Wie viel Habeck steckt im neuen "Heizungsgesetz"?

Schwarz-Rot legt Eckpunkte vor:Wie viel Habeck steckt (noch) im neuen "Heizungsgesetz"?

Britta Buchholz

von Britta Buchholz

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Erfunden hat Robert Habeck das Gebäudeenergiegesetz nicht, aber es ist mit seinem Namen verbunden wie mit keinem anderen. Das liegt an Populismus, Wahlkampf - und an ihm selbst.

Jens Spahn (CDU/CSU) spricht waehrend eines Statement vor den Fraktionssitzungen am 24.02.2026 in Berlin.

Die schwarz-rote Koalition reformiert das "Heizungsgesetz", Öl und Gas bleiben erlaubt. Die Umwelthilfe warnt vor höheren Kosten. Das neue Gesetz soll noch vor Juli in Kraft treten.

25.02.2026 | 2:51 min

Das Wort "Heizungsgesetz" ist noch gar nicht so alt, wie man meinen mag. Der Begriff wurde erst im September 2023 populär, nachdem das Gebäude-Modernisierungs-Gesetz diskutiert und beschlossen wurde.

Von da an schaffte es die neue Wortkreation ständig in die Medien - plötzlich war es "Habecks Heizungsgesetz", das "Heizhammer-Debakel" oder der "Heizungshammer".

Der eigentliche Erfinder war 2020 die Große Koalition unter CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel, die aus einem Wust an Gesetzen und Vorschriften das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zusammenfasste.

Die Bundesregierung will das Heizungsgesetz reformieren.

Die Bundesregierung will das von der Vorgängerregierung beschlossene Heizungsgesetz reformieren. Zentrale Vorgaben sollen deutlich gelockert werden.

25.02.2026 | 1:08 min

Das war die Idee

Zuvor gab es allerlei "Einspargesetze", die zum Teil auf EU-Richtlinien beruhten. Das GEG umfasst insgesamt 115 Paragraphen. Deshalb ist der Begriff "Heizungsgesetz" auch falsch.

Nach der ursprünglichen Idee von CDU, CSU und SPD sollten vor allem öffentliche Gebäude weniger Energie verbrauchen und umweltfreundlicher werden. Allerdings: ohne strenge Pflichten. ​Das Ende der Ölheizung war zwar schon angedacht, aber eben nicht vorgeschrieben.

Die Bundesregierung erntet für ihren Reformvorschlag des Heizungsgesetzes auch Kritik.

Die Bundesregierung zieht mit ihrem Reformvorschlag des Heizungsgesetzes auch die Kritik von Verbraucherschützern auf sich. Frank Bethmann ordnet den Vorschlag ein.

25.02.2026 | 1:08 min

Der Neue wollte Veränderung

Dann kam Robert Habeck. Der neue Bundeswirtschaftsminister von den Grünen hatte ambitionierte Pläne. Einer davon erhitzte die Gemüter: gemeinsam mit Klara Geywitz - damals Bundesbauministerin der SPD - wollte er eine Novelle des GEG.

Anfang 2023 sickerte durch, was sich das Duo Geywitz und Habeck überlegt hatte. Dreh- und Angelpunkt war die berühmte 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen.

Außerdem ein Verbot des Einbaus neuer Gas- und Ölheizungen - nach einer Übergangsfrist. Diese Idee entzündete die Boulevardpresse - und dann viele in der Republik.

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Sargnagel der Ampel

Der Vorschlag sorgte auch beim damaligen Koalitionspartner FDP für Entsetzen, die an marktwirtschaftlichen Grundsätzen festhalten wollten. Ein lähmender "Heizungsstreit" entzweite die Ampelkoalition. Die unterschiedlichen Sichtweisen der Parteien zeigten sich gerade beim Thema "Heizungsgesetz" wie unter einem Brennglas.

Die Liberalen sehen sich als Garant für Freiheit - eine Veränderung auf der Grundlage von Verboten zu gründen, das war für viele Liberale schwer denkbar. Hinter den Kulissen emotionalisierte die Partner der "Heizungsstreit".

Der heutige Parteivorsitzende der FDP, Christian Dürr, war damals Fraktionschef. "Die FDP konnte Robert Habeck ausbremsen", sagt er heute. Es begann die lange Suche nach einem Kompromiss, der sich am Ende schal anfühlte, wohl für alle Beteiligten.

Die Bundesregierung erntet für ihren Reformvorschlag des Heizungsgesetzes auch Kritik.

Die Bundesregierung zieht mit ihrem Reformvorschlag des Heizungsgesetzes auch die Kritik von Verbraucherschützern auf sich. Frank Bethmann ordnet den Vorschlag ein.

25.02.2026 | 1:08 min

Wenig Habeck im Heizungsgesetz

Im Wahlkampf 2024 wurde "Habecks Heizungsgesetz" gerade für CDU, CSU und AfD zum Wahlkampf-Dauerbrenner. CDU-Politiker Jens Spahn versprach gebetsmühlenartig, die Union würde das Gesetz abschaffen. Gleichzeitig wurde das sogenannte "Heizungsgesetz" direkt mit der Person Habeck verknüpft und so personalisiert.

Damit wurde medial der Bevölkerung suggeriert, dass man dieses Gesetz einfach genauso schnell wieder komplett abschaffen kann. Doch ein Heizungsgesetz in dem Sinne gibt es nicht, sondern ein GEG mit einem Bündel an Gesetzen.

Die Bundesregierung will das umstrittene Heizungsgesetz reformieren.

Die Bundesregierung schlägt eine Reform des Heizungsgesetzes vor und setzt auf mehr Entscheidungsfreiheit. Teile der Opposition und Verbraucherschützer sind skeptisch.

25.02.2026 | 1:37 min

Kritik von Grünen und FDP

Nun soll das wieder verändert werden. Der Grünen-Chef Felix Banaszak unterstellt der Union ein "obsessives Verhältnis" zum Heizungsgesetz und wirft ihnen persönliche Motive vor. Die angedachte Reform wird wieder zu vielen Diskussionen führen. Die einen freut es, die anderen betrübt es.

Und die Liberalen, bei denen einige das "Heizungsgesetz" als einen Sargnagel der Ampel ansehen? Der Parteivorsitzende Christian Dürr sieht es so:

Die Menschen entscheiden sich schon aus eigenem Interesse für die jeweils passende Heizung. Daher braucht es gar kein Heizungsgesetz.

Christian Dürr, FDP

Das Verbot ist Geschichte

Beim "Heizungsgesetz" sei es wie beim Bürgergeld: "Die Union ändert Überschriften bei Gesetzen, aber im Kern ändert sich allenfalls nur Kosmetik. Die Öko-Quoten werden Mieter genauso wie Eigentümer in Bestandsimmobilien zusätzlich belasten. Die Union führt die Menschen dreist hinters Licht", sagt Dürr ZDFheute.

Was überhaupt genau kommen soll, ist noch unklar. Klar scheint: Die neue Reform wird die starre 65-Prozent-Vorgabe beim Heizungseinbau aufheben. Kurz gesagt: das Verbot ist Geschichte und damit wohl auch der Grundgedanke des damaligen Wirtschaftsministers Robert Habeck.

Über dieses Thema berichten die heute-Sendungen am 25. Februar 2026 ab 17 Uhr.

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