Betriebskosten-Check kann sich lohnen:So überprüfen Sie die Nebenkostenabrechnung auf Fehler
von Burkart Jope
Betriebs- und Nebenkostenabrechnungen sind komplex und manchmal fehlerhaft. Warum Mieter sie prüfen sollten, wie man gegen falsche Abrechnungen vorgeht und welche Fristen es gibt.
Eine Mieterin hat erfolgreich gegen überhöhte Versicherungskosten geklagt. Nach einem Urteil des Amtsgerichts Schöneberg können Vonovia-Mieter nun zu viel gezahlte Nebenkosten zurückfordern.
19.02.2026 | 0:37 minHeiz- und Wasserkosten oder Müllabfuhrgebühren - Nebenkostenabrechnungen sind oft hoch und manchmal schlichtweg falsch. Claus Nesemann vom Mieterverein in Düsseldorf erklärt, wo Fehlerquellen liegen und was Mieter dann tun können.
CO2-Abgabe und Co.: Warum ist die Abrechnung so komplex?
Einen großen Anteil an Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern sieht Nesemann in der Novellierung der Heizkostenverordnung und der Aufteilung der CO2-Kosten.
Die Abrechnungen werden immer komplexer.
Claus Nesemann, Geschäftsführer Mieterverein Düsseldorf e. V.
Seit 2023 ist die Aufteilung der Kosten für die CO2-Abgabe neu geregelt. Statt allein auf Mieter umgelegt zu werden, müssen sich nun auch Vermieter an diesen Kosten beteiligen. Dabei gilt: Je weniger klimafreundlich das Haus ist, desto mehr müssen Vermieter selbst übernehmen. Wird in klimaschonende Heizungssysteme und energetische Sanierungen investiert, sinkt der Vermieteranteil an den CO2-Kosten.
Was bedeutet die Reform des Gebäudeenergiegesetzes für Mieter und Vermieter? Und wie wirken sich die Vorhaben auf den Klimaschutz aus? Wulf Schmiese aus dem ZDF-Hauptstadtstudio Berlin ordnet ein.
25.02.2026 | 5:11 minGibt es Fristen für die Nebenkostenabrechnung?
Vermieter haben für die Zustellung der Abrechnung ein Jahr Zeit, beginnend mit dem Ende des Abrechnungszeitraums. Diese Frist gilt auch, wenn Mieter vor Ende eines Abrechnungszeitraums ausziehen. Der Zeitraum entspricht meistens dem Kalenderjahr. So muss der Vermieter die Nebenkostenabrechnung für das Kalenderjahr 2025 bis zum 31. Dezember 2026 abgeben.
Welche Nebenkosten sind zu zahlen?
Zu den Nebenkosten gehören Ausgaben, die mit der Nutzung einer Mietwohnung zusammenhängen und zum Beispiel bei der Nutzung von Gebäude, Anlage und Grundstück anfallen. Diese Kosten kann der Wohnungs- oder Hauseigentümer auf die Mieter umlegen.
Laut Claus Nesemann vom Mieterverein Düsseldorf verschwimmen im Sprachgebrauch die Begriffe Betriebs- und Nebenkosten. Umgangssprachlich könne beides benutzt werden. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) spricht ausdrücklich von Betriebskosten.
Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat entschieden: Wer seine Wohnung zeitweise untervermietet, darf damit keinen Gewinn machen.
29.01.2026 | 1:51 min- Kosten für Heizung, Warmwasser, Abwasser
- Kosten für Grundsteuer, Sach- oder Haftpflichtversicherungen
- Betriebskosten für Personen- oder Lastenaufzüge, Beleuchtung (etwa im Treppenhaus), Gartenpflege, Gebäudereinigung, Ungezieferbeseitigung oder einen gemeinschaftlichen Waschraum
- Betriebskosten für Straßenreinigung und Müllabfuhr
- Betriebs- und Wartungskosten für Antennen- und Verteileranlagen
- Hausmeisterkosten
Die Kosten müssen im Mietvertrag explizit aufgeführt sein. Darin muss außerdem eine Übernahme durch den Mieter vereinbart sein.
Sind Vermieter zur detaillierten Auflistung verpflichtet?
Mieter müssen anhand der Abrechnung klar erkennen und selbst nachrechnen können, wie die Nebenkosten zustande kommen und nach welchem Schlüssel sie verteilt werden. Dazu gehört die nachvollziehbare Benennung der einzelnen Ausgaben.
Die Bundestagsfraktion "Die Linke" hat eine App herausgegeben, mit der Mieter*innen herausfinden können, ob sie eine zu hohe Miete zahlen. Clemens Kuck aus Berlin hat sie ausprobiert.
22.07.2025 | 2:31 minWas können Mieter tun?
Mieter sollten die Nebenkostenabrechnung zeitnah überprüfen, denn es können formale oder inhaltliche Fehler vorliegen, etwa bei der Berechnung der Heizkosten. Oder es werden Kosten miteinbezogen, die in der Regel nicht umlagefähig sind. Dazu zählen etwa Reparaturkosten, Mietkosten für Rauchmelder und Feuerlöscher oder Bank- und Kontogebühren.
Laut Nesemann sollten Mieter bei Zweifeln an der Höhe der abgerechneten Kosten handeln. Denn der Mieter habe das Recht, die Belege des Vermieters einzusehen und sich die klärungsbedürftigen Rechnungsbelege zeigen zu lassen.
Der Mieter hat das Recht, von den Rechnungen Fotos zu machen.
Claus Nesemann, Geschäftsführer Mieterverein Düsseldorf e. V.
Mieter könnten auch Widerspruch einlegen. Der muss innerhalb von zwölf Monaten nach Erhalt der Abrechnung schriftlich erfolgen. Hilfe bei der Überprüfung der Betriebskostenabrechnung gibt es unter anderem beim Deutschen Mieterbund oder den Verbraucherzentralen. Bei vermeintlichen Abrechnungsfehlern sollten Mieter keinesfalls ohne vorherige Absprache mit einem Rechtsanwalt Vorauszahlungen einbehalten, so Nesemann.
Immer mehr Vermieter bieten Wohnungen zu überhöhten Preisen an, indem sie den Wohnraum möbliert und "zum vorübergehenden Gebrauch“ vermieten. Damit ist es möglich, die Mietpreisbremse zu umgehen.
01.07.2025 | 7:37 minWas passiert, wenn der Mieter Nachforderungen nicht bezahlt?
Versäumen Mieter, Nachforderungen aus der Nebenkostenabrechnung zu bezahlen, kann eine Kündigung des Mietverhältnisses durch den Vermieter drohen. Nebenkosten gelten als Teil der Miete und die Nichtzahlung ist somit eine Pflichtverletzung. Dies kann im Einzelfall die fristlose Kündigung rechtfertigen.
Überschreitet der Vermieter die Frist für die Zustellung der Nebenkostenabrechnung, kann er die Betriebskosten zwar noch abrechnen. Hat er jedoch die verspätete Abrechnung selbst verschuldet, ist der Mieter nicht zur Nachzahlung verpflichtet.
Kann der Anspruch des Mieters auf Rückzahlung verfallen?
Haben Mieter im Abrechnungszeitraum zu viel bezahlt, bleibt ihr Anspruch bestehen. Falls der Vermieter auch nach Ablauf der Frist keine Nebenkostenabrechnung vorlegt, können Mieter diese notfalls gerichtlich einfordern.
Burkart Jope ist Redakteur der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
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