Hoffen auf Hochwasser:Rettungsversuche für Buckelwal an der Ostseeküste
An der Ostseeküste in Schleswig-Holstein ist ein größerer Wal gestrandet. Das Tier befindet sich auf einer Sandbank im Wasser. Experten versuchen den Wal zu retten.
An der Ostseeküste in Schleswig-Holstein ist ein größerer Wal gestrandet. Nun soll er mit Hilfe von Experten zurück ins tiefe Meer gebracht werden.
23.03.2026 | 0:18 minMit Schlauchbooten, Drohnen und in Trockenanzügen prüfen Experten und Einsatzkräfte der Feuerwehr, ob und wie der vor Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein) gestrandete Wal gerettet werden kann. Zahlreiche Helfer waren seit dem Mittag am Strand im Einsatz. Beobachtet wurden sie dabei von zahlreichen Schaulustigen.
Wal bewegt sich leicht
Feuerwehrleute versuchten am frühen Nachmittag das lebende Tier mit Hilfe eines Schlauchbootes wieder in tieferes Wasser der Ostsee zu bekommen. Dabei drehten sie den Wal in Richtung der tieferen Fahrrinne. Die Polizei hatte den Bereich am Strand rund um den Fundort abgesperrt. Immer wieder bewegte sich der Wal leicht und man hörte Atemgeräusche.
Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) in Büsum (Kreis Dithmarschen) der Tierärztlichen Hochschule Hannover begutachteten das Tier. Am späteren Nachmittag seien die Rettungsversuche vorerst abgebrochen worden, sagte ITAW-Expertin Stephanie Groß. Versuche, auch mit Polizeibooten Wellen zu machen, damit sich der Wal freischwimmen kann, hätten nichts gebracht.
Um das Tier jetzt nicht weiter zu stressen, haben wir das abgebrochen und der Wal soll sich jetzt ein bisschen erholen.
Stephanie Groß, ITAW-Expertin
Hoffnung auf Hochwasser gegen Mitternacht
Wenn gegen 19 Uhr mehr Wasser da sei, wollten die Retter noch einmal gucken, "ob das Tier sich noch mal motivieren lässt, einen Freischwimmversuch zu machen", hieß es. Wenn das nicht klappe, gebe es noch das Hochwasser gegen Mitternacht. "Vielleicht kann er sich dann auch noch mal selbst befreien."
Der Meeressäuger war nach Polizeiangaben in der Nacht zum Montag im Wasser vor dem Ortsteil Niendorf entdeckt worden - warum, ist bislang unklar.
Der Extremschwimmer ist immer wieder an seine Grenzen gegangen. Dabei ist er den Giganten der Meere hautnah begegnet. Er schwimmt mit Buckelwalen – ein Erlebnis, das ihn nachhaltig verändert.
20.04.2025 | 28:22 minITAW-Experten nähern sich Wal bis auf wenige Meter
Zwei ITAW-Experten näherten sich bis auf wenige Meter dem Wal. "Der Wal hat im Kopfbereich und im Flügelbereich Bewegungsfreiheit. Er scheint aber mit Brust oder Bauch aufzuliegen", sagte Groß. Das Problem sei, dass der Bereich vor dem gestrandeten Wal noch flacher sei. Er müsse irgendwie wieder zurück in die tiefere Fahrrinne gelangen. Es könne auch sein, dass das Tier trotz Rettung wieder strande oder verende. "Der Buckelwal sieht von der Haut nicht sehr gut aus", sagte Groß.
Die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd hatte Hinweise zur Art entdeckt: "Wir wissen ziemlich sicher, dass es ein Buckelwal ist, weil wir das Tier jetzt in der Gänze gesehen haben", sagte Sprecher Sven Biertümpfel. Vermutlich handele es sich um einen jungen Walbullen, weil die männlichen Tiere im Gegensatz zu den Kühen auf "Wanderschaft" sind.
Der Sprecher geht zudem davon aus, dass es sich bei dem Tier um denselben Wal handelt, der seit März im Wismarer Hafen in Mecklenburg-Vorpommern gesehen wurde.
Ungewöhnlicher Gast im Hafen von Wismar an der Ostsee: Ein Finnwal hatte sich in einem Netz verfangen und musste daraus befreit werden. Der Wal war etwa zwölf Meter lang.
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"Erst einmal ist das ein sehr berührender Moment und ein sehr ernsthafter Moment", sagte Tobias Goldschmidt (Grüne), Umweltminister von Schleswig-Holstein, der sich vor Ort ein Bild von der Situation machte.
Und ich wünsche mir sehr, dass die Leute, die hier Urlaub machen, das auch anerkennen und Abstand halten von diesem Tier.
Umweltminister Tobias Goldschmidt
Die Ostsee sei für einen Buckelwal kein natürlicher Lebensraum. "Der hat viel zu wenig Salz im Wasser", erklärte Goldschmidt. Er hoffe, dass es gelingt, das Tier freizubekommen. "Und wenn es nicht gelingt, dass er dann auch in Ruhe sein Ende finden kann", betonte er.
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