Direktsaft oder Nektar: Wie gesund sind Fruchtsäfte wirklich?

Getränke und Ernährung:Direktsaft, Muttersaft oder Nektar: So gesund ist Saft

von Thilo Hopert

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Fruchtsäfte gelten gemeinhin als gesund, enthalten aber oft viel Zucker. Doch Saft ist nicht gleich Saft - worauf man beim Einkauf achten sollte, erklären zwei Expertinnen.

Verschiedene Säfte in verschiedenen Gläsern

Nicht jeder Fruchtsaft ist gesund. Dabei wird in keinem Land mehr Saft getrunken als in Deutschland. Eine neue beliebte Variante ist der Muttersaft: Was steckt dahinter und wie gesund ist er?

23.02.2026 | 3:17 min

Direktsaft, Nektar, mit oder ohne Fruchtfleisch - am Saftregal ist die Auswahl groß. Saft gilt oft als gesündere Alternative zu Softdrinks. Doch nicht jeder darf sich Fruchtsaft nennen. Die Bezeichnung ist gesetzlich genau geregelt.

"Der Unterschied zwischen Fruchtsaft, Fruchtnektar und Fruchtsaftgetränk liegt im Fruchtgehalt: Fruchtsaft enthält immer 100 Prozent Frucht, während Nektar je nach Fruchtart nur 25 bis 50 Prozent und Fruchtsaftgetränke sogar nur sechs bis 30 Prozent Fruchtanteil aufweisen", sagt Silke Restemeyer, Ernährungswissenschaftlerin und Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

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Direktsaft oder Konzentrat - was Fruchtsaft ausmacht

Fruchtsaft bestehe ausschließlich aus Früchten, sagt Daniela Krehl, stellvertretende Leiterin des Referats Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Bayern. Weder Wasser noch Zucker dürfen zugesetzt werden. "Nach der deutschen Fruchtsaftverordnung kann Fruchtsaft entweder als Direktsaft oder als Fruchtsaft aus Konzentrat in den Handel kommen", so Krehl. Silke Restemeyer konkretisiert:

Direktsaft kostet oft mehr, da er als frischer gilt, aber aus gesundheitlicher Sicht gibt es kaum Unterschiede.

Silke Restemeyer, Ökotrophologin, Referentin Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

Der Hauptunterschied liegt im Herstellungsprozess: "Beim Konzentrat werden Aromen entzogen und später wieder hinzugefügt", erklärt Restemeyer.

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Ein Saft mit Fruchtfleisch (oder naturtrüb) enthält mehr Ballaststoffe. Diese verlangsamen laut Verbraucherzentrale Bayern die Zuckeraufnahme und fördern die Sättigung, was tendenziell günstiger für die Blutzuckerreaktion und das Sättigungsgefühl ist.

Der Unterschied ist jedoch gering, denn sowohl in klaren als auch in Säften mit Fruchtfleisch ist der Ballaststoffgehalt im Vergleich zur ganzen Frucht stark reduziert. Ganze Früchte sind in puncto Ballaststoffe und Sättigung klar überlegen.


Saft ist kein guter Durstlöscher

Im Vergleich zu Fruchtsaft dürfen laut Silke Restemeyer Fruchtnektar und Fruchtsaftgetränke Zucker oder Honig enthalten; Fruchtsaftgetränke zusätzlich auch Aromen und weitere Zusatzstoffe. Nach Angaben der DGE gelten sie daher - ähnlich wie zuckerhaltige oder koffeinhaltige Erfrischungsgetränke - nicht als empfehlenswerte Getränke, um den täglichen Flüssigkeitsbedarf zu decken.

Fruchtsäfte sollten nicht als Durstlöscher, sondern nur in Maßen - als Genussmittel - getrunken werden.

Silke Restemeyer, Ernährungswissenschaftlerin

Fruchtsäfte lieferten zwar Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, jedoch enthielten sie von Natur aus auch Zucker und damit Kalorien, so die Expertin. Um den Zuckergehalt von Säften zu verdeutlichen, zieht die Ökotrophologin einen Vergleich: Ein Glas mit 200 Millilitern Apfelsaft liefert etwa 96 Kilokalorien, ein gleich großes Glas Limonade oder Cola etwa 96 beziehungsweise 88 Kilokalorien.

Ein Glas mit Cola steht neben einem Glas mit Orangenlimonade.

Erneut wird über die Einführung einer Zuckersteuer, etwa bei zuckerhaltigen Getränken, diskutiert. Die Besteuerung von Softdrinks gibt es in anderen europäischen Ländern bereits.

26.02.2026 | 1:39 min

Zum Durstlöscher werde Saft, wenn er mit Wasser zu einer Schorle (drei Teile Wasser, ein Teil Saft) verdünnt werde.

Muttersaft - was steckt dahinter?



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Frisch gepresst oder aus dem Kühlregal: Wo der Unterschied liegt

In Supermärkten findet man häufig kleine Saftstände, an denen man sich frischen Saft etwa aus Orangen pressen kann. Worin unterscheidet sich dieser Saft vom frischen Direktsaft aus dem Kühlregal?

Es gibt deutliche Unterschiede in Preis, Haltbarkeit und Sensorik.

Daniela Krehl, stellv. Referatsleiterin Lebensmittel und Ernährung, Verbraucherzentrale Bayern

Vor Ort gepresster Saft schmecke oft intensiver und aromatischer, da er sehr nah an der Frucht sei, so Krehl. Jedoch sei der frische Saft teurer als der abgefüllte, da der Transport von ganzen Früchten aufwendiger und kostenintensiver sei als der Transport von Konzentrat oder Saft in Flaschen.

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Frisch gepresster Saft werde im Gegensatz zu abgefüllten Direktsäften nicht haltbar gemacht. Daher sollte er innerhalb von Stunden bis maximal wenigen Tagen verzehrt werden. Abgefüllte Direktsäfte werden dagegen häufig pasteurisiert, wodurch sie mehrere Wochen oder sogar Monate haltbar bleiben.

Für Smoothies gibt es laut Verbraucherzentrale Bayern keine gesetzliche Regelung, die vorschreibt, wie sie hergestellt sein müssen. Das bedeutet, dass Hersteller Produkte als Smoothie verkaufen können, auch wenn diese überwiegend aus Fruchtsaft und nur wenig püriertem Frucht- oder Gemüsefleisch bestehen. Verbraucher sollten daher besonders auf die Zutatenliste achten.

Smoothies sollten aus ganzen Früchten oder Gemüse hergestellt werden, ohne zusätzlichen Zucker oder Fruchtsaftkonzentrat. Solche Smoothies enthalten mehr Ballaststoffe als Saft.


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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 23.02.2026 ab 09:05 Uhr.

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