Öl- und Gasheizungen wieder möglich:Schwarz-Rot kippt Habecks Heizungsgesetz
Die schwarz-rote Koalition reformiert das Heizungsgesetz, Öl und Gas bleiben erlaubt. Die Umwelthilfe warnt vor höheren Kosten. Das neue Gesetz soll noch vor Juli in Kraft treten.
Die schwarz-rote Koalition hat sich auf zentrale Eckpunkte zur Reform des "Heizungsgesetzes" verständigt. Das teilen die Fraktionschefs bei einer Pressekonferenz in Berlin mit.
24.02.2026 | 2:51 minDie schwarz-rote Koalition hat sich auf Eckpunkte für eine Reform des Heizungsgesetzes geeinigt. Öl- und Gasheizungen sollen nach dem Willen der Koalition weiter in Wohnhäusern eingebaut werden. Auch Betriebsverbote für bestimmte Heizungsarten will die Koalition streichen.
Schwarz-Rot schafft Heizungsgesetz der Ampel ab
Die Regierung plant ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz, das Hausbesitzern wieder mehr Eigenverantwortung geben soll. "Die Bürger haben wieder die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie sie heizen", sagte Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) bei einem Pressestatement am Dienstagabend. Das Versprechen:
Wir sorgen beim Klimaschutz wieder für Akzeptanz und Bezahlbarkeit.
Jens Spahn (CDU), Unionsfraktionschef
Demnach soll die von der Ampel eingeführte Pflicht, neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, entfallen. Neben Wärmepumpen bleiben auch Gas- und Ölheizungen erlaubt.
Die Koalitionspartner haben sich zum Gebäudeenergiegesetz geeinigt. Matthias Miersch (SPD), Jens Spahn (CDU) und Alexander Hoffmann (CSU) geben ein gemeinsames Statement ab.
24.02.2026 | 16:03 minKein Heizungstausch nötig
Neue Gas- und Ölbrenner dürfen nach dem künftigen Gesetz wieder eingebaut werden, wenn sie zu mindestens zehn Prozent mit klimafreundlichen Brennstoffen, zum Beispiel Biogas, betrieben werden können. Diese Bedingung gilt ab 2029.
Über eine sogenannte "Bio-Treppe" soll der Anteil in drei Schritten bis 2040 erhöht werden. Funktionierende Heizungen müssen nicht vorzeitig ausgetauscht werden.
Die geplante Reform des "Heizungsgesetzes" lässt Verbrauchern die Wahl über die Art der Heizung. Durch die CO2-Bepreisung werden Gas- und Ölheizungen jedoch teurer, erklärt ZDF-Wirtschaftsexperte Frank Bethmann.
24.02.2026 | 1:36 minAb 2028 Grüngasquote für Lieferanten
Neben Hausbesitzern nimmt die Koalition auch Energieversorger in die Pflicht. Ab 2028 müssen Lieferanten eine sogenannte Grüngasquote erfüllen. Diese startet bei einem Prozent und steigt schrittweise an, um die CO2-Emissionen langfristig zu senken.
Erdgas kann in Heizungen unter Umständen durch Biogase oder Wasserstoff ersetzt werden. Erlaubt sind verschiedene Wasserstoffarten: Neben grünem Wasserstoff wird auch blauer (aus Erdgas mit CO2-Abscheidung), "türkisfarbener" (aus der Methanpyrolyse) und "orangefarbener" Wasserstoff (aus Biomasse oder Abfall) zugelassen.
In Baden-Württemberg geht eine Produktionsanlage für grünen Wasserstoff an den Start. Doch wie zukunftsfähig ist das Projekt? Die Politik muss noch die richtigen Weichen stellen.
15.10.2025 | 2:50 minUmweltverbände warnen vor hohen Kosten für Verbraucher
Mehrere Umweltverbände warnten vor einer solchen Grüngasquote. Paula Brandmeyer aus dem Bereich Energie und Klimaschutz der Deutschen Umwelthilfe (DUH) erklärte:
Grüne Gase und Kraftstoffe sind zu knapp und wertvoll, um sie in großem Umfang im Wärmesektor einzusetzen.
Paula Brandmeyer, stellvertretende Bereichsleiterin Energie und Klimaschutz der Deutschen Umwelthilfe
Die Kosten seien erheblich und der Einsatz in der Industrie oder in der Stromversorgung deutlich effizienter. DUH-Chefin Barbara Metz kritisiert zudem, Millionen Mieterinnen und Mieter würden durch steigende Gaspreise und Netzentgelte "an eine teure und auslaufende Gasinfrastruktur gefesselt, obwohl sie über ihre Heizung nicht einmal selbst entscheiden können".
Die Heizungsindustrie warnt wegen sinkender Absatzzahlen vor Stellenabbau und fordert von der Regierung mehr Planungssicherheit. Die Wärmepumpe war 2025 der Bestseller der Branche.
31.01.2026 | 0:22 minGrüne kritisiert fehlende Planungssicherheit
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge bezeichnete die Reform als "absolutes Desaster". Funktionierende und sozial gerechte Regeln für den Klimaschutz würden mit diesem Gesetz "ersatzlos gestrichen", sagte sie im Interview mit ZDFheute.
Stattdessen soll es eine Luxusgasquote geben, die zu Heizkostensteigerungen für die Menschen führt und nicht zu Planungssicherheit und Gerechtigkeit.
Katharina Dröge, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Grüne
Union und SPD hatten während der Koalitionsverhandlungen unterschiedliche Vorstellungen, wie Klimaneutralität erreicht werden kann. Ein Überblick über Pläne u.a. zu CO2-Ausgleich, Wasserstoff, Heizungsgesetz und Kernenergie.
04.04.2025 | 2:37 minZuspruch aus der AfD
Aus Sicht von Marc Bernhard, baupolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, ist das Heizungsgesetz der Ampel "offensichtlich an der Realität gescheitert". "Die CDU hat jetzt wohl aus Panik vor den anstehenden Landtagswahlen beim Heizungshammer scheinbar zur Vernunft zurückgefunden", so Bernhard gegenüber ZDFheute.
Das bedeutet für die Bürger, dass sie auch in Zukunft ihre Heizkosten bezahlen können und dass sie die freie Wahl ihrer Heizung haben.
Marc Bernhard, baupolitischer Sprecher AfD-Fraktion
Es sei jedoch abzuwarten, was in dem angekündigten Gesetz tatsächlich stehen werde. "Da darf jetzt keine Mogelpackung herauskommen", sagte Bernhard.
Bis Ostern will die Bundesregierung einen Gesetzentwurf im Kabinett beschließen, danach wird sich der Bundestag damit befassen. Das neue Gesetz soll noch vor dem 1. Juli 2026 in Kraft treten.
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