Dynamo vor Aufarbeitung: "Absoluter Schlag ins Kontor"

Nach Platzsturm gegen Hertha BSC:Dynamo vor Aufarbeitung: "Absoluter Schlag ins Kontor"

|

Nach den Ausschreitungen beim Zweitliga-Topspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC stehen die Dynamo-Verantwortlichen vor einer schwierigen Aufarbeitung.

Während der Zweitligapartie zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC stürmen Dresdner Ultras den Platz und werfen Pyrotechnik in den Gästeblock der Berliner

Während der Zweitligapartie zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC stürmen Dresdner Ultras den Platz und werfen Pyrotechnik in den Gästeblock der Berliner.

Quelle: IMAGO / Jan Huebner

Die Vorkommnisse beim Zweitliga-Topspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC sind ein enormer Rückschlag im Dresdner Kampf um die Erhaltung der Fankultur und bei der Stadionsicherheit.

"Unsere Heimspiele sind bekannt für eine einzigartige Atmosphäre. Bilder, wie wir sie am heutigen Abend gesehen haben, sind nicht akzeptabel und schaden nicht nur unserem Verein, sondern dem gesamten Fußball in Deutschland massiv", sagte Dynamos Geschäftsführer Stephan Zimmermann in einer Stellungnahme des Vereins nach dem 0:1 gegen Hertha BSC.

Zimmermann: Solche Szenen "Schlag ins Kontor"

Zimmermann erklärte, dass er sich mit zahlreichen weiteren Vereinen bei den Politikern "seit Monaten für Faninteressen und ein sicheres Stadionerlebnis" einsetzt.

Da sind solche Szenen ein absoluter Schlag ins Kontor.

Stephan Zimmermann, Dynamo-Geschäftsführer

Sven Voss im aktuellen sportstudio

Die Fußball-Bundesliga mit dem Abendspiel VfB Stuttgart - Borussia Dortmund und weiteren Spielen. Studiogast ist Vincenzo Grifo, italienischer Nationalspieler des SC Freiburg.

04.04.2026 | 86:32 min

Schon während der Begegnung mit zwei Unterbrechungen redeten die Dynamo-Verantwortlichen mit den leitenden Einsatzkräften der Polizei, "um erste Erkenntnisse kommunikativ auszutauschen. Diese Wahrnehmungen und Beobachtungen sind jetzt Bestandteil der grundlegenden Aufarbeitung", hieß es in der Stellungnahme.

Sachsens Innenminister: "Meine Geduld hat ein Ende"

Der sächsische Innenminister Armin Schuster (CDU) hat die Ausschreitungen beim Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC scharf verurteilt und Konsequenzen angedroht. "Nach diesem erneuten Skandalspiel kann es für die weiteren Verhandlungen oder Gespräche kein Pardon mehr geben. Meine Geduld hat hier endgültig ein Ende", sagte Schuster der Deutschen Presse-Agentur.

"Die Ergebnisse einer präzisen Aufarbeitung dieses Spiels durch die Vereine und die Stadt in Zusammenarbeit mit der Polizei lasse ich mir persönlich vorlegen", betonte Schuster. 

"Der Charakter einer kommenden Innenministerkonferenz wird auch maßgeblich davon geprägt sein, wie drakonisch die Konsequenzen sind, die aus diesen Krawallexzesse gezogen werden. DFB, DFL und die Vereine können nur noch mit Wirkung überzeugen", so Schuster weiter.

"In höchster Form bei allen Unbeteiligten entschuldigen"

Bei dem Topspiel unter Flutlicht war zunächst aus beiden Fanlagern Pyrotechnik gezündet worden. Danach kletterten Anhänger beider Teams über die Zäune. Dresdner Anhänger rannten vermummt entlang des Spielfeldes zum Hertha-Fanblock. Dabei kam es zu einem kurzen Aufeinandertreffen beider Fangruppen, bei dem es zum Einsatz von Pyrotechnik als Wurfgeschosse kam.

Schiedsrichter Sven Jablonski musste die Zweitliga-Begegnung ein zweites Mal unterbrechen und schickte die Teams nach den Krawallen in die Kabine. Polizisten drängten dann die Dynamo-Anhänger zurück in ihren Block. Dort wurde eine Hertha-Fahne abgebrannt.

"Wir müssen und werden diesen Abend detailliert auswerten und möchten uns bereits jetzt in höchster Form bei allen Unbeteiligten entschuldigen, die in solche unnötigen Aktionen hineingezogen wurden", meinte Zimmermann.

Blick von der Seite auf eine Tribüne: Ultras vom FC St.Pauli zünden Pyrotechnik während des Spiels gegen den FC Hansa Rostock.

Tausende vereint in Jubel, Wut und Enttäuschung: Fußball im Stadion bedeutet Emotion und Spannung pur. Die meisten sammeln sich dort friedlich. Doch wo überschreitet die Leidenschaft Grenzen?

13.08.2024 | 43:43 min

Dynamo-Trainer Stamm enttäuscht

Dynamos Cheftrainer Thomas Stamm war sichtlich enttäuscht über die Vorkommnisse. Gerade, weil die Zuschauer im Stadion würdevoll und mit vollem Respekt dem verstorbenen Ehrenspielführer Hans-Jürgen Kreische gedacht haben.

Der Sport hätte heute im Vordergrund stehen sollen, war es meiner Meinung nach nicht.

Thomas Stamm, Dynamos Cheftrainer

"Und noch viel schlimmer, dass wenn Du gerade die Anfangsphase auch mit Trauerminute, mit sehr viel Respekt auch von den Hertha-Fans - keiner hat irgendeinen Mucks gegeben - siehst, dann stehen nachher leider andere Dinge im Vordergrund, die nichts zu suchen haben im Fußball."

Dynamo-Sportchef Gonther: "Stück weit geschockt"

Dynamo Sport-Geschäftsführer Sören Gonther sagte am Ostersonntag im Sport1-Doppelpass angesichts der im Dynamo-Block angebrannten Hertha-Fahne: "Die Fahne haben wir natürlich alle gesehen. Wir sind alle ein Stück weit geschockt und konsterniert ob der Ereignisse. Ich kann mich nicht an den Spekulationen beteiligen, wo die Fahne herkommt. Da gibt es jetzt mehrere Theorien. Da macht es keinen Sinn, sich jetzt in irgendeiner Richtung zu positionieren."

Gonther kündigte eine umfassende Aufarbeitung an. "Es torpediert, was wir uns rundherum erarbeiten, mit Fanvertretern, Vereinsvertretern, DFL, Polizei und so weiter. Alle arbeiten seit Monaten daran, ein sicheres Stadionerlebnis zu garantieren. Und das nimmt uns als Verein jegliche Argumentation, für Faninteressen einzustehen."

Whatsapp Logo
Quelle: Reuters

Sie wollen über Sport stets auf dem Laufenden bleiben? Dann ist unser sportstudio-WhatsApp-Channel genau das Richtige für Sie. Egal ob morgens zum Kaffee, mittags zum Lunch oder zum Feierabend - erhalten Sie die wichtigsten News direkt auf Ihr Smartphone. Melden Sie sich hier ganz einfach für unseren WhatsApp-Channel an: sportstudio-WhatsApp-Channel.


Quelle: SID
Über dieses Thema berichtet die Sendung "das aktuelle sportstudio" am 04.04.2026 ab 22:30 Uhr.
Thema

Sport-Nachrichten