Pflanzliche Ernährung:Vegane Käsealternativen: Was steckt drin?
von Annika Schiemann
Vegane Käsealternativen werden vielfältiger und kommen dem Original geschmacklich immer näher. Doch der Blick auf Zutaten, Nährstoffe und Salzgehalt zeigt die Unterschiede.
Pflanzliche Käsealternativen gehören mittlerweile zum Standardangebot vieler Supermärkte. Doch wie gut sind Geschmack, Konsistenz und Inhaltsstoffe der verschiedenen Produkte wirklich?
09.03.2026 | 6:05 minVom Ersatzprodukt zum Standard - der Trend zur pflanzlichen Ernährung hält an: Im Trendreport Ernährung ist 2025 vegane und flexitarische Ernährung auf Platz eins gelandet. Mit ihm wächst auch das Angebot an veganen Käsealternativen im Supermarkt. In den letzten Jahren hat sich hier viel getan - beim Geschmack, bei der Konsistenz und beim Schmelzverhalten.
Viele vegane Käsealternativen orientieren sich an bekannten Käseklassikern. Häufig finden sich Varianten im Stil von Gouda oder Cheddar. Daneben gibt es mittlerweile auch Spezialsorten wie Feta-, Mozzarella und Weichkäse-Alternativen. Je nach Sorte unterscheiden sich Zutaten, Nährwerte und Einsatzmöglichkeiten.
Ob mit fermentierenden Hefezellen oder glücklichen Weidekühen - zwei Wege, die Käseproduktion nachhaltiger zu gestalten.
23.01.2025 | 7:36 minZutaten: Was in veganen Käsealternativen steckt
Viele industriell hergestellte Produkte basieren auf einer Mischung aus Stärke und pflanzlichen Fetten, häufig wird Kokosöl genutzt. Dazu kommt Wasser für die gewünschte Konsistenz. Von Natur aus hat diese Grundlage kaum Eigengeschmack, deshalb werden Aromen zugesetzt. Je nach Produkt können Verdickungsmittel oder Farbstoffe enthalten sein.
Außerdem gibt es fermentierte Alternativen auf Basis von Nüssen oder Hülsenfrüchten wie Cashews, Mandeln oder Sojabohnen. Allergiker*innen sollten hier die Augen offen halten. Produkte auf Nussbasis liefern andere Fett- und Eiweißquellen, ihre Nährstoffwerte sind daher oft deutlich besser.
Bei der Öko-Test-Untersuchung von elf veganen Käsescheiben (November 2025) erhielt kein Produkt die Bestnote. Fünf der Käsealternativen wurden mit "gut" bewertet, vier mit "ungenügend". In mehreren Produkten wurden Mineralölbestandteile gefunden. Die Salzgehalte unterschieden sich stark. Öko-Test kritisierte, dass die veganen Käsealternativen häufig sehr viel Salz enthielten: Im Test lagen viele Produkte über 1,4 Gramm pro 100 Gramm. Die Rezepturen sind insgesamt ähnlich: Basis sind häufig Kokosöl, Stärke und Wasser. Der Käsegeschmack entsteht meist durch zugesetzte Aromen.
Je nach Zusammensetzung sind auch die Einsatzmöglichkeiten unterschiedlich. Mehr Fett bedeutet ein besseres Schmelzverhalten, weshalb Pizzakäsealternativen einen höheren Ölanteil als Käsescheiben aufweisen.
In der Fastenzeit verzichten manche auf Fleisch. Generell geht der Verbrauch von Fleisch in Deutschland zurück, während der von Gemüse zunimmt.
18.02.2026 | 0:25 minNährwerte: Deutliche Unterschiede zu tierischem Käse
Ernährungsphysiologisch unterscheiden sich vegane Käsealternativen deutlich von Käse aus Kuhmilch. Viele Produkte enthalten viel Fett und gleichzeitig weniger Protein. Mineralstoffe wie Calcium oder Vitamine, etwa B12, sind oft nur in geringen Mengen enthalten oder werden zugesetzt. Wer sich pflanzlich ernährt, kann diese Nährstoffe allerdings über andere Lebensmittel aufnehmen.
Außerdem sollte man den Salzgehalt im Blick haben, der bei veganen Käsealternativen oft relativ hoch ist. Darüber hinaus enthalten manche Produkte Mineralölbestandteile. Solche Rückstände können entlang der Produktionskette in Lebensmittel gelangen - etwa über Verpackungsmaterialien, Schmierstoffe aus Maschinen oder Umwelteinträge während Verarbeitung und Transport. Mineralölverbindungen werden besonders häufig in fettreichen Produkten nachgewiesen, da sie fettlöslich sind und sich aufgrund ihrer chemischen Ähnlichkeit besonders gut in Fett anreichern.
Im Streit um die Bezeichnung von Fleischersatzprodukten hat sich die EU auf einen Kompromiss geeinigt: "Veggie-Wurst" und "Veggie-Burger" dürfen bleiben, andere spezifischere Begriffe nicht.
05.03.2026 | 0:30 minNachhaltigkeit: Meist bessere Klimabilanz
Inhaltsstoffe wie Kokosöl und Cashews haben keine gute Klimabilanz. Insgesamt schneiden vegane Käsealternativen aus ökologischer Sicht trotzdem besser ab als Käse aus Kuhmilch. Ihre Herstellung verursacht bis zu 65 Prozent weniger CO2-Emissionen. Außerdem wird in der Regel weniger landwirtschaftliche Fläche zur Herstellung benötigt. Erfreulich ist, dass Palmfett in den Produkten nur selten vorkommt.
Worauf Verbraucher achten können
Wer vegane Käsealternativen kauft, sollte überlegen, wofür das Produkt verwendet wird: Varianten zum Überbacken sind meist entsprechend gekennzeichnet. Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste, um den Salzgehalt im Blick zu behalten und Nährstoffe zu vergleichen.
Vegane Käsealternativen können den Umstieg erleichtern, wenn man weniger tierische Produkte zu sich nehmen möchte. Nährstoffe wie Protein oder Calcium sollten in einer rein pflanzlichen Ernährung allerdings über andere Lebensmittel aufgenommen werden. Für eine ausgewogene Ernährung bleiben vegane Käsealternativen daher nur ein Baustein von vielen.
Von Tabletten bis Salbe:So finden Sie vegane Medikamente
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