Wal vor Timmendorfer Strand gestrandet: Gelingt nun die Rettung?

Timmendorfer Strand:Gestrandeter Buckelwal: Gelingt heute die Rettung?

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Der festsitzende Wal in der Ostsee konnte trotz Baggereinsätzen noch nicht befreit werden. Die Rettungsaktion geht heute weiter. Ausgang ungewiss.

Schleswig-Holstein, Timmendorfer Strand: Mehrere Bagger arbeiten in der Nähe von einem gestrandeten Wal.

Der über 12 Meter lange Buckelwal sitzt seit Montag fest. Nachdem zwei Bagger eine Rinne gegraben hatten, konnte er sich kurzzeitig bewegen. Die Befreiung soll am Freitagmorgen weitergehen.

26.03.2026 | 0:35 min

Zwischenzeitlich sah es für den vor Timmendorfer Strand festsitzenden Buckelwal schon gut aus. Am Ende hätten am Abend nur noch wenige Meter bis ins tiefere Wasser gefehlt, sagte der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke. Wird der Wal es heute schaffen, sich zu befreien?

Der Buckelwal war Montagmorgen auf einer Sandbank entdeckt worden. Am Dienstag war ein Rettungsversuch mit einem kleinen Saugbagger gescheitert. 

Walexpertin: Der Wal ist "motiviert"

Das Tier hatte sich am Donnerstagabend immerhin ein Stück seine Position verändern können, wie auf Aufnahmen zu sehen war. Stephanie Groß, Walexpertin des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW), sagte, der Wal sei motiviert.

Eigentlich sollten die Rettungsversuche am Donnerstag bereits bei Sonnenuntergang eingestellt werden, doch dann begann sich das tonnenschwere Tier doch noch zu bewegen. Die Aktion war wegen der Dunkelheit schließlich aber zu gefährlich. Deshalb beendete Partheil-Böhnke die Versuche. Gleich am frühen Morgen sollen sie weitergehen.

Zehntausende Menschen verfolgten den über zehnstündigen ZDFheute-Livestream der Rettungsversuche am Donnerstag. Geplant ist ein weiterer Livestream am Freitag, voraussichtlich ab 9 Uhr.


Hilfe für Buckelwal: Bagger im Dauereinsatz

Meter um Meter hatte sich der Wal am Abend durch die Rinne gekämpft, die ein Schwimmbagger ausgehoben hatte. Auch ein größerer Bagger konnte schließlich von Land aus eingreifen, nachdem ein Damm aufgeschüttet worden war, um das schwere Gerät in Reichweite zu bringen. Das Tier zeigte sich aktiver als in den Tagen zuvor. Die Helfer versuchten es am Abend auch mit Lärm zu animieren - durch Hupen, Trommeln oder Rufen. Auch das Tier selbst gab immer wieder lautes Brummen von sich.

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Wie die Rettungsaktion für den gestrandeten Wahl geplant wurde.

26.03.2026 | 1:30 min

Für den Baggerfahrer war es allerdings wegen des trüben Wassers schwierig, die Rinne auszuheben. Deshalb kamen zur Markierung Bojen zum Einsatz.

Baggerfahrer Tim Löhndorf von der Firma Ökologischer Gewässerdienst Wandhoff hatte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch gesagt, dass mit mehreren Baggern eine 50 Meter lange, sechs Meter breite und 1,20 Meter tiefe Rinne vor dem Kopf des Wals gegraben werden soll. Besonders herausfordernd seien bei der Rettungsaktion Wind und Strömung.

Timmendorfer Strand: Biologe überprüft Zustand des Buckelwals

Zuvor hatte sich der Biologe Robert Marc Lehmann dem Tier genähert, um dessen Gesundheitszustand zu untersuchen. Die Begutachtung habe ergeben, dass es um das Tier offenbar relativ gut steht, sagte Walexpertin Groß. "Mittlerweile vertraut mir der Wal", sagte Lehmann der dpa. "Der wird ganz ruhig, wenn man die Hand auflegt." Dann könnten die Bagger auch direkt am Wal arbeiten. "Weil er sonst, wenn man nicht da ist, dann super nervös wird."

Einmal hat er gemerkt, 'okay hier wird's tiefer, ich hab' Bock mal zu starten'.

Robert Marc Lehmann, Biologe

timm-kruse

Vor der schleswig-holsteinischen Ostseeküste wurden am Donnerstag die Bemühungen zur Rettung eines gestrandeten Buckelwals fortgesetzt.

26.03.2026 | 2:57 min

Trotzdem hält Lehmann einen Erfolg des Befreiungsversuchs nach eigener Aussage für unwahrscheinlich. "Aber wir geben alle unser Bestes."

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther kündigte bei einem Ortsbesuch am Donnerstag für den Fall der Fälle schon einmal Geleit durch Boote an. Der CDU-Politiker sagte die Hilfe des Landes zu, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete. Damit soll verhindert werden, dass er wieder strandet.

Wal hat nach Befreiung noch weite Reise vor sich

Ganz geschafft hätte es der Wal selbst bei einer erfolgreichen Befreiung aber noch nicht. Da die Ostsee nicht sein natürlicher Lebensraum ist, muss er wieder zurück in die Nordsee und dann weiter in den Atlantik gelangen.

Laut Experten besteht die Gefahr, dass der Wal sich erneut festschwimmt oder aus der Ostsee nicht wieder herausfindet. Die Ostsee stelle ein Nadelöhr dar, sagte etwa Jan Herrmann, Tierarzt und Wal-Experte aus Wilhelmshaven.

Den Ausgang muss man wiederfinden, und das ist nicht ganz sicher, dass das in der Navigation der Buckelwale so angelegt ist.

Jan Herrmann, Wal-Experte

Zudem ist der Wal nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums in der Ostsee zahlreichen Störungen ausgesetzt, etwa dem Schiffsverkehr. Es existieren in den dänischen Gewässern auch einige Engstellen.

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Mit einer großangelegten Aktion sollte heute der gestrandete Buckelwal in der Lübecker Bucht gerettet werden. Das Tier liegt seit Montag dort.

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Größer als zunächst angenommen

Messungen haben außerdem ergeben, dass der vor dem Ortsteil Niendorf liegende Buckelwal größer ist als zunächst angenommen: Er sei wohl zwischen zwölf und 15 Meter lang und wiege geschätzt rund 15 Tonnen, sagte Joseph Schnitzler vom ITAW.

Bei einem so massiven Tier ist es umso schwieriger, es wieder in tieferes Wasser zu bringen. Anders als in der Nordsee gibt es in der Ostsee auch keine deutliche Tide, die den Wal wieder in tieferes Wasser spülen könnte.

Nicht der erste Rettungsversuch

Der Buckelwal war Montagmorgen auf der Sandbank entdeckt worden. Am Dienstag war ein Rettungsversuch mit einem kleinen Saugbagger gescheitert. Zuvor waren bereits andere Versuche fehlgeschlagen. Zwar gelang es, den Wal in Richtung der tieferen Fahrrinne zu drehen, frei kam er aber nicht.

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Auch Versuche, mit Polizeibooten Wellen zu machen, damit sich der Wal freischwimmen kann, brachten nichts. Um den Wal nicht weiter zu stressen, waren die Versuche dann zunächst abgebrochen worden. Doch auch die Hoffnung, dass sich das Tier mit dem Hochwasser in der Nacht zu Dienstag freischwimmen könne, erfüllte sich nicht.

Buckelwale können nach Expertenangaben bis zu etwa 30 Tonnen Gewicht erreichen und haben eine Lebenserwartung von bis zu 90 Jahren. Kennzeichnend für die Art sind die langen, Flipper genannten Brustflossen, die ein Drittel der Körperlänge erreichen.

Buckelwale (Megaptera novaeangliae) sind in allen polaren bis tropischen Meeren verbreitet. Sie halten sich vorwiegend auf dem offenen Meer auf, sind aber vor allem in den Fortpflanzungsgebieten auch in Küstennähe anzutreffen. Mehr als 10 Meter Länge und 30 Tonnen Gewicht sind möglich. Kennzeichnend sind die langen, Flipper genannten Brustflossen, die ein Drittel der Körperlänge erreichen.

Bis in die 1960er Jahre wurden Buckelwale kommerziell gejagt und regional fast ausgerottet. Mittlerweile haben sich mehrere Populationen deutlich erholt. Das ist mit ein Grund dafür, dass sich solche Tiere vermehrt in Regionen finden, in denen sie in den Jahrzehnten zuvor kaum mal zu sehen waren. 

Buckelwale haben Analysen zufolge eine Lebenserwartung von bis zu 90 Jahren. Die Sangeskunst der Giganten ist legendär: Die langen Lieder der Bullen zählen zu den komplexesten Gesängen im Tierreich überhaupt. Die Tiere gelten zudem auch als die Akrobaten unter den Großwalarten: Sie zeigen spektakuläre Sprünge und schlagen oft mit Brust- und Schwanzflossen auf die Meeresoberfläche. 

Bekannt sind Buckelwale zudem für ihre erstaunlichen Fangtechniken. Zum Beispiel lassen sie gezielt Atemluft in Blasen hochperlen, wenn sie einen Schwarm Fische oder Krill ausgemacht haben und diesen umkreisen. Die Beute durchschwimmt diesen Blasenvorhang nicht - und wird von den mit weit geöffnetem Maul von unten nahenden Walen verschlungen.

Quelle: dpa


Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Rettungsaktion für Buckelwal soll weitergehen" am 26.03.2026 um 22:41 Uhr, das ZDF-Mittagsmagazin am 25.03.2026 um 12:00 Uhr und "hallo Deutschland" am 24.03.2026 um 17:10 Uhr.

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