Countdowns gegen das Zeitspiel:Das sind die neuen Regeln zur Bundesliga-Saison
von Bastian Grieble
Einige bereits von der WM bekannte Regeländerungen werden auch in der neuen Bundesliga-Saison angewandt. Die Neuerungen sollen vor allem die Zeitschinderei unterbinden.
Die neuen Regeln sollen den Schiedsrichtern auch helfen, gegen Zeitspiel vorzugehen.
Quelle: imagoAm Freitag rollt der Ball in der Bundesliga wieder. Bevor die erste Partie zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart (20:30 Uhr) angepfiffen wird, wurde bei einer Tagung auf dem DFB-Campus in Frankfurt den Medienschaffenden erklärt, was sich regeltechnisch geändert hat.
Klare Grundsätze: Ansehen des Fußballs, Spielergesundheit und sportliches Verhalten
Zunächst wurden drei Grundsätze präsentiert, an die sich die deutschen Schiedsrichter nach den Eindrücken bei der WM festhalten. Das Image des Fußballs soll ebenso wie die Gesundheit der Spieler geschützt und Unsportlichkeiten konsequent geahndet werden.
Bei der Fußball-WM wurden neue Regeln eingeführt, doch nicht alle wurden in der Bundesliga übernommen. Unterschiede betreffen ein Bedecken des Mundes und VAR-Entscheidungen.
31.07.2026 | 0:55 minFünf-Sekunden-Countdown bei Abstoß und Einwurf
Bereits von der WM bekannte Bilder werden künftig auch in der Bundesliga zu sehen sein: Der Schiedsrichter reckt eine Hand in die Luft und zählt von fünf herunter. Grund dafür ist, dass Zeitspiel verhindert werden soll.
Ganz konkret wird der Schiedsrichter bei einem Einwurf oder Abstoß zunächst pfeifen, dann signalisieren, dass das Spiel fortgesetzt werden soll und schließlich den Fünf-Sekunden-Countdown starten.
Die DFB Schiri GmbH veranstaltete gemeinsam mit dem Verband Deutscher Sportjournalisten eine Medienschulung am DFB Campus in Frankfurt. Durch die Veranstaltung führte Alex Feuerherdt, Leiter Kommunikations- und Medienarbeit.
Außerdem standen Marco Fritz, Leiter Evaluation, Dr. Jochen Drees, Leiter Videoassistenten und Benjamin Schwedes, Direktor Sport und Mitglied der Bundesliga-Geschäftsführung für Fragen zur Verfügung.
Die Regeländerungen erläuterte der FIFA-Schiedsrichter Daniel Siebert, der in der Vorsaison das Champions-League-Finale zwischen dem FC Arsenal und Paris Saint-Germain leitete.
Wird ein Einwurf nicht bis zum Ende des Countdowns ausgeführt, bekommt die gegnerische Mannschaft einen Einwurf. Kommt der Ball beim Abstoß nicht rechtzeitig ins Spiel, geht es mit Eckball für das andere Team weiter.
Zehn Sekunden bei Auswechslungen
Auswechslungen sollen ebenfalls beschleunigt werden. Ab dem Moment, in dem die Auswechseltafel hochgehalten wird, muss der weichende Spieler binnen zehn Sekunden das Spielfeld verlassen. Wenn er den Platz nicht innerhalb von zehn Sekunden verlassen hat, darf der einzuwechselnde Spieler erst frühestens eine Minute später in der nächsten Spielunterbrechung auf das Spielfeld.
So mancher Schiedsrichter-Pfiff bei der WM hat Fans und manche Spieler verwundert. ZDF-Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer erklärt uns einige der wichtigsten Neuerungen bei dem Turnier.
21.06.2026 | 4:38 minDauert es länger als eine Minute, bis das Spiel unterbrochen wird, muss die Mannschaft dennoch bis zur nächsten Unterbrechung in Unterzahl agieren.
Änderungen auch bei Verletzungs-Unterbrechungen
Sobald ein verletzter Spieler auf dem Spielfeld behandelt wird, für eine Spielunterbrechung sorgt oder die Spielfortsetzung verzögert, muss er das Spielfeld für eine Minute verlassen und darf den Platz erst auf Zeichen des Schiedsrichters wieder betreten.
Neuerungen auch beim Vorteil
Neu ist, dass der Schiedsrichter nun auch den Vorteil laufen lassen kann, wenn zuvor eine Mannschaft das Spiel nicht korrekt fortgesetzt hat und der Ballbesitz dadurch wechselt. Als Beispiel hierfür nannte Daniel Siebert einen falschen Einwurf und präsentierte wie für andere Änderungen auch ein passendes Video zur Veranschaulichung.
Bei der WM gelten für Torhüter im Fünf-Meter-Raum plötzlich neue Maßstäbe. FIFA-Schiedsrichterchef Collina mache seine eigenen Regeln, kritisiert Thorsten Kinhöfer im ZDF.
05.07.2026 | 0:12 minWenn bei einer Notbremse der Vorteil gewährt wird und daraus ein Tor entsteht, bekommt der Spieler, der das Foul begangen hat, keine Karte mehr. Bislang hätte es eine Reduzierung von Rot auf Gelb oder von Gelb auf keine Karte gegeben.
Außerdem gibt es keine Karte mehr, wenn ein Spieler vergeblich versucht, ein Tor mit dem Arm oder der Hand zu verhindern.
Kleinere Änderungen beim VAR
Neuerdings darf bei einer gelb-roten Karte die zweite Verwarnung überprüft werden, wenn sie falsch ist. Zudem darf der VAR nun bei Spielerverwechslungen und bei Vergehen, die vor einem Eckball oder Freistoß stattgefunden haben, eingreifen.
VAR-Kontrollen bei Eckbällen wie bei der WM wird es nicht geben. Außerdem wurde die Rote Karte für das Verdecken des Mundes als Änderung nicht übernommen. Insgesamt soll die Eingriffsschwelle des VAR erhöht werden, sodass es zu weniger Einsätzen kommt.