Bundesliga: Albert Riera nicht mehr Trainer von Frankfurt

Fußball-Bundesliga:Eintracht Frankfurt trennt sich von Albert Riera

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Das Missverständnis dauerte 104 Tage: Albert Riera ist nicht mehr Trainer von Eintracht Frankfurt. Nach enttäuschender Saison trennten sich die Hessen erwartungsgemäß vom Spanier.

Eintracht Frankfurts Trainer Albert Riera steht nachdenklich am Spielfeldrand in der Partie gegen den HSV

Nicht mehr Trainer von Eintracht Frankfurt: Albert Riera.

Quelle: IMAGO / Jan Huebner

Eintracht Frankfurt hat die Reißleine gezogen und seinen von Beginn an umstrittenen Trainer Albert Riera nach nur 104 Tagen im Amt vor die Tür gesetzt. Der 44 Jahre alte Mallorquiner hatte seinen Job als Nachfolger von Dino Toppmöller erst am 1. Februar angetreten, sein mangelnder Rückhalt im Umfeld und der sportliche Misserfolg machten die Trennung für den Fußball-Bundesligisten alternativlos. 

Nach intensiven Gesprächen sind wir gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden.

SGE-Sportvorstand Markus Krösche

"Albert und sein Team haben uns durch ihre akribische Arbeit zudem wertvolle Impulse gegeben, wofür wir uns ausdrücklich bedanken möchten. Gleichzeitig sind wir nach einer offenen und ehrlichen Analyse der sportlichen Entwicklung zu dem Schluss gekommen, dass wir zur kommenden Saison einen anderen Weg einschlagen möchten", sagte Sportvorstand Markus Krösche, der mit der Verpflichtung von Riera vor dreieinhalb Monaten für eine Überraschung gesorgt hatte.

Ärger mit Spielern und Medien

Schon in den vergangenen Wochen hatte Krösche ein Bekenntnis stets vermieden. "Wir lassen das heute erstmal sacken und werden dann natürlich in die Analyse gehen. Dann schauen wir mal, wie wir das angehen", hatte er nach dem Saisonabschluss gegen den VfB Stuttgart (2:2) gesagt. 

Albet Riera ist zu sehen und schaut ernst.

Eintracht-Trainer Riera hat Berichte über einen angeblichen Konflikt mit Spieler Burkardt zurückgewiesen und die mediale Berichterstattung stark kritisiert. Die Stimmung im Team sei toll. 

01.05.2026 | 6:26 min

Der unkonventionell auftretende Riera eckte in seiner kurzen Zeit bei den Hessen immer wieder an. Neben sportlichen Defiziten wurden dem Exzentriker interne Unstimmigkeiten zur Last gelegt, zuletzt vor allem mit Stürmer Jonathan Burkardt. Auch mit den Medienvertreten legt sich der Ex-Profi an. Unter anderem fiel Riera bei einer bizarren Pressekonferenz mit einer Wutrede auf. Dabei bezeichnete er die Berichterstattung rund um den Klub als "totalen Bullshit". 

Riera auch bei den Fans nicht gut gelitten

Immer wieder appellierte er zwar an die Anhänger, der Verein müsse zusammenhalten. Doch im Saisonfinale hatten die Fans ausgedrückt, was sie von ihrem Trainer hielten. Erst schallten laute Pfiffe durch das Stadion, als Rieras Name bei der Mannschaftsaufstellung ertönte, dann präsentierte die Fankurve ein eindeutiges Plakat. "Nada de gracias, Alberto" (sinngemäß: "Danke für nichts, Alberto") stand darauf. 

"Ich übernehme als Trainer die Verantwortung für die sportlichen Ergebnisse", wird Riera in der Klubmitteilung zitiert. "Ich hatte das Gefühl, den Klub und die Spieler schützen zu müssen, und ich würde jederzeit wieder genauso handeln. Persönliche Interessen spielten für mich dabei keine Rolle."

Krösches Image ist angekratzt

Obwohl Krösche bei der Präsentation Rieras große Hoffnungen in den neuen Coach gesetzt hatte, gab es keinen spürbaren Aufschwung. Deshalb geriet zuletzt auch der Sportchef in die Kritik. Neben einem zu teuren und zu schwach besetzten Kader verantwortet Krösche auch den Fehler bei der Verpflichtung des neuen Trainers.

Nicolás Capaldo (HSV) und Oscar Højlund (Frankfurt) im Bundesliga-Spiel.

Die Unruhe im Umfeld von Eintracht Frankfurt scheint sich auf die Leistung der Mannschaft auszuwirken: Gegen den Hamburger SV setzte es eine 1:2-Heimniederlage.

04.05.2026 | 10:18 min

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Über das Thema berichtete das ZDF im "aktuellen sportstudio" am 16.05.2026 ab 22:30 Uhr.

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