Triathlon in Hamburg:Deutsche Staffel jagt WM-Titel und Olympia-Ticket
von Susanne Rohlfing
Am Wochenende versammelt sich die Triathlon-Elite in Hamburg. Die deutsche Staffel peilt beim Heimspiel einen Platz auf dem Podium an.
Im vergangenen Jahr erreichte das deutsche Triathlon-Mixed-Team Rang drei.
Quelle: dpa | Georg WendtMit Selbstvertrauen reist das deutsche Team nach Hamburg zu den Triathlon-Wettkämpfen am Sonntag - immerhin sammelte man bei den vergangenen Wettbewerben in Norddeutschland fleißig Medaillen, zuletzt Bronze.
Doch bevor es als Team um die Podestplätze in der Staffel geht (Sonntag, 12.07.2026 ab 17:10 Uhr live im ZDF), stehen zunächst die Einzelrennen der Elite an.
Um 13:15 Uhr starten die Männer und um 15 Uhr die Frauen, sie müssen 750 Meter durch die Binnenalster schwimmen, dann sechsmal 3,3 Kilometer durch die Hamburger Innenstadt radeln und schließlich zweimal 2,5 Kilometer bis zum Ziel am Rathausmarkt rennen. Auch diese beiden Rennen werden live im ZDF zu sehen sein.
Lisa Tertsch gewann Serie im vergangenen Jahr
Es ist die sechste Station der World Triathlon Championship Series, vier weitere folgen inklusive des Finales im September im spanischen Pontevedra. Wer im Triathlon Einzel-Weltmeister werden will, muss das ganze Jahr über fleißig Punkte sammeln - so hat sich die Deutsche Lisa Tertsch im vergangenen Jahr zur Königin der Serie gekrönt.
In Hamburg werden aber eben nicht nur Punkte für die WM-Einzel-Wertung gesammelt, sondern in den Rennen am Samstag entscheidet sich auch, welche jeweils zwei deutschen Frauen und Männer am Sonntag als Mixed-Staffel um Weltmeisterehren kämpfen dürfen.
Jonas Schomburg hat bei der Triathlon-WM in Marbella eine Medaille über die Halbdistanz als Vierter knapp verpasst. Es siegte der Belgier Jesse Geens. Rio Bogen holte Platz fünf.
09.11.2025 | 0:40 minDiese Teamplätze sind begehrt, denn die deutsche Staffel ist erfolgsverwöhnt. Sie gewann 2023 und 2024 jeweils die WM in Hamburg und holte sich zudem 2024 in Paris die olympische Goldmedaille. Im vergangenen Jahr in Hamburg gab es Platz drei.
Weltmeister-Team erhält Startplatz für Olympia 2028
"Wir haben eine sehr gute Serie hingelegt, die Latte liegt unheimlich hoch", sagt Sportdirektor Moeller, "aber die Weltspitze ist sehr eng zusammengerückt." Deshalb erklärt er nicht den Sieg, sondern erstmal nur das Podium zum Ziel für die deutsche Mannschaft.
Wobei es für den Titelgewinn am Sonntag (Start um 17:30 Uhr) einen besonderen Anreiz gibt: Die Weltmeister-Mannschaft erhält bereits jetzt vier Startplätze für die Triathlon-Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles.
Für die deutschen Frauen sei das nicht so wichtig, sagt Möller: "Die holen sich ihre Startplätze auch über das internationale Einzel-Ranking." Die deutschen Männer jedoch mischen aktuell nicht ganz so erfolgreich mit in der Weltspitze, für sie wären zwei sichere Olympia-Startplätze ein Riesenerfolg.
Tertsch schon Europameisterin in diesem Jahr
Mit Lisa Tertsch, die in diesem Jahr auch schon den EM-Titel gewann, Laura Lindemann, die in Hamburg bereits fünf Einzel-Medaillen holte, und Tim Hellwig, aktuell auf Platz 20 der World Triathlon Series, sind drei Athleten aus der deutschen Olympiasieger-Mannschaft in Hamburg am Start.
Es fehlt Lasse Lührs, der nach den Spielen an der Achillessehne operiert wurde und noch an seinem Comeback in die Weltspitze feilt. Bester Deutscher in der Serie ist aktuell Henry Graf auf Rang acht. Außerdem am Start: Valentin Wernz und Chris Ziehmer.
Bei den Frauen sind neben Tertsch und Lindemann noch Tanja Neubert, Franka Rust, Julia Bröcker und Annika Koch in Hamburg dabei.
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Staffel ist das "emotionale Highlight"
Der Staffelwettbewerb werde das "emotionale Highlight" des Wochenendes sein, sagt Moeller. "Das wird ein sehr dynamisches, spannendes Rennen. Bei acht Wechseln passiert schnell irgendwo ein Fehler und man fängt sich eine Zeitstrafe ein - dann wackelt die Medaille."
Anders als beim deutschen Olympiasieg und den letzten WM-Siegen starten die Staffeln seit dem vergangenen Jahr in der Reihenfolge Frau, Mann, Frau, Mann. Im vorherigen Olympiazyklus lag der Zieleinlauf bei den Frauen.
Ob das ein Nachteil ist für die Deutschen mit ihren Frauen, die im internationalen Vergleich stärker sind als ihre Männer? Möller sagt: "Wir diskutieren und bewerten das nicht, wir müssen es nehmen, wie es kommt und das Beste draus machen."
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