Warum es sich lohnen kann, die Nebenkostenabrechnung zu prüfen

FAQ

Betriebskosten-Check kann sich lohnen:So überprüfen Sie die Nebenkostenabrechnung auf Fehler

von Burkart Jope

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Betriebs- und Nebenkostenabrechnungen sind komplex und manchmal fehlerhaft. Warum Mieter sie prüfen sollten, wie man gegen falsche Abrechnungen vorgeht und welche Fristen es gibt.

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CO2-Abgabe und Co.: Warum ist die Abrechnung so komplex?

Einen großen Anteil an Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern sieht Nesemann in der Novellierung der Heizkostenverordnung und der Aufteilung der CO2-Kosten.

Die Abrechnungen werden immer komplexer.

Claus Nesemann, Geschäftsführer Mieterverein Düsseldorf e. V.

Seit 2023 ist die Aufteilung der Kosten für die CO2-Abgabe neu geregelt. Statt allein auf Mieter umgelegt zu werden, müssen sich nun auch Vermieter an diesen Kosten beteiligen. Dabei gilt: Je weniger klimafreundlich das Haus ist, desto mehr müssen Vermieter selbst übernehmen. Wird in klimaschonende Heizungssysteme und energetische Sanierungen investiert, sinkt der Vermieteranteil an den CO2-Kosten.

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Gibt es Fristen für die Nebenkostenabrechnung?

Vermieter haben für die Zustellung der Abrechnung ein Jahr Zeit, beginnend mit dem Ende des Abrechnungszeitraums. Diese Frist gilt auch, wenn Mieter vor Ende eines Abrechnungszeitraums ausziehen. Der Zeitraum entspricht meistens dem Kalenderjahr. So muss der Vermieter die Nebenkostenabrechnung für das Kalenderjahr 2025 bis zum 31. Dezember 2026 abgeben.

Welche Nebenkosten sind zu zahlen?

Zu den Nebenkosten gehören Ausgaben, die mit der Nutzung einer Mietwohnung zusammenhängen und zum Beispiel bei der Nutzung von Gebäude, Anlage und Grundstück anfallen. Diese Kosten kann der Wohnungs- oder Hauseigentümer auf die Mieter umlegen.

Laut Claus Nesemann vom Mieterverein Düsseldorf verschwimmen im Sprachgebrauch die Begriffe Betriebs- und Nebenkosten. Umgangssprachlich könne beides benutzt werden. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) spricht ausdrücklich von Betriebskosten.

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Die Kosten müssen im Mietvertrag explizit aufgeführt sein. Darin muss außerdem eine Übernahme durch den Mieter vereinbart sein.

Sind Vermieter zur detaillierten Auflistung verpflichtet?

Mieter müssen anhand der Abrechnung klar erkennen und selbst nachrechnen können, wie die Nebenkosten zustande kommen und nach welchem Schlüssel sie verteilt werden. Dazu gehört die nachvollziehbare Benennung der einzelnen Ausgaben.

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Was können Mieter tun?

Mieter sollten die Nebenkostenabrechnung zeitnah überprüfen, denn es können formale oder inhaltliche Fehler vorliegen, etwa bei der Berechnung der Heizkosten. Oder es werden Kosten miteinbezogen, die in der Regel nicht umlagefähig sind. Dazu zählen etwa Reparaturkosten, Mietkosten für Rauchmelder und Feuerlöscher oder Bank- und Kontogebühren.

Laut Nesemann sollten Mieter bei Zweifeln an der Höhe der abgerechneten Kosten handeln. Denn der Mieter habe das Recht, die Belege des Vermieters einzusehen und sich die klärungsbedürftigen Rechnungsbelege zeigen zu lassen.

Der Mieter hat das Recht, von den Rechnungen Fotos zu machen.

Claus Nesemann, Geschäftsführer Mieterverein Düsseldorf e. V.

Mieter könnten auch Widerspruch einlegen. Der muss innerhalb von zwölf Monaten nach Erhalt der Abrechnung schriftlich erfolgen. Hilfe bei der Überprüfung der Betriebskostenabrechnung gibt es unter anderem beim Deutschen Mieterbund oder den Verbraucherzentralen. Bei vermeintlichen Abrechnungsfehlern sollten Mieter keinesfalls ohne vorherige Absprache mit einem Rechtsanwalt Vorauszahlungen einbehalten, so Nesemann.

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Was passiert, wenn der Mieter Nachforderungen nicht bezahlt?

Versäumen Mieter, Nachforderungen aus der Nebenkostenabrechnung zu bezahlen, kann eine Kündigung des Mietverhältnisses durch den Vermieter drohen. Nebenkosten gelten als Teil der Miete und die Nichtzahlung ist somit eine Pflichtverletzung. Dies kann im Einzelfall die fristlose Kündigung rechtfertigen.

Überschreitet der Vermieter die Frist für die Zustellung der Nebenkostenabrechnung, kann er die Betriebskosten zwar noch abrechnen. Hat er jedoch die verspätete Abrechnung selbst verschuldet, ist der Mieter nicht zur Nachzahlung verpflichtet.


Kann der Anspruch des Mieters auf Rückzahlung verfallen?

Haben Mieter im Abrechnungszeitraum zu viel bezahlt, bleibt ihr Anspruch bestehen. Falls der Vermieter auch nach Ablauf der Frist keine Nebenkostenabrechnung vorlegt, können Mieter diese notfalls gerichtlich einfordern.

Burkart Jope ist Redakteur der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

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Quelle: dpa

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 19.02.2026 ab 09:05 Uhr.

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