Umgang mit Wetterfühligkeit im Frühling:Fit ins Frühjahr: So geht's mit Elan in die neue Jahreszeit
von Vicky Hoffmann
Laut einer Schweizer Studie ist die Frühjahrsmüdigkeit eher ein kulturelles Phänomen. So lassen Sie Müdigkeit erst gar nicht aufkommen und genießen den Frühling in vollen Zügen.
Wenn die Tage länger werden, fühlen sich manche Menschen besonders erschöpft. Aber gibt es das Phänomen der Frühjahrsmüdigkeit wirklich oder ist sie ein Mythos?
12.03.2026 | 0:43 minViele Menschen klagen im Frühling über Müdigkeit, Erschöpfung oder Kopfschmerzen. Häufig wird das mit der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit erklärt. Obwohl es zahlreiche Hypothesen dazu gibt, wurde das Phänomen bislang nie wissenschaftlich untersucht.
Frühjahrsmüdigkeit laut Studie kein biologisches Phänomen
Christine Blume, Forscherin am Zentrum für Chronobiologie an der Universität Basel, startete 2024 eine Studie zum Thema. Dabei machten 418 Menschen ein Jahr lang alle sechs Wochen Angaben zu Schlaf und Müdigkeit. Mit 47 Prozent gab zwar fast die Hälfte der Befragten an, selbst von Frühjahrsmüdigkeit betroffen zu sein. Doch die Einzelbefragungen im Jahresverlauf lieferten dafür keine Bestätigung: Es gab weder Hinweise auf vermehrte Erschöpfung noch auf erhöhte Tagesschläfrigkeit oder geringere Schlafqualität in dieser Jahreszeit. "Wir fanden keinen empirischen Beleg für das Phänomen", so Psychologin und Schlafforscherin Blume.
Die in der Studie aufgetretene Abweichung zwischen der subjektiven Wahrnehmung und den Messdaten interpretierte das Expertenteam als Hinweis darauf, dass die Frühjahrsmüdigkeit eher ein kulturell geprägtes Phänomen als ein tatsächliches saisonales Syndrom ist.
Eine mögliche Erklärung sei demnach vielmehr die weit verbreitete Vorstellung von Frühjahrsmüdigkeit: Wenn Menschen erwarten, dass sie im Frühling müder sind, achten sie stärker auf entsprechende Symptome und nehmen sie dadurch intensiver wahr.
Unterschied zwischen Daten und Wahrnehmung
Biometeorologin Kathrin Graw sagt, dass sich die Beschwerden nur schwer wissenschaftlich nachweisen lassen, was die Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Messdaten erklärt. Wie stark jemand auf Wetteränderungen reagiere, hänge laut Graw von vielen individuellen Faktoren ab, etwa vom Gesundheitszustand, Stresslevel, Schlaf oder Alter. "Selbst ein und dieselbe Person kann in vergleichbaren Wettersituationen unterschiedlich reagieren." Typische Beschwerden wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen hätten oft mehrere mögliche Ursachen.
Graw weist zudem darauf hin, dass sich das Wetter ständig verändert: Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit schwanken von Tag zu Tag. Dadurch sei es schwierig, eindeutig zuzuordnen, welcher Wetterfaktor welche Beschwerden auslöst.
Über das vegetative Nervensystem passe sich der Körper laufend an Umweltveränderungen an, erklärt Biometeorologin Kathrin Graw. Dies geschehe automatisch und meist unbemerkt. Bei manchen Menschen sei diese Regulation jedoch gestört, sodass Anpassungsprozesse stärker wahrgenommen würden und Beschwerden auftreten könnten.
Der kalte Winter scheint zu Ende zu sein: Seit Tagen genießen die Menschen in Deutschland erstes Frühlingswetter mit viel Sonnenschein, etwa an der Nordsee.
06.03.2026 | 1:19 minMehr Tageslicht, ausgeprägte Temperaturschwankungen
Es gibt wesentliche Faktoren, die sich im Frühjahr im Vergleich zum Winter ändern, etwa die Dauer des Tageslichts und die Ausgeprägtheit von Temperaturschwankungen. Beides kann Einfluss auf das individuelle Wohlbefinden haben.
Die Sonne stehe ab Frühlingsbeginn "von Tag zu Tag etwa vier Minuten länger am Himmel", sagt Katja Horneffer, Leiterin des ZDF-Wetterteams. Dadurch könne es in Deutschland sehr mild werden. Laut der Wetterexpertin seien gleichzeitig auch noch Kaltlufteinbrüche möglich. Liegt Schnee, kann es in den Bergtälern in klaren, windschwachen Nächten auch noch strenge Fröste geben, also Tiefstwerte unter minus zehn Grad.
Zum astronomischen Frühlingsanfang erklärt Diplom-Meteorologin Katja Horneffer, wie das Wetter und die Temperaturen in den nächsten Wochen werden. Und was bedeutet der Pollenflug für Allergiker?
20.03.2026 | 4:49 minWirkung der Temperaturschwankungen
Der Körper müsse sich erst an die steigenden Temperaturen und das veränderte Lichtangebot anpassen, erklärt Biometeorologin Kathrin Graw.
Während im Winter der Grundumsatz des Körpers höher ist, um Wärme zu produzieren, sinkt er im Frühling.
Kathrin Graw, Biometeorologin
Diese Anpassungsprozesse könnten insbesondere bei vorbelasteten Menschen zu Müdigkeit oder Abgeschlagenheit führen. Dazu zählen etwa Vorerkrankungen, hoher Stress im Beruf oder im Privatleben sowie Schlafmangel.
Es sei wichtig, möglichst viel Tageslicht zu tanken, "vor allem in den Morgenstunden, um das natürliche Licht aufzunehmen", rät die Biometeorologin. Selbst an einem bewölkten Tag sei ein Spaziergang effektiver als jede Innenraumbeleuchtung. Graw empfiehlt, sich regelmäßig über den UV-Index zu informieren und die UV-Strahlung ab einem UV-Index von drei zu nutzen, um wieder Vitamin D über die Haut zu bilden.
Vitamin-D-Mangel kann entstehen, wenn die Haut zu selten dem Sonnenlicht, beziehungsweise der UV-Strahlung, ausgesetzt ist. Denn das braucht der Körper, um selbst Vitamin D zu produzieren. Menschen, die sich überwiegend in geschlossenen Räumen aufhalten, beispielsweise Ältere oder Kranke, können mit Vitamin D unterversorgt sein. Bei anhaltender Müdigkeit, Konzentrationsproblemen, Infektanfälligkeit sowie Muskel- oder Gliederschmerzen, kann ein ärztlicher Check des Vitamin-Status sinnvoll sein.
Doch Vorsicht: Ungeschützte Haut kann schneller einen Sonnenbrand bekommen, auch wenn es noch nicht sommerlich warm ist. Wer sich also viel draußen aufhält, sollte an Sonnenschutz denken, besonders an den ersten warmen Tagen des Jahres.
Wenn es frühmorgens noch dunkel ist und der Wecker viel zu früh klingelt, kämpfen viele mit Müdigkeit oder fehlender Motivation. So kommen Sie morgens leichter in Schwung.
27.01.2026 | 4:28 minDie Rolle von Ernährung und Bewegung
Die Temperaturschwankungen im Frühling lassen sich positiv nutzen: "Wer sich an kühlen Tagen intensiv bewegt, trainiert das Gefäßsystem und passt sich kommenden Temperaturwechseln besser an", so Kathrin Graw.
Unabhängig von der Jahreszeit spielen Ernährung und Bewegung eine wichtige Rolle. Frisches Obst und Gemüse liefern wertvolle Vitamine, die das Immunsystem stärken und der Müdigkeit entgegenwirken. Außerdem sorgt regelmäßiger Sport für eine bessere Sauerstoffaufnahme und gute Laune.
Fit und gesund mit Mini-Workouts:Bewegungssnacks: Täglich fünf Minuten für mehr Fitness
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Dieser Artikel wurde erstmals am 19. März 2025 veröffentlicht und am 21. März 2026 aktualisiert.
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