Sturm erschwert Buckelwal-Rettung: Neuer Versuch mit Sandbagger

Gestrandeter Buckelwal in der Ostsee:Sturm erschwert Rettung: Neuer Versuch mit großem Bagger

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Seit Montag ist ein Buckelwal vor Schleswig-Holstein auf einer Sandbank gestrandet und wird zunehmend schwächer. Helfer bereiten einen neuen Rettungsversuch mit schwerem Gerät vor.

Der gestrandete Wal liegt im Wasser der Ostsee vor der Seebrücke am Hafen Niendorf, aufgenommen am 25.03.2026

Im Kampf um die Rettung eines vor Schleswig-Holstein gestrandeten Buckelwals richten sich die Hoffnungen auf einen aus Niedersachsen herangeschafften größeren Schwimmbagger.

25.03.2026 | 2:37 min

Das Schicksal des in der Lübecker Bucht vor Niendorf gestrandeten Wals beschäftigt viele Menschen. Seit Montagfrüh liegt das Jungtier auf einer Sandbank vor Niendorf, einem Ortsteil von Timmendorfer Strand. Noch hunderte Meter entfernt sind die brummenden Töne zu hören, die es von sich gibt. Nach Angaben der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd handelt es sich um einen jungen Buckelwal.

Sandbank verhindert Befreiung des Buckelwals

Nun ruhen die Hoffnungen auf einem großen Schwimmbagger aus Niedersachsen. Das Gerät soll im Laufe des Tages an der Ostsee ankommen und aufgebaut werden. Einem Sprecher von Sea Shepherd zufolge könne der Bagger auf Pontons an den Wal herangebracht werden und dort den Bereich um das Tier freispülen, damit dieser einen Weg zurück in tieferes Wasser findet.

Wal an der Ostseeküste gestrandet

Ein etwa zehn Meter großer Buckelwal ist in der Ostsee im flachen Wasser gestrandet, scheint geschwächt und krank. Mehrere Versuche, ihm wieder ins tiefe Wasser zu helfen, scheiterten.

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Ob das Gerät heute noch oder erst morgen zum Einsatz komme, ist derzeit aber unklar. Grund dafür ist auch das Wetter: Im Norden sind starke Sturmböen angekündigt. Über den Einsatz entscheiden die Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). Am Vortag war ein Rettungsversuch mit einem kleineren Saugbagger gescheitert.

Leider hat sich herausgestellt, dass der Sand zu fest ist.

Stephanie Groß, Walexpertin am Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW)

Alle Rettungsversuche bisher vergeblich

Auch das Hochwasser gegen Mitternacht habe nicht ausgereicht, dass sich das etwa zehn Meter lange Tier aus eigener Kraft hätte freischwimmen können, sagte ein Polizeisprecher. Der Meeressäuger war in der Nacht zum Montag vor Niendorf entdeckt worden. Alle Versuche, den Wal von der Sandbank zu bekommen, schlugen bisher fehl.

Die Rettungsmaßnahmen würden immer wieder von Schaulustigen gestört, sagte Bürgermeister Partheil-Böhnke. Einige hätten versucht, mit Booten an das Tier heranzufahren oder Absperrungen zu umgehen. Annäherungsversuche versetzten den Wal in Panik und erschwerten die ohnehin komplexen Maßnahmen.

Ein Buckelwal von unten knapp unter der Meeresoberfläche.

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Experten schließen Tötung des Wals aus

Eine Tötung des jungen Buckelwals, um ihn von möglichem Leiden zu erlösen, ist nach Angaben der ITAW-Leiterin Ursula Siebert keine Option. Es gebe internationale Absprachen, was gemacht werden könne und wie. Die Gegebenheiten vor Ort seien ungünstig, erklärte Siebert. Und:

Je größer der Wal ist, desto schwieriger wird das Ganze.

Ursula Siebert, ITAW-Leiterin

Das Deutsche Meeresmuseum teilte mit, im Grunde sei das Wasser zu flach für den Wal, aber zu tief für eine gezielte Tötung. "Zudem gibt es bei einem solchen großen Wal keine zuverlässige Methode der Euthanasierung, mit der man weiteres Leiden vollständig ausschließen kann."

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Zustand verschlechtert sich je länger der Wal liegt

Wie es dem Wal tatsächlich geht, sei sehr schwierig zu beurteilen, sagte Siebert. Das Tier sei noch in einem guten Ernährungszustand, habe aber Hautveränderungen. Je länger es in der jetzigen Position liege, desto schwächer werde es. Momentan sei aber die Einschätzung, dass es noch Lebenswillen habe.

Nach Einschätzung der Experten des Meeresmuseums sind die Überlebenschancen gering:

Der Gesundheitszustand des Wals ist besorgniserregend, sowohl seine Haut als auch den Allgemeinzustand betreffend.

Deutsches Meeresmuseum

Und selbst wenn er freikommt: Die Ostsee sei nicht dauerhaft für den Wal geeignet, hieß es. Es gebe zahlreiche Störungen etwa durch den Schiffsverkehr, zudem Engstellen in dänischen Gewässern.

Buckelwale (Megaptera novaeangliae) sind in allen polaren bis tropischen Meeren verbreitet. Sie halten sich vorwiegend auf dem offenen Meer auf, sind aber vor allem in den Fortpflanzungsgebieten auch in Küstennähe anzutreffen. Mehr als 10 Meter Länge und 30 Tonnen Gewicht sind möglich. Kennzeichnend sind die langen, Flipper genannten Brustflossen, die ein Drittel der Körperlänge erreichen.

Bis in die 1960er Jahre wurden Buckelwale kommerziell gejagt und regional fast ausgerottet. Mittlerweile haben sich mehrere Populationen deutlich erholt. Das ist mit ein Grund dafür, dass sich solche Tiere vermehrt in Regionen finden, in denen sie in den Jahrzehnten zuvor kaum mal zu sehen waren. 

Buckelwale haben Analysen zufolge eine Lebenserwartung von bis zu 90 Jahren. Die Sangeskunst der Giganten ist legendär: Die langen Lieder der Bullen zählen zu den komplexesten Gesängen im Tierreich überhaupt. Die Tiere gelten zudem auch als die Akrobaten unter den Großwalarten: Sie zeigen spektakuläre Sprünge und schlagen oft mit Brust- und Schwanzflossen auf die Meeresoberfläche. 

Bekannt sind Buckelwale zudem für ihre erstaunlichen Fangtechniken. Zum Beispiel lassen sie gezielt Atemluft in Blasen hochperlen, wenn sie einen Schwarm Fische oder Krill ausgemacht haben und diesen umkreisen. Die Beute durchschwimmt diesen Blasenvorhang nicht - und wird von den mit weit geöffnetem Maul von unten nahenden Walen verschlungen.

Quelle: dpa


Quelle: dpa
Über das Thema berichtet das ZDF in mehreren Sendungen, zuletzt im gemeinsamen Mittagsmagazin von ARD und ZDF am 25. März 2026 ab 12:00 Uhr.

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