Die Hecke als lebender Zaun:So pflanzen Sie die passende Hecke für Ihren Garten
von Elmar Mai
Hecken sind mehr als nur Sichtschutz: Sie schaffen Struktur und Lebensraum. Doch nicht jede Hecke ist für jeden Zweck geeignet. Noch ist Pflanzzeit und gute Planung ist wichtig.
Hecken schützen vor Wind, filtern Feinstaub und können noch viel mehr: Garten-Expertin Anja Koenzen erklärt, welche Hecken-Arten sich für welchen Garten eignen.
26.02.2026 | 10:02 minHecken gelten als klassisches Kulturelement, da sie seit Jahrhunderten gezielt vom Menschen für die unterschiedlichsten Zwecke angelegt und genutzt werden. Eine Hecke verleiht dem Garten Charakter, sorgt für Privatsphäre, mindert gleichzeitig Lärm und beeinflusst die Windverhältnisse positiv, was das Kleinklima im Garten verbessert. Zudem bietet sie Vögeln und Insekten wertvollen Lebensraum und hält unerwünschte Eindringlinge fern.
Während Hecken im Garten eher praktische und gestalterische Aufgaben erfüllen, wird ihnen in der freien Natur eine weitere Rolle zuteil: Als Feldhecken schützen sie wirksam vor Witterungseinflüssen und Bodenerosion. Gleichzeitig sind sie für Tiere von großer Bedeutung: Sie dienen als Orientierungshilfen, bieten Verstecke sowie Orte zum Nisten und Brüten und stellen wichtige Nahrungsquellen.
Zum Schutz, als Verzierung oder als Zaun: Hecken haben eine lange Tradition und werden vielseitig verwendet.
01.05.2025 | 1:09 minArten von Hecken
Als Grundstücksbegrenzung sind besonders immergrüne Gehölze gefragt. Lange Zeit galt der Kirschlorbeer als bevorzugte Wahl: Er bietet ganzjährig Sichtschutz und wirkt auch im Winter dicht und gepflegt. Inzwischen wird er jedoch zunehmend kritisch gesehen. Er wächst sehr stark, breitet sich unter günstigen Bedingungen unkontrolliert aus und kann heimische Pflanzen verdrängen.
Stattdessen eignen sich Portugiesischer Kirschlorbeer oder Glanzmispel, die sogar etwas Farbe in den Garten bringt. Heimische Alternativen wie Eibe, Liguster oder Ilex sind jedoch ökologisch deutlich wertvoller, da sie heimischen Tieren als Nistgehölz und Nahrungsquelle dienen.
In manchen Regionen sind inzwischen tatsächlich Buchenhecken vorgeschrieben - meist aus gestalterischen oder naturschutzfachlichen Gründen. Dazu zählen vor allem Rotbuche, Hainbuche oder Blutbuche. Allerdings sind diese Hecken pflegeintensiv, benötigen regelmäßigen Schnitt, können mit der Zeit vergreisen und wirken im Winter nicht immer attraktiv.
Dennoch tragen sie ihren Anteil zum heimischen Artenschutz bei - für Vögel und vor allem für Insekten.
Nach dem Vorbild der Schlossgärten sind Buchsbaumhecken als niedrige Einfassung von Zier- oder Nutzbeeten auch im heimischen Garten Klassiker. Sie sorgen nicht nur für ein besseres Kleinklima, sie sollen auch Schädlinge, etwa Schnecken, fernhalten.
Kreative nutzen Hecken als Gestaltungselement. Sie schaffen damit im Garten die dritte Dimension und formen Räume, um verschiedene Gartenelemente zu trennen, etwa Nutz- von Zierbeeten.
Wer es blühend mag, kann Hecken aus Rosen, Flieder oder Rhododendron pflanzen. Einfach blühende Rosen bieten Wildbienen, Hummeln und anderen Insekten gut zugänglichen Pollen und teils auch Nektar. Im Herbst dienen ihre Hagebutten zudem als Nahrung für Vögel und Kleinsäuger.
Gefüllte Rosensorten sind dagegen ökologisch weniger wertvoll, da ihre Blüten für Insekten kaum erreichbar sind.
Auch Flieder liefert Nektar und wird vor allem von Schmetterlingen und Bienen besucht. Sein ökologischer Nutzen ist jedoch geringer als der vieler heimischer Wildsträucher.
Rhododendron bietet je nach Art ebenfalls Nektar für bestimmte Insektenarten, ist insgesamt jedoch stärker an Kalkböden gebunden und ökologisch weniger vielfältig nutzbar.
Worauf sollte man beim Hecken-Kauf achten
Heutzutage werden Pflanzen üblicherweise in Plastiktöpfen, sogenannten Containern, gehandelt. Das ist die sicherste, aber auch teuerste Variante. Der Vorteil: Sie sind leicht zu transportieren und können bis zum Pflanzen problemlos gehalten werden.
Heckenpflanzen wie Thuja, Scheinzypressen oder Eiben aber werden oft als Ballenware gehandelt. Hier wird die Pflanze mit Erdballen ausgegraben und der Ballen mit Sackleinen stabilisiert. Das Sackleinen kann mitgepflanzt werden, muss aber vor dem Verfüllen des Pflanzlochs oben geöffnet werden.
Ob Büsche, Hecken oder Sträucher - sie alle sind bewohnt. In Gartenhecken nisten im Schutz der dichten Äste Vögel und die Blüten der Hecke locken Insekten an.
01.05.2025 | 1:03 minDie preiswerteste Variante ist wurzelnackte Ware. Sie gibt es von Herbst bis ins zeitige Frühjahr. Hier werden die Pflanzen ausgegraben und die Erde wird abgeschüttelt. Sie müssen sofort gepflanzt werden.
Der ideale Zeitpunkt zum Pflanzen einer Hecke
Hecken kann man das ganze Jahr über pflanzen. Allerdings sollte die heiße und trockene Jahreszeit gemieden werden.
Wurzelnackte Pflanzen müssen schnellstens gepflanzt werden, die Wurzeln dürfen nicht austrocknen. Zur Überbrückung werden sie in Erde lose eingeschlagen und feucht gehalten. Beim Pflanzen beschädigte Wurzeln wegschneiden und sehr gut angießen. Zum Pflanzen genügt ein schmaler Graben.
Jung und Alt zeigen bei der "Hedgelaying Competition" auf der Isle of Wight, wie gut sie die Tradition der manuellen Heckenlegung beherrschen. Das hat auch ökologische Vorteile.
17.03.2025 | 2:03 minPflanzabstände sind arten- oder sortenabhängig und müssen beim Händler erfragt werden. Immer ein Exemplar mehr kaufen als die Meterzahl es errechnet. Containerware kann bei feuchtem Wetter ganzjährig gepflanzt werden, außer bei Frost. Ansonsten ist der Spätwinter die beste Pflanzzeit.
Wildhecken werden deutlich weniger geschnitten und lockerer gepflanzt. Das soll dem natürlichen Wuchs entgegenkommen.
Wildblumenwiesen sind optisch ansprechend und bieten einen optimalen Lebensraum für Insekten. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.
16.04.2025 | 5:50 minTipps zum Heckenschnitt
Nach dem Pflanzen ist ein Pflanzschnitt erforderlich, bei dem die Sträucher beherzt gekürzt werden, um von unten her dicht zu wachsen. So wird der Grundstein für eine formschöne Hecke gelegt. Direkt nach dem Pflanzen gut angießen. Gedüngt wird erst bei erkennbar einsetzendem Wachstum.
Außerhalb der Brutzeit der Vögel ist ein- bis zweimal im Jahr ein Rückschnitt erforderlich, damit die Hecke dicht bleibt. Der Rückschnitt hängt von vielen Faktoren ab, also von der jeweiligen Art oder Sorte und von angestrebten Endform. Aus Artenschutzgründen ist der radikale Rückschnitt oder das Entfernen von Hecken vom 1. März bis 30. September bundesweit gesetzlich verboten. Nur schonende Form- oder Pflegeschnitte sind in dieser Zeit erlaubt, sofern keine Vögel brüten. Bußgelder bei Verstößen können je nach Bundesland variieren.
Elmar Mai ist Garten-Experte in der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
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