Bänderriss am Sprunggelenk: Ursache, Erste Hilfe, Therapie

Ruhigstellung statt Operation:Bänderriss am Sprunggelenk konservativ behandeln

von Andreas Kürten

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Am Bordstein abgerutscht, eine Treppenstufe übersehen, beim Sport oder auf der Wanderung einfach umgeknickt: Bänder am Sprunggelenk können schnell reißen. Was dann zu tun ist.

Arzt und Patient schauen sich Röntgenbilder an

Ein Knall bei einer falschen Bewegung lässt Konstantin Stubben Böses ahnen: Ein Bänderriss zwingt den Fußballer zu einer längeren Auszeit.

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Egal ob im Alltag, Breiten- oder Leistungssport: Ein Bänderriss im Sprunggelenk gehört in Deutschland zu den häufigsten Verletzungen und ist schnell passiert. Meistens sind die Außenbänder betroffen. Die Ursache ist oft ein Umknicken oder Abrutschen mit dem Fuß, etwa an der Bordsteinkante. Bänderrisse machen zudem knapp zwanzig Prozent aller Sportverletzungen aus. Ein Bluterguss, eine Schwellung und stechende Schmerzen im Fuß sind die typischen Begleitsymptome.


Bänder stabilisieren den Fuß

Gemeinsam mit Sehnen und Muskeln stabilisieren Bänder den Fuß und das Sprunggelenk. Sie ermöglichen Bewegungsfreiheit, zum Beispiel beim Abrollen, und Zehenbewegungen. Die Bänder formen außerdem das Fußgewölbe mit. Sie sind aus Bindegewebe mit festen Fasern aus Kollagen.

Der Bandapparat besteht aus Innen- und Außenbändern im oberen und unteren Sprunggelenk. Darunter liegt das Syndesmoseband, das Wadenbein, Schienbein und Sprunggelenk verbindet. Wie hier Stabilität verloren gehen kann, weiß Markus Preis, Facharzt für Orthopädie am Atos MVZ Wiesbaden.

Bei schnellen, ruckartigen Bewegungen wie Drehungen können die Bänder zum Teil oder vollständig reißen.

Dr. Markus Preis, Orthopäde

Betroffen seien oft die drei fibularen Außenbänder am Sprunggelenk, erklärt Preis. Noch am Unfallort sollte man die PECH-Regel anwenden, um den Fuß zu entlasten und Begleitsymptome zu lindern.

Erste Hilfe nach der PECH-Regel





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Wie ein Bänderriss diagnostiziert wird

Zur Erstversorgung benötigen Betroffene Schmerzmittel und Krücken zur Entlastung. Die Verletzung sollte durch einen Orthopäden, Sportmediziner oder Unfallchirurgen abgeklärt werden. Je nach Schmerz und Schwellung wird vorsichtig die Beweglichkeit und Stabilität des Sprunggelenks untersucht.

Mit einer Röntgenaufnahme können Brüche festgestellt oder ausgeschlossen werden. Eine Ultraschalluntersuchung gibt Aufschluss, ob ein Bänderriss vorliegt. Besteht der Verdacht auf eine schwerere Verletzung des Bandapparates wird eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt.

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Wie ein Bänderriss behandelt wird

Meist wird ein Bänderriss konservativ behandelt. Das überrascht viele Betroffene, weil sie mit einer Operation rechnen. Der Fuß wird in einer sogenannten Orthese ruhiggestellt. Die Modelle haben Kunststoff- oder Metallstreben, um den Fuß seitlich zu stabilisieren.

Die Orthese verhindere das Kippen zur Seite und das Abrutschen des Sprungbeines nach vorne, erklärt Preis. Die Bänder können so wieder zusammenwachsen. Betroffene müssen die Orthese einen Monat lang tagsüber und auch nachts tragen, um den Fuß im Schlaf nicht unbewusst zu bewegen.

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Nach vier bis sechs Wochen erfolgt eine Kontrolle durch den behandelnden Arzt. Nicht in allen Fällen reiche das Tragen der Schiene aus, sagt Preis.

Ist die Stabilität des Fußes nach dem Unfall oder der ersten Therapie gefährdet, muss operiert werden.

Dr. Markus Preis, Sportmediziner

Auch bei kombinierten Verletzungen von Bändern und Knochen, einer Schädigung des Syndesmosebandes oder in speziellen Fällen, etwa bei Leistungssportlern, erfolgt eine Operation.

Operative Eingriffe können häufig ambulant durchgeführt werden. Nur selten ist ein stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig, der länger als drei Tage dauert.

In der Regel wird minimalinvasiv operiert. Dabei werden meist die gerissenen Bänder genäht. Seltener kann auch eine Plastik aus körpereigenen Sehnen eingesetzt werden, zum Beispiel bei starkem Bandverschleiß.

Der operierte Fuß darf bis zu sechs Wochen nur geringfügig belastet werden. Die vollständige Heilung inklusive Rehabilitation kann bis zu drei Monate in Anspruch nehmen.


Rehabilitation nach Bänderriss

Experten raten, die Orthese bei übermäßigen Belastungen des Fußes im Alltag noch weitere sechs Wochen zu tragen. Zudem müssen Beweglichkeit und Belastbarkeit der Bänder und die Muskulatur im Fuß wiederhergestellt werden. Dabei helfen physiotherapeutische Übungen.

Patient trainiert in einem Behandlungsraum.

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11.03.2026 | 5:09 min

Eine Laufbandanalyse kann sinnvoll sein, um zu prüfen, ob der Betroffene mit beiden Füßen wieder gleichmäßig abrollt. Sie ist aber keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Betroffene müssen sich wieder trauen, Bewegungen mit dem Fuß ohne Einschränkungen durchzuführen.

Dr. Markus Preis, Orthopäde

Nach einem Bänderriss wieder Vertrauen in die Belastbarkeit des Sprunggelenks zurückzugewinnen, könne dem Orthopäden zufolge eine psychische Herausforderung sein.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 15.06.2026, ab 09:05 Uhr.

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