Schwarz-Rot einigt sich beim "Heizungsgesetz"

Öl- und Gasheizungen wieder möglich:Schwarz-Rot kippt Habecks Heizungsgesetz

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Die schwarz-rote Koalition reformiert das Heizungsgesetz. Öl und Gas bleiben erlaubt, Entlastungen für Kommunen sind geplant. Das neue Gesetz soll vor Juli in Kraft treten.

Jens Spahn (CDU/CSU) spricht waehrend eines Statement vor den Fraktionssitzungen am 24.02.2026 in Berlin.

Die schwarz-rote Koalition hat sich auf Eckpunkte für eine Reform des Heizungsgesetzes geeinigt. Einzelheiten von Hauptstadtkorrespondent Wulf Schmiese.

24.02.2026 | 2:04 min

Die schwarz-rote Koalition hat sich auf Eckpunkte für eine Reform des Heizungsgesetzes geeinigt. Öl- und Gasheizungen sollen nach dem Willen der schwarz-roten Koalition weiter in Wohnhäusern eingebaut werden. Auch Betriebsverbote für bestimmte Heizungsarten will die Koalition streichen. Das gab die Regierung am Dienstagabend bekannt.

Schwarz-Rot schafft Heizungsgesetz der Ampel ab

Die Regierung plant ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz, das Hausbesitzern wieder mehr Eigenverantwortung geben soll. So geht es aus einem von der schwarz-roten Koalition veröffentlichten Papier hervor.

Demnach soll die von der Ampel eingeführte Pflicht, neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, entfallen. Neben Wärmepumpen bleiben auch Gas- und Ölheizungen erlaubt.

Jens Spahn (CDU/CSU) spricht waehrend eines Statement vor den Fraktionssitzungen am 24.02.2026 in Berlin.

Die Koalitionspartner haben sich zum Gebäudeenergiegesetz geeinigt. Matthias Miersch (SPD), Jens Spahn (CDU) und Alexander Hoffmann (CSU) geben ein gemeinsames Statement ab.

24.02.2026 | 17:35 min

Ab 2029 anteilig klimafreundliche Brennstoffe vorgesehen

Wer sich allerdings für fossile Anlagen entscheidet, verpflichtet sich nach den Plänen von Schwarz-Rot nach dazu, ab 2029 über eine sogenannte "Bio-Treppe" schrittweise mehr klimafreundliche Brennstoffe wie beispielsweise Biomethan zu nutzen.

Der Anteil soll zunächst bei zehn Prozent liegen. Der weitere Anstieg werde bis 2040 in drei Schritten gesetzlich festgelegt. Funktionierende Heizungen müssen nicht vorzeitig ausgetauscht werden.

Photovoltaikanlage auf Dach in Duisburg

Auf der Deutschen Wärmekonferenz in Berlin diskutierten Experten im Oktober 2025 darüber, wie die ehrgeizigen Klimaziele erreicht werden können. In Duisburg arbeitet man bereits an Lösungen.

14.10.2025 | 1:45 min

Schutz für Mieter und Verbraucher

Auch für Mieter sind Schutzregeln gegen überhöhte Kosten durch unwirtschaftliche Anlagen geplant. Zudem soll eine neue Transparenzplattform für faire Preise bei der Fernwärme sorgen. Die Koalition plant zudem, die Preisaufsicht zu stärken und eine Schlichtungsstelle einzurichten.

Eine Person benutzt einen alten Heizkörper.

Die Bundesregierung plant, ihre Eckpunkte für eine Reform des Heizungsgesetzes in dieser Woche vorzulegen. Das hatte SPD-Fraktionschef Matthias Miersch angekündigt.

23.02.2026 | 0:32 min

Vereinfachte Wärmeplanung für kleine Kommunen

Viele vor allem größere Kommunen hätten bereits mit der Wärmeplanung begonnen oder diese sogar schon abgeschlossen, schreibt Schwarz-Rot. Für viele kleinere Kommunen seien die Anforderungen jedoch herausfordernd und aufwändig. Daher wolle man die reguläre Wärmeplanung für kleine Gemeinden unter 15.000 Einwohnern stark vereinfachen, indem Vorgaben zur Bürgerbeteiligung gelockert werden.

Kommunen mit mehr als 15.000 Einwohnern will die Koalition dagegen bei der Datenverarbeitung entlasten.

Ölheizung im Keller, Archivbild

Die Heizungsindustrie warnt wegen sinkender Absatzzahlen vor Stellenabbau und fordert von der Regierung mehr Planungssicherheit. Die Wärmepumpe war 2025 der Bestseller der Branche.

31.01.2026 | 0:22 min

Grüngasquote: verschiedene Wasserstoffarten erlaubt

Neben Hausbesitzern nimmt die Koalition auch Energieversorger in die Pflicht. Ab 2028 müssen Lieferanten eine Grüngas- bzw. Grünheizölquote erfüllen. Diese startet bei einem Prozent und steigt zur CO2-Senkung schrittweise an. Erlaubt sind verschiedene Wasserstoffarten: Neben grünem Wasserstoff wird auch blauer (aus Erdgas mit CO2-Abscheidung), "türkisfarbener" (aus der Methanpyrolyse) und "orangefarbener" Wasserstoff (aus Biomasse oder Abfall) zugelassen.

Niedersachsen, Krummhörn: Ein Rohr mit der Aufschrift «Wasserstoff» führt aus einer unterirdischen Speicheranlage des Energiekonzerns Uniper nach oben. Das Energieunternehmen Sefe will ab 2030 grünen Wasserstoff aus Saudi-Arabien importieren und hat dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet. (zu dpa: «Grüner Wasserstoff soll 2030 auch aus Saudi-Arabien kommen»)

In Baden-Württemberg geht eine Produktionsanlage für grünen Wasserstoff an den Start. Doch wie zukunftsfähig ist das Projekt? Die Politik muss noch die richtigen Weichen stellen.

15.10.2025 | 2:50 min

Umweltverbände warnen: grüne Gase nicht ausreichend verfügbar

Mehrere Umweltverbände warnten bereits im Vorfeld, eine sogenannte Grüngasquote einzuführen. Erdgas kann in Heizungen unter Umständen durch Biogase oder Wasserstoff ersetzt werden. Doch solche "grünen Gase" seien nicht in ausreichendem Maß zu bezahlbaren Preisen vorhanden und würden zudem in anderen Sektoren benötigt, erklärten die Verbände. Statt auf den grünen Anstrich fossiler Infrastrukturen solle die Bundesregierung bei der Wärmewende auf Effizienz, Elektrifizierung und erneuerbare Wärme setzen.

Bis Ostern will die Bundesregierung einen Gesetzentwurf im Kabinett beschließen, danach wird sich der Bundestag damit befassen. Das neue Gesetz soll noch vor dem 1. Juli 2026 in Kraft treten.

Quelle: ZDF, dpa
Über dieses Thema berichtete die heute-Sendung am 24.02.2026 ab 19:00 Uhr.

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