50 Jahre Winter-Paralympics: Eine Erfolgsgeschichte

Jubiläum in Mailand:50 Jahre Winter-Paralympics - eine Erfolgsgeschichte

von Lars Becker

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Die Winter-Paralympics feiern in Italien ihr 50-jähriges Jubiläum. Der mehrfache Paralympics-Sieger Alexander Spitz spricht über die radikalen Veränderungen in diesem Zeitraum.

Archiv: Olympische Spiele 2026 in Mailand und Cortina d Ampezzo, Maskottchen werden vorgestellt

Tina (links) und Milo sind die Maskottchen der Winterspiele 2026. Seit 1992 finden die Paralympics am gleichen Ort statt wie die Olympischen Spiele.

Quelle: imago

Örnsköldsvik - in diesem schwierig auszusprechenden Ort in Schweden fanden 1976 die ersten Winter-Paralympics statt. Unter den 198 Sportlerinnen und Sportlern mit Behinderung kamen damals bis auf sechs Kanadier, einen US-Amerikaner, einen Japaner und einen Ugander alle aus Europa. Nur 37 Frauen nahmen teil. Wettbewerbe gab es im Para Ski Alpin und Para Skilanglauf.

Anna-Lena Forster vom Team Deutschland im Slalom der Damen am 22.01.2023 in Slowenien.

Anna-Lena Forster gehört zu den erfolgreichsten deutschen Paralympics-Athletinnen im alpinen Skisport. Die ZDF-Doku "Paralympische Heldinnen" zeigt ihren Weg zu Gold.

24.02.2026 | 15:02 min

Winter-Paralympics: Diese vier Sportarten kamen hinzu

Wenn am 6. März die Spiele in Mailand und Cortina beginnen, werden 650 Athletinnen und Athleten in sechs Sportarten in insgesamt 79 Wettbewerben um Gold kämpfen. Zu den beiden Premieren-Sportarten sind inzwischen Para Biathlon (erstmals 1988 bei den Winter-Paralympics), Para Eishockey (1994), Rollstuhlcurling (2006) und Para Snowboard (2014) hinzugekommen. Doch es gab in dem halben Jahrhundert auch jede Menge anderer Veränderungen. Der viermalige Paralympics-Sieger Alexander Spitz resümiert:

Der Para-Sport hat eine fulminante Entwicklung genommen - auch in Sachen Professionalisierung und Medien-Präsenz.

Alexander Spitz, Para-Alpinfahrer

Alexander Spitz

Fünfmal bei den Paralympics dabei: Alexander Spitz

Quelle: imago

Der Para-Alpinfahrer Spitz war erstmals 1984 in Innsbruck bei den Paralympics dabei - insgesamt fünfmal. Er gewann mehrere Goldmedaillen und arbeitete später bei Paralympischen Winterspielen als Experte für ZDF und ARD. Bei seiner Paralympics-Premiere als Sportler war der nach Knochenkrebs beinamputierte Spitz gerade 15 Jahre alt. Und erinnert sich daran, dass das deutsche Team vor 42 Jahren am schlechtesten ausgestattet wurde.

Johanna Recktenwald: Die Biathletin ist eine der Medaillen-Anwärterinnen für paralympisches Gold 2026.

Eine eindrucksvolle Sportlerin im Fokus: Johanna Recktenwald, Biathletin mit beeindruckender Genauigkeit und emotionaler Tiefe. Ein starkes Porträt vor den Paralympics 2026.

10.02.2026 | 15:04 min

Para-Sport: Von Hobby-Athleten zu Prämien wie bei Olympia

"Damals gab es noch keine Einkleidung, die heute für die deutschen Sportler gemeinsam für die Olympischen Spiele und Paralympics stattfindet", berichtet Spitz. Anfangs waren auch praktisch alle Sportlerinnen und Sportler mit Behinderung noch als "Hobby-Athleten" unterwegs. Alexander Spitz war der Mann, der das als Erster in Deutschland änderte.

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Snowboarder Christian Schmiedt zeigt eindrucksvoll, wie Energie, Hingabe und Teamgeist große Ziele möglich machen. Ein bewegender Einblick in seine Paralympics-Reise.

10.02.2026 | 15:00 min

Er wurde von der Sparkasse von der Arbeit freigestellt, finanzierte sich seine Profi-Sport-Karriere selbst mit Sponsoren. Teilweise trainierte der Einbein-Skifahrer sogar mit dem regulären deutschen Alpin-Team um die Olympiasieger Markus Wasmeier oder Katja Seizinger.

Ich war Wegbereiter für einen komplett neuen Weg der Professionalisierung im deutschen Behindertensport.

Alexander Spitz, Para-Alpinfahrer

Spitz überzeugte auch die Sporthilfe, für Parasportler Geldprämien zu zahlen, die für Medaillengewinner bei Olympischen Spielen längst üblich waren. Anfangs war das 1994 nur ein eher symbolischer Betrag. Seit 2014 sind die Paralympics-Sieger denen bei Olympia finanziell gleichgestellt. In diesem Jahr gibt es 30.000 Euro für Gold. Auch in Sachen Sportgeräte - etwa beim Monoski - ist inzwischen Hightech Standard.

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21.02.2026 | 15:04 min

Winter-Paralympics: Interesse enorm gewachsen

Das Interesse der Öffentlichkeit ist in der nun 50-jährigen Geschichte der Winter-Paralympics ebenfalls enorm gewachsen. In den Anfangszeiten blieben die Sportler mit Behinderung meist unter sich. Das änderte sich erst, als die Paralympics am gleichen Ort wie die Olympischen Spiele stattfanden.

Bei den Winterspielen 1992 in Albertville war das erstmals so, zwei Jahre später folgte der erste große Höhepunkt im norwegischen Lillehammer.

Da war die breite Öffentlichkeit erstmals so richtig dabei. Es gab viele begeisterte Zuschauer, und alles war super organisiert.

Alexander Spitz, Para-Alpinfahrer

Johanna Recktenwald, U23-Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft und Josia Topf

Auch 2025 konnten einige deutsche Para-Sportlerinnen und Para-Sportler überzeugen. Das sind die Gewinner der Wahl zum Para-Sportler des Jahres.

15.11.2025 | 2:39 min

Mehr TV-Präsenz und Livestreams

Im deutschen Fernsehen wurde der Umfang ab den Spielen 2010 in Vancouver deutlich höher. Mit Alexander Spitz wurde erstmals auch ein Experte verpflichtet, der den Zuschauern die einmaligen Leistungen der Protagonisten erklärte.

Die Paralympics sind der Leuchtturm, damit noch mehr Menschen mit Behinderung in Deutschland zum Sport kommen und so besser in die Gesellschaft integriert werden.

Alexander Spitz

"Seitdem ist das Medieninteresse an den Paralympics - aber auch in den vier Jahren dazwischen - immer weiter gewachsen. Nicht nur im TV, sondern auch in anderen Medien", sagt Spitz. Bei diesen Paralympics in Italien planen ZDF und ARD bis zu 130 Livestream-Stunden und mehrere Stunden im Hauptprogramm.

Über die Olympischen Winterspiele berichtete das ZDF ab 04.02.2026 regelmäßig bei "sportstudio live". Die Paralympics stehen ab 06.03.2026 bei "sportstudio live" im Fokus.

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