Wal-Drama in der Ostsee:Befreiter Buckelwal vor Wismar erneut gestrandet
Der mühsam befreite Buckelwal war einige Zeit verschwunden, jetzt wurde er in der Wismarer Bucht entdeckt - wieder gestrandet auf einer Sandbank.
Der vor der Ostseeküste gestrandete Wal hat sich erst gestern befreit, hängt mittlerweile aber erneut fest.
28.03.2026 | 1:35 minVon der Sandbank bei Timmendorfer Strand war er nach dem Einsatz zahlreicher Helfer losgekommen - am Samstag ist der Buckelwal in der Ostsee erneut im flachen Wasser gestrandet, wie das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern und Greenpeace mitteilten.
"Er ist wieder auf einer Sandbank gelandet", sagte Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack dem ZDF. Die sei nicht ganz so flach wie die erste.
Wir wollen ihm die Ruhe der Nacht geben.
Thilo Maack, Greenpeace
Der Experte hofft, dass sich der Wal genauso wie in Niendorf möglicherweise selbst wieder freischwimmt. Sollte das nicht der Fall sein, werde man bei Tagesanbruch über Rettungsschritte entscheiden und ihn im Erfolgsfall aus der Bucht begleiten.
Der Buckelwal in der Ostsee ist in der Bucht von Wismar gestrandet. Meeresbiologe Thilo Maack mit einer Einschätzung zum Zustand des Wals und einem möglichen Vorgehen.
28.03.2026 | 1:37 minAusreichend tiefes Wasser in der Nähe
Es gebe weiterhin Hoffnung, sagte Landes-Umweltminister Till Backhaus. Ganz in der Nähe des Tieres gebe es eine tiefere Rinne. "Es besteht die Möglichkeit, dass der Wal sich selbsttätig dorthin begibt." Sollte das Tier sich nicht selbst befreit haben, "werden die Fachleute vor Ort versuchen, den Wal sanft anzustupsen und in Richtung tieferes Wasser zu bewegen".
Meeresbiologe Maack hatte das Tier zusammen mit Fachleuten vom Deutschen Meeresmuseum und des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung zuvor begutachtet. Ihm gehe es "unverändert" und mit Blick auf seine kranke Haut "gar nicht gut", sagte Maack. Zum Ernährungszustand gebe es "unterschiedliche Aussagen".
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Spektakuläre Befreiung vor Timmendorfer Strand
Der Wal war am Montagmorgen auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt worden. Nach tagelangen Bemühungen zahlreicher Helfer hatte sich das Tier in der Nacht auf Freitag selbst befreien können. Bagger hatten zuvor eine Rinne für den Wal gegraben. Am Freitagnachmittag schwamm er nach Greenpeace-Angaben dann im Zickzack vor der mecklenburgischen Küste.
Die Hoffnung war, dass sich das Tier in Richtung Nordsee bewegt, um schließlich wieder in den Atlantik zu gelangen. Diana Meyen, Sprecherin des Meeresmuseums in Stralsund, sprach von einem langen und schwierigen Weg.
Der erst gestern befreite Buckelwal ist erneut gestrandet. ZDF-Korrespondent Bernd Mosebach berichtet, wie es jetzt weitergeht.
28.03.2026 | 1:19 minMinister appelliert: Tier "möglichst in Ruhe lassen"
"Das Tier ist gestresst und geschwächt. Es ist wichtig, dass es nicht durch private Suchen zusätzlich Stress bekommt", ergänzte Meyen. Auch Backhaus appellierte, das Tier "möglichst in Ruhe zu lassen, damit sich sein Zustand nicht weiter verschlechtert". Die Wasserschutzpolizei werde "die Nachtwache vor Ort übernehmen, auch um zu verhindern, dass sich Unbefugte dem Wal zu nähern versuchen".
Große Wale sind in der Ostsee nicht heimisch, die Bedingungen sind für sie nicht geeignet. Ziel war es deshalb, das massige Tier in Richtung der Meerengen zwischen Deutschland und Dänemark zu lotsen, damit es den Weg zurück in Nordsee und Atlantik nimmt.
Wenn ein Land auf ein Tier blickt
Das Schicksal eines Wals in der Ostsee beschäftigt das ganze Land. Aber auch auf andere Flossen, Tatzen und Tentakel blickte die Öffentlichkeit schon gebannt - und auch auf einen anderen Wal.
Quelle: dpa | Ulrich PerreyMehr zu Walen
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