Nierentransplantation: So retten Spenderorgane Leben

Tag der Organspende:Nierentransplantation: Wie Organe von Spendern Leben retten

von Christina-Maria Pfersdorf

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Die Niere ist das am häufigsten transplantierte Organ, doch es fehlt an Spendern. Eine Option ist die Lebendspende. Dafür müssen jedoch bestimmte Kriterien erfüllt werden.

Pflegekraft brtastet Bauch eines Kindes auf Krankenbett

Wer eine neue Niere braucht, muss häufig lange warten. Dabei ist das Organ überlebenswichtig. Warum es so schwierig ist, ein passendes Spenderorgan zu finden.

05.06.2026 | 4:05 min

Der Deutschen Stiftung Organtransplantation zufolge warten aktuell mehr als 6.000 Menschen auf eine Niere. Das sind fast viermal so viele Menschen, wie im Laufe eines Jahres in Deutschland transplantiert werden können. Das wiederum führt zu langen Wartezeiten: Erwachsene warten im Durchschnitt acht Jahre auf eine Spenderniere, Kinder mehr als zwei Jahre.


Wann kommt man auf die Warteliste für eine Spenderniere?

Mit dem Eintritt der Dialysepflicht können Patienten auf die Warteliste für ein postmortales Organ aufgenommen werden. Seit Dezember 2012 entscheidet in allen Transplantationszentren eine interdisziplinäre Kommission über die Aufnahme. Dafür müssen gewisse Kriterien erfüllt sein.

Kinder werden auf der Warteliste bevorzugt behandelt, um ihnen die Chance auf eine gesunde Entwicklung zu geben.

Fünf Fragen an die Niere

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Wie wird entschieden, wer ein Spenderorgan bekommt?

Für alle Organe gibt es einen bestimmten Verteilungsalgorithmus, in den verschiedene Parameter einfließen, erklärt Ana Paula Barreiros, geschäftsführende Ärztin der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Region Mitte.

Dringlichkeit und Erfolgsaussicht sind die wichtigsten Parameter bei der Vergabe von Organen.

Ana Paula Barreiros, Deutsche Stiftung Organtransplantation

Hinzu kommen weitere, von der Bundesärztekammer festgelegte Kriterien, etwa die Übereinstimmung der Blutgruppe und bestimmter Gewebemerkmale. Neben der Bevorzugung von Kindern auf der Warteliste gibt es bei der Nierentransplantation eine weitere Besonderheit: Nieren von über 65-Jährigen Verstorbenen gehen grundsätzlich an Empfänger derselben Altersgruppe.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ist die bundesweite Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende. Sie organisiert alle Schritte der Organspende - von der Mitteilung über einen möglichen Spender in einem Krankenhaus bis zur Übergabe der Organe an die Transplantationszentren.

Die Stiftung Eurotransplant (ET) in den Niederlanden ist die Vermittlungsstelle. Sie erhält die erforderlichen Patientendaten der Empfänger von den Transplantationszentren und die notwendige Information der Organspender von der DSO. Sie ist nach dem Transplantationsgesetz für die Vermittlung aller Organe an die Wartelistenpatienten zuständig, die in Deutschland, Österreich, den BENELUX-Staaten, Slowenien, Kroatien und Ungarn verstorbenen Menschen zum Zwecke der Transplantation entnommen werden.

Quelle: Deutsche Stiftung Organspende


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Nieren-Lebendspende als Alternative

Wird kein postmortales Organ gefunden, kann die Niere von einem Lebendspender transplantiert werden. Auch hier müssen die wesentlichen Parameter zwischen Spender und Empfänger passen.

Lebendspender werden sehr genau untersucht.

Ana Paula Barreiros, DSO Region Mitte

Zudem müsse das Risiko unentdeckter Nierenerkrankungen beim Spender ausgeschlossen werden, durch die er selbst dialysepflichtig werden könnte, erklärt Barreiros.

Psychologische Gespräche im Vorfeld seien auf beiden Seiten entscheidend, damit zwischen Spender und Empfänger keine problematischen Erwartungen entstehen, so die Ärztin weiter. Die Ethikkommission der Landesärztekammer muss einer Lebendspende zustimmen.

Dr. Ana Paula Barreiros am "Volle Kanne"-Pult

Viele Menschen müssen lange auf ein Spendeorgan warten, einige sterben. Nur wenige haben einen Organspendeausweis. Ana Paula Barreiros von der Deutschen Stiftung Organtransplantation im Gespräch zum Thema Organspende.

05.06.2026 | 5:23 min

Vorteile einer Nieren-Lebendspende

Bei einer Lebendspende ist der Eingriff besser planbar. Die Zeit, in der das Spenderorgan nicht durchblutet ist, wird deutlich reduziert.

Katalin Dittrich, Kindernephrologin am Universitätsklinikum Leipzig, betreut junge Patienten. Sie sieht den größten Vorteil der Lebendspende in der kurzen Wartezeit und dem besserem "Überleben" des neuen Organs.

Transplantierte Nieren funktionieren nach einer Lebendspende im Durchschnitt mehrere Jahre länger.

Dr. Katalin Dittrich, Kindernephrologin

Wie lange, das ist individuell verschieden.

Dr. Christoph Specht im Gespräch mit Moderator Florian Weiss.

Künftig gibt es mehr Möglichkeiten, eine Spenderniere zu erhalten - durch die sogenannte Überkreuz-Lebendnierenspende. Arzt und Medizinjournalist Christoph Specht erklärt, wer dafür infrage kommt.

28.01.2026 | 6:15 min

Ablauf einer Nierentransplantation

Bei einer Totspende werden medizinische Informationen und Laborwerte des Spenders anonym übermittelt. Auf Basis dieser Informationen könne das Transplantationszentrum dann entscheiden, ob das Organangebot für einen bestimmten Empfänger akzeptabel ist, erklärt Dittrich.

Für diese Entscheidung haben wir maximal 60 Minuten.

Dr. Katalin Dittrich, Transplantationschirurgin

Der Transport von Spenderorganen muss schnell erfolgen. Bei einer Niere beträgt die Zeitspanne zwischen Entnahme und Transplantation zwölf bis 20 Stunden. Auch der Empfänger muss sich kurzfristig ins Krankenhaus begeben können und auf Operationsfähigkeit überprüft werden.

Erklärgrafik Organspende

Wie Menschen mit einer Organspende helfen.

07.06.2025 | 1:17 min

Die Transplantation erfolgt nur, wenn die Qualität des Spenderorgans und der Zustand des Empfängers als gut eingeschätzt werden.

Ein Organspender, acht Leben

"Ein Organspender kann mit all seinen Organen bis zu acht Leben retten", sagt Ana Paula Barreiros. "Zehntausende Menschen leben in Deutschland nur dank einer Organspende von einem unbekannten, anonymen Organspender", ergänzt Katalin Dittrich. Diese Spender müssten gewürdigt und als Lebensretter gefeiert werden.

Christina-Maria Pfersdorf ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne-Service täglich".

Ein Arzt schaut sich Bilder einer kranken Niere an.

Eine Zyste in der Niere ist meist harmlos. Anders ist das bei Zystennieren, der erblich bedingten polyzystischen Nierenerkrankung: Hier zerstören Zysten das Nierengewebe, Nierenversagen droht.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 05.06.2026, ab 09:05 Uhr.

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