Knochenbruch ohne Vorwarnung:Osteoporose rechtzeitig erkennen und behandeln
von Maximilian Geschke
Eine harmlose Bewegung, ein leichter Sturz und plötzlich ist der Knochen gebrochen: Osteoporose bleibt oft lange unerkannt. Risikofaktoren kennen und Knochen rechtzeitig schützen.
Nach starken Rückenschmerzen werden bei Steffi mehrere Wirbelfrakturen entdeckt. Die Diagnose: Osteoporose. Was das für ihren Alltag bedeutet.
20.10.2026 | 5:07 minAllein in Deutschland sind rund sechs Millionen Menschen von Osteoporose betroffen. Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer. Osteoporose, umgangssprachlich auch Knochenschwund genannt, entwickelt sich schleichend, oft über Jahre. Mitunter wird sie erst entdeckt, wenn ein Knochen bereits bei geringer Belastung oder nach einem vermeintlich leichten Sturz bricht.
Diffuse Schmerzen, vor allem in den Knochen: Dahinter könnte das McCune-Albright-Syndrom stecken, eine seltene, angeborene Erkrankung, die vor allem Knochen, Haut und Hormonsystem betrifft.
13.07.2026 | 5:58 minWas ist Osteoporose?
Knochen sind kein starres Gerüst. Knochengewebe wird ständig ab- und wieder aufgebaut. Bis ins junge Erwachsenenalter überwiegt der Aufbau, danach nimmt die Knochenmasse langsam ab: ein normaler Alterungsprozess.
Bei Osteoporose wird mehr Knochen abgebaut als neu gebildet. Gleichzeitig verändert sich die innere Struktur: Feine Knochenbälkchen bilden normalerweise ein tragendes Netz. Werden sie dünner oder gehen verloren, entstehen größere Zwischenräume.
Die Wirbelsäule ist ein komplexes Konstrukt, das Stabilität, Beweglichkeit und Schutz bietet. Wie sie aufgebaut ist und funktioniert.
11.08.2026 | 5:11 minBeides macht den Knochen weniger belastbar und erhöht das Risiko für Brüche, erklärt Katja Warnecke, Leitende Oberärztin, Bereich Osteologie und Stoffwechselerkrankungen, am Immanuel Krankenhaus Berlin.
Der Knochenabbau im Inneren des Knochens verursacht keine direkten Schmerzen.
Dr. Katja Warnecke, Osteologin
So könne die Erkrankung über Jahre unentdeckt bleiben, obwohl sich der Knochen bereits verändert, sagt Warnecke.
Zwischen 45 und 55 beginnt für viele Frauen der hormonelle Wandel. Was passiert in dieser Zeit im Körper, welche Symptome können auftreten und welche Behandlungsmöglichkeiten helfen?
28.10.2025 | 4:55 minOsteoporose: Ursachen und Risikofaktoren
Besonders bei Frauen nimmt das Risiko in den Wechseljahren deutlich zu, weil der Östrogenspiegel sinkt. Das Hormon wirkt dem Knochenabbau entgegen. Nimmt dieser Schutz ab, kann Knochenmasse schneller verloren gehen.
Zu den Risikofaktoren für Osteoporose gehören außerdem eine unausgewogene Ernährung, wenig Bewegung, Untergewicht, Rauchen und hoher Alkoholkonsum. Auch einige Erkrankungen und bestimmte Medikamente, etwa eine längerfristige Behandlung mit Kortison, erhöhen das Risiko deutlich.
Etwa bis zum 30. Lebensjahr wird die maximale Knochenmasse aufgebaut. Wie hoch sie ausfällt, hängt nicht nur von den Genen ab, sondern auch von Faktoren wie Bewegung, Ernährung und der Versorgung mit Kalzium und Vitamin D.
Was die Knochen stärkt
Bewegung stärkt Knochen und Muskulatur. Besonders Krafttraining fördert den Knochenaufbau. Im höheren Alter hilft zusätzliches Gleichgewichtstraining, das Sturzrisiko zu senken.
Kalzium ist ein wichtiger Baustoff für die Knochen. Erwachsene benötigen rund 1.000 Milligramm täglich, Jugendliche sogar etwas mehr. Gute Kalzium-Quellen sind Milch, Milchprodukte, Brokkoli, Grünkohl und kalziumreiches Mineralwasser.
Eiweiß liefert zusätzlich wichtige Bausteine für Knochen und Muskulatur. Gerade im höheren Alter hilft eine ausreichende Versorgung, Muskelmasse zu erhalten. Gute Quellen sind Milchprodukte, Fisch, Eier und Hülsenfrüchte.
Vitamin D hilft dem Körper, Kalzium aufzunehmen. Einen Großteil bildet der Körper mithilfe von Sonnenlicht selbst. Regelmäßiger Aufenthalt im Freien trägt zur Versorgung bei. Vitamin D-Präparate können bei nachgewiesenem Mangel oder einem erhöhten Risiko für eine Unterversorgung sinnvoll sein.
Wie viel Vitamin D braucht der Mensch? Die wichtigsten Fakten auf einen Blick.
26.02.2025 | 1:32 minWie sich Osteoporose bemerkbar macht
Beschwerden, die auf eine Osteoporose hinweisen können, treten häufig erst auf, wenn Knochen schon geschädigt sind, erklärt Warnecke.
Warnzeichen können ein instabiles Gefühl im Rücken sein, ein deutlicher Größenverlust oder Knochenbrüche ohne größeren Unfall.
Dr. Katja Warnecke, Osteologin
Wirbelkörperbrüche können dabei auch unbemerkt bleiben. Typische Bruchstellen bei Osteoporose sind außerdem Oberschenkelhals, Unterarm, Oberarm und Becken. Bei mehreren Risikofaktoren oder Brüchen in diesem Bereich empfiehlt sich unbedingt eine ärztliche Abklärung.
Wie Kunststoff und UV-Licht Frakturen heilen: Vor allem ältere Menschen mit porösen Knochen profitieren von dem Verfahren.
06.03.2026 | 5:11 minSo wird Osteoporose festgestellt
Bei Verdacht auf Osteoporose wird meist eine Knochendichtemessung durchgeführt. Der Messwert allein entscheidet nicht über die Diagnose und Behandlung, betont die Expertin. Auch Alter, Risikofaktoren, frühere Frakturen und Vorerkrankungen fließen in die Beurteilung ein. Zur Diagnostik gehören außerdem Blutuntersuchungen, um andere Ursachen für die verminderte Knochendichte abzuklären.
Das international und durch den Dachverband Osteologie (DVO) empfohlene Standardverfahren zur Messung der Knochendichte ist die DXA-Messung. Dabei wird mithilfe schwacher Röntgenstrahlung die Knochendichte bestimmt. Ein T-Wert bis minus 1 gilt als normal. Werte zwischen minus 1 und minus 2,5 weisen auf eine verminderte Knochendichte (Osteopenie) hin. Ab einem T-Wert von minus 2,5 liegt nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Osteoporose vor. Als reine Früherkennung, also ohne Krankheitsanzeichen, ist die Knochendichtemessung eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL).
Im Alter entsteht eine Kyphose, eine starke Krümmung der Wirbelsäule, häufig durch Osteoporose oder Wirbelbrüche. Welche Therapien helfen können, die Lebensqualität zu verbessern.
12.03.2026 | 4:59 minWie Osteoporose behandelt wird
Ziel der Behandlung ist es, das Risiko für Knochenbrüche zu senken. Zur Basistherapie gehören Bewegung sowie eine ausreichende Versorgung mit Kalzium, Eiweiß und Vitamin D. Bei erhöhtem Frakturrisiko kommen zusätzlich Medikamente infrage.
Je nach Risikoprofil wählen wir eine antiresorptive oder eine osteoanabole Therapie.
Dr. Katja Warnecke, Osteologin
Antiresorptive Medikamente, zum Beispiel aus der Gruppe der Bisphosphonate, hemmen den Knochenabbau und stabilisieren den Knochenstoffwechsel. Osteoanabole fördern den Aufbau neuer Knochensubstanz. Welches Medikament eingesetzt wird, hängt von verschiedenen Faktoren und möglichen Nebenwirkungen ab. Osteoanabole Therapien beispielsweise kommen bei hohem Frakturrisiko zum Einsatz und werden zeitlich begrenzt gegeben.
Bei Verdacht auf Osteoporose ist die Hausarztpraxis eine erste Anlaufstelle. Für die weitere Behandlung gibt es spezialisierte osteologische Praxen und Zentren.
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