Heizen geht wieder fossil:Was das neue Heizungsgesetz für Verbraucher bedeutet
von Sina Mainitz
Das "Heizungsgesetz" ist Geschichte - die Regierung wird es durch das Gebäudemodernisierungsgesetz ersetzen. Was Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt wissen müssen.
Die Bundesregierung will das von der Vorgängerregierung beschlossene Heizungsgesetz reformieren. Zentrale Vorgaben sollen deutlich gelockert werden.
25.02.2026 | 1:08 minCDU, CSU und SPD haben sich auf eine Reform des "Heizungsgesetzes" geeinigt. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz soll das umstrittene Gebäudeenergiegesetz der Ampel-Koalition ersetzen.
Was müssen Verbraucherinnen und Verbraucher nun wissen? Alle Änderungen im Überblick:
Zurück zu Öl und Gas?
Die Vielfalt der Möglichkeiten zum Heizen wird wieder größer. Im Eckpunktepapier zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) heißt es:
Künftig können neben der Wärmepumpe, Fernwärme, hybriden Heizungsmodellen und Biomasseheizungen weiterhin auch Gas- und Ölheizungen eingebaut werden.
Es gelten auch keine Betriebsverbote mehr. Das Gesetz verbot bisher Heizkessel, die vor 1991 eingebaut wurden oder älter als 30 Jahre sind.
Die Bundesregierung schlägt eine Reform des Heizungsgesetzes vor und setzt auf mehr Entscheidungsfreiheit. Teile der Opposition und Verbraucherschützer sind skeptisch.
25.02.2026 | 1:37 minDarf man wieder mit herkömmlichen Brennstoffen heizen?
Bislang sah das Gesetz vor, dass jede neu eingebaute Heizung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden muss. Das entfällt nun. Aber Achtung: Neu eingebaute Öl- und Gasheizungen müssen künftig umweltfreundlicher betrieben werden. Dafür soll die "Biotreppe" eingehalten werden.
Was bedeutet "Biotreppe"?
Künftig müssen neu eingebaute Gas- und Ölheizungen mit einem wachsenden Anteil CO2-neutraler Kraftstoffe betrieben werden. Bis zum Jahr 2029 soll dieser Anteil bei zehn Prozent liegen. Dies wird als "Biotreppe" bezeichnet. Wie die "Stufen" dieser Treppe genau aussehen sollen, ist allerdings noch offen. Bis 2040 will die Regierung den weiteren Anstieg in drei Schritten festlegen.
Die schwarz-rote Koalition reformiert das "Heizungsgesetz", Öl und Gas bleiben erlaubt. Die Umwelthilfe warnt vor höheren Kosten. Das neue Gesetz soll noch vor Juli in Kraft treten.
25.02.2026 | 2:51 minLohnt sich nach wie vor der Einbau einer Wärmepumpe?
Weiterhin gilt: Wer seine alte Heizung durch eine Wärmepumpe ersetzt, bekommt staatliche Unterstützung seitens der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Bis mindestens 2029 sollen klimafreundliche Anlagen gefördert werden.
Bei den derzeit hohen Preisen für Biogas dürfte sich die Anschaffung einer Wärmepumpe nach wie vor rechnen. Denn ein Gasanschluss könnte künftig teurer werden, weil viele Kommunen und Städte bereits planen, ihre Gasleitungen künftig stillzulegen. Das bedeutet, wenn weniger Menschen einen Gasanschluss haben, verteilt sich das Gasnetzentgelt auch auf weniger Köpfe.
Union und SPD schaffen das bisherige "Heizungsgesetz" ab. „Wir versuchen bei diesem sensiblen Thema Verlässlichkeit zu schaffen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch.
25.02.2026 | 4:06 minWas bedeutet das neue Heizungsgesetz für Mieter?
Mieter haben keinen Einfluss darauf, welches Heizsystem der Vermieter einbaut. In dem Eckpunktepapier heißt es allerdings, Mieter sollen vor überteuerten Nebenkosten durch unwirtschaftliche Heizungen geschützt werden. Näheres gibt es dazu aber noch nicht.
Was bedeutet die Reform für Vermieter und Eigentümer?
Zunächst einmal gibt der Gesetzesvorschlag Vermietern wieder mehr Freiheit bei der Entscheidung, welche Art von Heizung sie wählen. Auch müssen sie zunächst keine teuren Umbaumaßnahmen angehen.
Wenn eine Heizung kaputt geht, kann zum Beispiel eine neue Gasheizung eingebaut werden. Es ist lediglich darauf zu achten, dass sie ab 2029 mit zehn Prozent Biogas betrieben wird. Sich an der kommunalen Wärmeplanung seiner jeweiligen Stadt zu orientieren, ist hinfällig geworden.
Die Bundesregierung zieht mit ihrem Reformvorschlag des Heizungsgesetzes auch die Kritik von Verbraucherschützern auf sich. Frank Bethmann ordnet den Vorschlag ein.
25.02.2026 | 1:08 minWas soll sich für die kommunale Wärmeplanung verändern?
In Kommunen bis 15.000 Einwohnern soll die kommunale Wärmeplanung deutlich vereinfacht werden. Der bürokratische Aufwand soll um bis zu 80 Prozent gesenkt werden.
Wann soll das neue Heizungsgesetz kommen?
Bis Anfang April soll das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf verabschieden. Danach muss der Bundestag zustimmen. Spätestens am 1. Juli soll das neue Gesetz dann in Kraft treten.
Sina Mainitz ist Redakteurin im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.
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