Paralympics 2026:So funktioniert die Klassifizierung
von Lars Becker
Jeder Sportler mit Behinderung bei den Winter-Paralympics ist in eine Klasse eingeteilt. Die Klassifizierung soll eine möglichst große Vergleichbarkeit der Leistungen ermöglichen.
Monoskifahrerin Anna-Lena Forster ist eine große deutsche Medaillenhoffnung bei den Paralympics. (Archivbild)
Bei der Klassifizierung arbeiten zwei Menschen zusammen: "Meist einer mit einem medizinischen Background wie ein Arzt oder Physio und einer mit technischen Erfahrungen im jeweiligen Sport", sagt Winnie Timans. Sie ist im Deutschen Behindertensportverband (DBS) neben dem Thema Anti-Doping auch für den Bereich Klassifizierung verantwortlich.
Timans berichtet, dass bei den sehbeeinträchtigten Sportlern zum Beispiel immer ein erfahrener Augenarzt mit von der Partie ist. Umfassende medizinische Unterlagen werden überprüft, in einigen Fällen gehört eine Beobachtung im Wettkampf zur Klassifizierung dazu.
Die Winter-Paralympics feiern in Italien ihr 50-jähriges Jubiläum. Der mehrfache Paralympics-Sieger Alexander Spitz spricht über die radikalen Veränderungen in diesem Zeitraum.
28.02.2026Klassifizierung schon vor den Paralympics
Nach der Untersuchung des unabhängigen Zweier-Gremiums erhalten die Sportler neben der Klasseneinteilung einen Status, der ihnen die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen ermöglicht. Entweder "Confirmed" (Bestätigt) - diese Einstufung gilt permanent. Oder "Review" (Überprüfung) verbunden mit einer Jahreszahl - dann muss die Klassen-Einteilung zu einem bestimmten Zeitpunkt wiederholt werden. Zuständig für die Klassifizierungen sind die internationalen Sportverbände - als zum Beispiel bei den Ski- und Snowboard-Disziplinen der Internationale Skiverband FIS.
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28.02.2026 | 15:04 minKlassifiziert worden sind die Teilnehmer in Italien schon lange vor den Winter-Paralympics. "Direkt bei den Paralympics gibt es keine Klassifizierungen mehr", verrät Timans. Das gab es zuletzt bei den Corona-Paralympics 2021 in Tokio - und sorgte in der Vergangenheit das eine oder andere Mal für Streit.
Man muss auf die Klassifizierung nach Regelwerk vertrauen, schließlich wird diese von geschultem Personal abgewickelt.
Winnie Timans
Sie will zwar nicht ausschließen, dass es in dem einen oder anderen Fall mal eine ungerechte Klassifizierung gegeben habe, insgesamt sei das System aber stimmig.
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21.02.2026 | 15:04 minUnklarheit bezüglich russischer Athleten
Unklarheit gibt es in der Szene über die Klassifizierung der russischen Sportler bei den Paralympics, die erst seit kurzem wieder für internationale Wettkämpfe zugelassen sind und in Italien sogar unter ihrer eigenen Flagge starten dürfen.
Nach meinem Kenntnisstand waren alle schon vor der Sperre der russischen Sportler nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs aktiv und dürften deshalb einen gültigen Status haben.
Winnie Timans
Drei Startklassen im Skisport
Eine gerechte Klassifizierung ist die Bedingung für faire Wettkämpfe. In den Ski-Disziplinen - Alpin, Nordisch, Biathlon - gibt es je nach Behinderungsgrad nämlich einen Faktor, nach dem die Zeit beim Wettkampf abläuft. "Je schwerer die Behinderung, umso langsamer läuft die Zeit", erklärt Timans.
Im Skisport gibt es nur drei Startklassen: sitzend, stehend und visuell beeinträchtigt. In diesen drei Bereichen treten Menschen mit unterschiedlichem Behinderungsgrad gegeneinander an.
Kriterien für Startberechtigungen
Im erst seit 2014 bei den Paralympics vertretenen Para-Snowboard dürfen ausschließlich Wintersportler mit Beeinträchtigungen der unteren und der oberen Extremitäten gegeneinander antreten. Sie werden in drei verschiedene Startklassen klassifiziert. Im Para-Eishockey und im Rollstuhl-Curling starten alle Sportler in einer Klasse. Minimalkriterium für die Startberechtigung ist eine Behinderung der Beine, visuell beeinträchtigte Personen sind genau wie im Snowboard nicht zugelassen.
Im Rollstuhl-Curling muss der Sport - wie der Name schon sagt - zwingend aus dem Rollstuhl ausgeübt werden. Im rasanten Sledge-Eishockey sitzen die Sportler in einem Spezialschlitten.
Alles zu den Winterspielen:Paralympics 2026
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