm das nicht gelang, könnte zwei Gründe haben: Zum einen sinkt der Wasserstand in der Bucht, was weniger Auftrieb bietet. Zum anderen ist der Wal gesundheitlich stark angeschlagen, erklärt Stadtfeld.
"Hoffnung besteht", jedoch müsse er "dringend" aus den hiesigen Gewässern, so Franziska Saalmann, Greenpeace-Meeresschützerin zur Walrettung in Wismar. Sein Allgemeinzustand sei stark geschwächt.
30.03.2026 | 4:33 minExpertenteam prüft Lage des Buckelwals bei Tagesanbruch
Bei Tagesanbruch soll ein Expertenteam erneut zum Wal hinausfahren, um seinen Gesundheitszustand und den Wasserstand zu prüfen. Möglicherweise versuchen sie, ihn erneut zum Freischwimmen zu bewegen. Ob das gelingt, müsse man sehen, so Stadtfeld.
Dazu sind Beamte der Wasserschutzpolizei gemeinsam mit Meeresbiologen von Greenpeace kurz nach 7:00 Uhr mit einem Schlauchboot zu dem Wal gefahren, wie ein Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern der dpa sagte.
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Wal hängt in Wismarbucht fest
Am vergangenen Montagmorgen war der Wal auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand bei Lübeck entdeckt worden. Eine umfangreiche Rettungsaktion startete, und in der Nacht zu Freitag befreite sich der Buckelwal dann selbst durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne. Am Samstag war der Wal dann allerdings wieder gestrandet - und zwar in der Wismarbucht.
In der Nacht zu Sonntag konnte sich der Meeressäuger bei steigendem Wasserstand zunächst selbst von einer Sandbank vor der kleinen Insel Walfisch in der Wismarbucht freischwimmen. Doch wenig später lag er erneut fest - ganz in der Nähe, an einer etwa zwei Meter tiefen Stelle
Der Gesundheitszustand des 12 bis 15 Meter langen Wals ist den Experten zufolge nicht gut.
Buckelwale (Megaptera novaeangliae) sind in allen polaren bis tropischen Meeren verbreitet. Sie halten sich vorwiegend auf dem offenen Meer auf, sind aber vor allem in den Fortpflanzungsgebieten auch in Küstennähe anzutreffen. Mehr als 10 Meter Länge und 30 Tonnen Gewicht sind möglich. Kennzeichnend sind die langen, Flipper genannten Brustflossen, die ein Drittel der Körperlänge erreichen.
Bis in die 1960er Jahre wurden Buckelwale kommerziell gejagt und regional fast ausgerottet. Mittlerweile haben sich mehrere Populationen deutlich erholt. Das ist mit ein Grund dafür, dass sich solche Tiere vermehrt in Regionen finden, in denen sie in den Jahrzehnten zuvor kaum mal zu sehen waren.
Buckelwale haben Analysen zufolge eine Lebenserwartung von bis zu 90 Jahren. Die Sangeskunst der Giganten ist legendär: Die langen Lieder der Bullen zählen zu den komplexesten Gesängen im Tierreich überhaupt. Die Tiere gelten zudem auch als die Akrobaten unter den Großwalarten: Sie zeigen spektakuläre Sprünge und schlagen oft mit Brust- und Schwanzflossen auf die Meeresoberfläche.
Bekannt sind Buckelwale zudem für ihre erstaunlichen Fangtechniken. Zum Beispiel lassen sie gezielt Atemluft in Blasen hochperlen, wenn sie einen Schwarm Fische oder Krill ausgemacht haben und diesen umkreisen. Die Beute durchschwimmt diesen Blasenvorhang nicht - und wird von den mit weit geöffnetem Maul von unten nahenden Walen verschlungen.
Quelle: dpa
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