Farkens EM-Ansage: "Ich möchte das Rennen gewinnen"

Deutschlands Hoffnung über 1.500 Meter:Farkens EM-Ansage: "Ich möchte das Rennen gewinnen"

von Johannes Fischer

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Robert Farken geht als deutscher Rekordhalter und Medaillenkandidat ins 1.500-Meter-Finale der EM. Der 28-Jährige will mehr als Edelmetall: Er will in Birmingham gewinnen.

Robert Farken

Hat große Ziele bei der Leichtathletik-EM: Robert Farken

Quelle: Imago

Robert Farken ist nicht zur Europameisterschaft nach Birmingham gekommen, um sich mit einer guten Platzierung zufriedenzugeben. Nicht mit Platz acht, nicht mit Platz fünf. Nicht einmal mit Bronze. "Ich möchte auf jeden Fall mit einer Medaille nach Hause fahren und ich möchte eigentlich das Rennen gewinnen", kündigt der 28-Jährige im Gespräch mit ZDFheute an.

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So deutlich wie vor dem 1.500-Meter-Finale am Samstagabend (22:07 Uhr, live im ZDF) hat Farken seinen Anspruch wohl noch nie formuliert. Diesmal aber gibt es für ihn keinen Grund, kleiner zu denken.

Farken ist bereit für den nächsten Schritt

"Ich bin sehr, sehr gut in Form. Es hätte eigentlich nicht besser laufen können", sagt Farken. Und er kann diese Zuversicht mit Zahlen untermauern. Am 18. Juli verbesserte er in London in 3:30,09 Minuten seinen eigenen deutschen Rekord. Das Besondere: Es war quasi im Vorbeilaufen, denn gut 100 Meter später knackte er auch seine Bestmarke über die Meile.

Über die 1.500 Meter schob sich Farken in der europäischen Jahresbestenliste auf Rang vier. Nur Azeddine Habz (3:29,80), Jake Wightman (3:29,95) und der britische Weltmeister Josh Kerr (3:27,62), der in Birmingham fehlen wird, waren schneller.

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Es ist die logische Fortsetzung einer Entwicklung, die Farken in den vergangenen Jahren vom deutschen Spitzenläufer zum internationalen Medaillenkandidaten geführt hat. Bei der WM 2025 in Tokio wurde er Sechster, nun steht er in Birmingham vor der vielleicht größten Chance seiner Karriere.

Zwischen Tempo und Taktik

Und die Abwesenheit des großen europäischen Seriensiegers macht die Tür weit auf: Jakob Ingebrigtsen verzichtet auf die 1.500 Meter, nachdem er am Montag die 5.000 Meter gewann. Zum zweiten Mal seit 2012 wird damit ein Europameister über diese Strecke gekürt, der nicht Ingebrigtsen heißt.

Farken gehört zu den Männern, die diese Lücke füllen können. Seine Saisonbestzeit ist dabei längst nicht nur eine Zahl für die Meldeliste. Sie zeigt, dass er inzwischen auch über die reine Meisterschaftstaktik hinaus Geschwindigkeit besitzt. Im Juni lief er in Stockholm bereits 3:32,99 Minuten, in London folgte dann der Rekordlauf.

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Das macht ihn zu einem der spannendsten Läufer dieses Finales. Denn Farken ist kein reiner Tempoläufer, der darauf angewiesen wäre, dass jemand das Rennen schnell macht. Gleichzeitig besitzt er genug Grundschnelligkeit, um sich auf ein schnelles Rennen einzulassen. Und bei einem Meisterschaftsfinale dürfte genau diese Mischung wertvoll sein.

Warum Farken auf Sieg läuft

Doch Farken beschäftigt sich vor allem mit sich selbst. Er genießt die Situation, bei einer Meisterschaft in Topform zu stehen. Das ist ihm wichtig, vielleicht sogar wichtiger als die bloße Platzierung. Und genau deshalb will er sich nicht mit einer Medaille zufriedengeben.

"Ich glaube, nur so kann man das Maximale rausholen, wenn man mit der Einstellung reingeht, zu versuchen zu gewinnen", sagt er. "Und dann kann man es im Nachhinein immer noch einordnen, falls man so ein Ziel nicht erreicht."

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Das klingt nicht nach überzogenem Selbstvertrauen. Eher nach dem Versuch, die eigene Chance konsequent anzunehmen. Farken weiß, dass ein 1.500-Meter-Finale nicht planbar ist. Ein Rempler, eine schlechte Position, ein zu langsamer oder zu schneller Rennverlauf - vieles kann innerhalb weniger Augenblicke alles verändern.

"Ich glaube, dass ich das Zeug dafür habe"

Aber er weiß eben auch, dass er um die Goldmedaille mitläuft. "Ich glaube, dass ich das Zeug dafür habe, dass ich in der Verfassung dazu bin." Mehr muss Farken vor dem Rennen eigentlich nicht wissen. Er hat die Form. Er hat die Erfahrung. Und vor allem hat er einen klaren Plan.

Vielleicht wird am Ende nur Platz fünf daraus. Vielleicht eine Medaille. Vielleicht tatsächlich Gold. Farken jedenfalls will es nicht dem Zufall überlassen. Er will gewinnen.

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Quelle: Reuters

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Über dieses Thema berichtete das ZDF am 13.08.2026 in der Übertragung der Leichtathletik-EM ab 20:05 Uhr.

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