35. Titel vorzeitig perfekt:FC Bayern Meister einer eigenen Liga
von Maik Rosner
Der FC Bayern holt den Titel so unangefochten wie selten. Das liegt auch daran, dass Trainer Kompany seine Mannschaft vor allem gegen sich selbst spielen lässt. Eine Bilanz.
Der FC Bayern München freut sich über den Gewinn seiner 35. Deutschen Meisterschaft.
Quelle: ImagoAls Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany am Samstagvormittag über den bevorstehenden Gewinn der Deutschen Meisterschaft sprach, konnte er nicht wissen, dass dieser am Nachmittag schon quasi amtlich sein würde, sogar ohne eigenes Zutun.
Bayerns üppiger Vorsprung auf die Konkurrenz
Dabei verfügten die Bayern über einen so üppigen Vorsprung von zwölf Punkten und 48 Toren, dass sie es sich auch hätten leisten können, am Sonntag gegen den VfB Stuttgart sowie zu ihren restlichen vier Ligaspielen danach nicht mehr anzutreten, sondern auf dem Sofa herumzulümmeln, ohne ernsthaft Gefahr zu laufen, eingeholt zu werden.
Der FC Bayern hat einen neuen Saison-Rekord für erzielte Treffer in der Bundesliga aufgestellt. Nach dem 5:0 beim FC St. Pauli kommen die Münchner auf 105 Tore.
13.04.2026 | 13:15 minIm Grunde hätte es somit auch Dortmunds 1:2-Niederlage bei der TSG Hoffenheim am Samstag nicht bedurft, um für den Rekordmeister schon die Graviernadel anzusetzen auf der just erweiterten Schale. Mit dem 4:2-Erfolg am Sonntagnachmittag gegen den VfB ist der Titel nun auch rechnerisch amtlich.
Souverän wie mit Heynckes und Guardiola
So unangefochten wie selten hat sich der FC Bayern am Ende durchgesetzt. Ähnlich souverän wie bei dieser 35. Meisterschaft ging es zu, als Jupp Heynckes die Münchner 2012/13 zum Triple coachte, ehe Pep Guardiola übernahm und 2013/14 den frühesten Titelgewinn der Ligageschichte am 27. Spieltag erreichte.
Damals lag am 25. März gefühlt noch Schnee auf der Schale. Nun lassen sich immerhin schon die Kirschblüten bewundern.
Mit dem 2:2 nach 0:2-Rückstand hätte Bayern in Freiburg gut leben können, doch die Münchner wollen mehr: Lennart Karl trifft in der Nachspielzeit gegen den am Ende konsternierten SC noch zum 3:2.
06.04.2026 | 13:13 minAm grundlegenden Befund ändert der Vegetationsstand aber wenig: Die Bayern sind gefühlt so weit entfernt vom Rest der Liga wie jüngst die Artemis 2 von der Erde, was auch die Statistik von zwölf Meisterschaften in den vergangenen 13 Jahren eindrucksvoll belegt.
Fokus auf Halbfinals gegen Leverkusen und PSG
Trotzdem wollte Kompany vor dem Gewinn seiner zweiten Schale in seiner zweiten Münchner Saison von großen Feierlichkeiten nichts wissen.
"Die Meisterschaft spielt für mich nur eine Rolle am Ende der Saison", behauptete er und verwies auf seine ähnlich gestimmte Belegschaft vor den Halbfinals im DFB-Pokal in Leverkusen am Mittwoch (20:45 Uhr live im ZDF) und in der Champions League gegen Titelverteidiger Paris St. Germain. Alle seien geduldig in der Hoffnung auf eine ganz große Feier am Saisonende.
Überzahl eiskalt ausgenutzt: Luiz Diaz' Tor in der 89. Minute bringt den Bayern gegen Real nach einer Achterbahnfahrt das erlösende 3:3. Michael Olise setzt dem Spiel mit dem 4:3 die Krone auf.
15.04.2026 | 2:59 minKompany hat Mannschaft gefestigt
Der Bundesligatitel wird vom FC Bayern stets als der ehrlichste bezeichnet. Die im Vergleich zu Pokal und Champions League deutlich höhere Zahl der Spiele macht die Meisterschaft vor allem zum einfachsten Titel, weil sich Formschwankungen ausgleichen lassen.
Dass es davon deutlich weniger gab als in Kompanys erster Saison, zeigt, wie er die Mannschaft gefestigt und seine Spielidee verfeinert hat, auch dank Zugängen wie Luis Díaz und Jonathan Tah.
Bayern-Trainer Vincent Kompany nach dem 4:3 gegen Real Madrid über die Comeback-Qualität seiner Mannschaft und seine Gelbe Karte, die ihm eine Sperre einbringt.
16.04.2026 | 3:56 minZu Saisonbeginn stellten die Bayern den Europarekord von 16 Pflichtspielsiegen in Serie auf. Nach 30 Spieltagen steht in der Liga nur eine Niederlage in ihrer Bilanz (1:2 gegen Augsburg). Zudem haben sie einen neuen Torrekord erreicht (aktuell 109 Tore).
Bayerns Training im Spielbetrieb
Wie Kompanys Mannschaft tickt, wird sie die restlichen Bundesligaspiele weiter nutzen, um ihre Form mindestens zu konservieren. Sie spielt in ihrer eigenen Liga ohne Konkurrenz ja ohnehin vor allem gegen sich selbst.
Kompany fördert das, indem er seine Mannschaft immer weiter angreifen lässt, um möglichst noch das vierte und fünfte Tor zu schießen. Das Training im Spielbetrieb soll nun vor allem die zweite Reihe nutzen, um den internen Wettbewerb hochzuhalten.
Schock für den FC Bayern und Serge Gnabry. Der Nationalspieler verletzt sich im Training und fällt aus. Ist die WM nun in Gefahr?
19.04.2026 | 1:22 minGnabrys Verletzung sorgt für Stimmungsdämpfer
"Genau diese Konkurrenz ist unsere Stärke", sagt Kompany. Eine Schwächung bedeutet allerdings der Ausfall von Serge Gnabry, der sich einen Ausriss der Adduktoren zugezogen hat und wohl auch die WM verpassen dürfte.
Zur bisher beachtlichen Saisonbilanz gehört immerhin, dass die Bayern lange Absenzen wie die von Jamal Musiala auffangen konnten. Nun übernimmt Musiala vermehrt für seinen Vertreter Gnabry.
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