Frische Luft für besseres Raumklima:Stoß-, Quer- oder Kipplüften? So geht Lüften richtig
von Cornelia Petereit
Lüften gilt als Schlüssel, um Schimmel zu vermeiden, Heizkosten zu sparen oder den Schlaf zu verbessern. Was Lüften bringt, wann die beste Zeit ist und was für Allergiker gilt.
Ein Trend aus Deutschland erobert die USA - zumindest auf TikTok: Lüften. Was hierzulande schon unsere Großeltern praktiziert haben, heißt dort jetzt "German Lüften".
24.02.2026 | 2:43 minLüften ist gut für das Raumklima - wenn es richtig gemacht wird. Optimale Raumluft kann die Bausubstanz vor Feuchtigkeit oder Schimmel schützen, Gerüche vermindern, das Wohlbefinden steigern und Heizkosten reduzieren. Martin Brandis, Experte für Energieberatung beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, erklärt, wie gezieltes Lüften hilft.
Optimale Luftfeuchtigkeit liegt bei 40 bis 60 Prozent
Die optimale Raumluftfeuchtigkeit liegt bei 40 bis 60 Prozent. Ist sie niedriger, können die Schleimhäute austrocknen. Ist die Luft zu feucht, kann Schimmel entstehen.
- Sensoren an Fenstern, die Lüftungsempfehlungen geben
- Raumsensoren, die CO2, VOC (Volatile Organic Compounds, also flüchtige organische Verbindungen) und Feuchtigkeit messen und anzeigen, wann gelüftet werden sollte
- Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung
- Lüftungsanlagen mit Pollenfiltern
Richtiges Lüften könne das Raumklima verbessern, so Brandis. Bei Unsicherheit empfiehlt er die Anschaffung eines sogenannten Hygrometers, das die Luftfeuchtigkeit im Raum misst. Die meiste Feuchtigkeit produziert der Mensch selbst: durch Atmen, Duschen, Kochen oder Putzen. Mehr als zwei Liter Wasserdampf pro Person können so jeden Tag an die Luft abgegeben werden.
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09.01.2025 | 2:27 minStoßlüften: So gelangt Feuchtigkeit schnell nach draußen
Beim Stoßlüften werden die Fenster für fünf bis zehn Minuten weit geöffnet. So kann in kurzer Zeit viel Feuchtigkeit aus Räumen entfernt werden. Die Türen zwischen warmen und kalten Räumen sollten während des Lüftens ausnahmsweise möglichst offenstehen, nach dem Lüften aber wieder geschlossen werden.
Luftentfeuchter sollen helfen, das Raumklima in Wohnräumen oder im Keller zu verbessern. Volle Kanne hat verschiedene Modelle unter die Lupe genommen.
04.11.2025 | 5:51 minQuerlüften: Schneller Luftaustausch
Querlüften bedeutet, einander gegenüberliegende Fenster und Innentüren gleichzeitig zu öffnen. So entsteht in kurzer Zeit ein hoher Luftwechsel. Die Kohlenstoffdioxid-Konzentration im Raum sinkt, Geruchs- und Schadstoffe werden entfernt. Die erforderliche Lüftungsdauer hängt vom Wind, der Temperaturdifferenz und der Bebauung rundherum ab.
Warum Kipplüftung besser ist als ihr Ruf
Bei lediglich gekippten Fenstern dauert der Luftwechsel länger. Bei langem Lüften mit gekippten Fenstern könne es - vor allem bei niedrigen Außentemperaturen - in den Räumen unangenehm kühl werden. Daher sei Stoßlüften oft die bessere Variante, erklärt Brandis.
Gut zu wissen: Kipplüftung erhöht die Schimmelgefahr nicht. Bei zu hoher Feuchtigkeit hat eine Kombination von Stoß- und Kipplüftung sogar Vorteile: Stehen nach dem Stoßlüften die Fenster noch für eine längere Zeit auf Kipp, ist ein langsamerer Luftaustausch möglich. So kann Feuchtigkeit nach und nach aus Textilien oder Wänden abgegeben werden.
Schimmel in der Wohnung stellt ein Gesundheitsrisiko dar. Wie kann man vorbeugen, was kann man gegen vorhandenen Schimmel tun und wann sollte man einen Experten einschalten?
27.02.2024 | 2:20 minLüften verbessert Luftqualität
In der Regel ist es sinnvoll, zwei bis vier Mal über den Tag verteilt zu lüften, je nachdem, wie oft die Räume benutzt werden. Wer tagsüber nicht zu Hause ist, sollte morgens und abends lüften. Am besten ist es, die Luftfeuchtigkeit mit dem Hygrometer im Blick zu behalten.
Besonders für das Schlafzimmer gilt: Hier möglichst immer morgens nach dem Aufstehen lüften, um die über Nacht entstandene Feuchtigkeit zu reduzieren. Jede Nacht gibt ein Mensch durchschnittlich etwa einen halben Liter Wasser ab. Am besten sei es, vor dem Schlafen zu lüften, dann werde der Schlaf meist als besonders erholsam empfunden.
In der Stadt sollten Pollenallergiker morgens früh zwischen sechs und acht Uhr lüften - da ist die Belastung meist geringer. In ländlichen Regionen sollte dagegen abends nach 19 Uhr gelüftet werden. Grundsätzlich ist nach Regen die beste Zeit zum Lüften, da die Pollenbelastung in der Luft dann geringer ist. Luftreiniger mit speziellen Pollenfiltern können außerdem helfen.
Immer öfter juckt die Nase schon im Winter. Warum Pollen heute früher fliegen und wieso Allergien in der Stadt stärker sein können als auf dem Land.
22.12.2025 | 1:17 minAuch im Winter richtig lüften
In jeder Jahreszeit müsse gelüftet werden, betont Brandis, auch bei kalter Witterung. Ohne Frischluftzufuhr könne sich nicht nur Feuchtigkeit in der Wohnung konzentrieren, sondern auch CO2 oder Schadstoffe, die von Möbeln, Böden oder Stoffen ausgedünstet würden.
Es wird eher zu wenig gelüftet. Gerade, wenn es kalt draußen ist.
Martin Brandis, Referent Energieberatung, Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.
Kurzes Stoßlüften im Winter könne sogar die Heizkosten senken, da trockenere Luft sich leichter erwärmen lasse, so Brandis. Darüber hinaus gilt: Bei längerem Lüften oder niedrigen Außentemperaturen sollten Heizkörper heruntergestellt werden, so Brandis. Damit lasse sich der Energieverbrauch senken.
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10.11.2025 | 2:30 minLüften verbessert Wohlbefinden
Regelmäßiges Lüften transportiert Gerüche, Schadstoffe und abgestandene Luft ab. Dadurch werde die Luftqualität als besser wahrgenommen. Energieexperte Martin Brandis fasst zusammen: "Morgens, vor dem Schlafengehen, nach dem Kochen, Duschen oder Baden sowie dem Hausputz am besten einige Minuten Stoßlüften."
Cornelia Petereit ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
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