Prävention im Ski- und Wintersport:Sport bei Kälte: Wie Aufwärmen vor Verletzungen schützt
von Cornelia Petereit
Minusgrade, Dunkelheit und Glatteis machen das Training bei Kälte gefährlich. Mit der richtigen Ausrüstung und einem kurzen Aufwärmtraining lassen sich Verletzungen vermeiden.
Wer Sport auch im Winter gerne draußen treibt, sollte einiges beachten. Wie man sich aufwärmt und eine Unterkühlung verhindert, erklärt Sportmediziner Christophe Lambert.
09.01.2026 | 7:32 minWer im Winter Ski fährt, joggt oder Fußball spielt, sollte wissen, wie er seinen Körper schützt und Verletzungen vermeidet. Sportmediziner und Orthopäde Christophe Lambert kennt die besten Aufwärmübungen.
Wie Aufwärmen bei Kälte Verletzungen verhindern kann
Ob Skipiste, Joggingrunde oder Trimm-Dich-Pfad: Startet man aus der warmen Wohnung ohne das richtige Aufwärmprogramm, besteht ein erhöhtes Risiko für Zerrungen und Verletzungen, warnt Lambert.
Viele unterschätzen, dass Sehnen und Gelenke bei Kälte anders reagieren.
Priv.-Doz. Dr. Christophe Lambert, Orthopäde
Der Sportmediziner empfiehlt bei Kälte zum Aufwärmen eine Kombination aus leichten Dehnübungen und aktivierenden Einheiten. "Gerade bei niedrigen Temperaturen ist es wichtig, die Muskeln langsam auf Betriebstemperatur zu bringen."
Bei Sonnenschein auf der Piste stehen - das ist für Ski- und Snowboard-Fans ein Traum. Aber der Spaß kann auch gefährlich sein. Wie kann man die Sicherheit maximieren?
24.01.2024 | 3:10 minDamit sich der Körper besser an die Temperaturen anpassen könne, solle das Aufwärmprogramm draußen stattfinden, rät Lambert. Aufwärmen aktiviere außerdem das Herz-Kreislauf-System und steigere die Koordinationsfähigkeit. Ob es auf die Piste oder den Bolzplatz gehe, sei dabei egal, so der Orthopäde.
Wann Outdoor-Sport im Winter zu riskant wird
Lambert rät von Sportarten wie Joggen oder Fußballspielen im Freien ab, wenn die Temperaturen unter zehn Grad Minus fallen: "Solche Extrembelastungen sind problematisch für die Atemwege." Außerdem könne das intensive Training die Lunge reizen. Skifahrer sind dagegen besser geschützt, wenn sie einen Helm tragen und Mund und Nase bedecken, beispielsweise mit einer sogenannten Sturmhaube. Dadurch wärme sich die Atemluft an und die Atemwege würden weniger gereizt, erklärt der Sportmediziner.
Vereiste Wege und Pfützen bedeuten dagegen für Jogger, Trailrunner oder Radfahrer ein größeres Verletzungsrisiko. "Wir sehen im Winter mehr Sprunggelenksverletzungen", berichtet Lambert aus seiner Praxiserfahrung. Bei Dunkelheit sei reflektierende Kleidung sehr sinnvoll, um im Straßenverkehr sichtbar zu bleiben.
Bei Dunkelheit steigt das Risiko für Unfälle im Straßenverkehr. Reflektoren erhöhen die Sichtbarkeit und können Leben retten.
03.11.2025 | 5:57 minDie beste Kleidung für Sport im Winter
Beim Skifahren gehört Funktionsunterwäsche unter den Skianzügen dazu. Outdoor-Sportarten wie Joggen oder Fußball erfordern bei Kälte andere Kleidung. "Am besten setzt man auf Zwiebellook, da kann bei Bedarf eine Schicht aus- oder wieder angezogen werden", so Lambert.
Der Sportmediziner empfiehlt atmungsaktive Funktionsstoffe, die die Feuchtigkeit ableiten können. Baumwolle bleibe dagegen nass am Körper und könne damit das Auskühlen fördern. Außerdem dürfe die Kleidung beim Start ruhig dünner sein, sodass der Sportler zunächst eher das Gefühl habe zu frösteln.
Wenn man direkt warm angezogen rausgeht, schwitzt man unnötig - und kühlt danach doppelt so stark aus.
Priv.-Doz. Dr. Christophe Lambert, Sportmediziner
Beheizbare Jacken, Handschuhe oder Socken sollen per Knopfdruck für Wärme im Winter sorgen. Hält die Kleidung wirklich warm? Fünf Produkte im Praxis-Check.
03.12.2025 | 6:11 minBewegung und Flüssigkeit halten den Körper bei Kälte fit
Wer verschwitzt in kalter Luft stehen bleibt, kühlt rasch aus. Daher sind Trimm-Dich-Anlagen bei Minusgraden nur bedingt empfehlenswert. Lambert rät zu Krafteinheiten in der Mitte einer Jogging-Runde und dabei stetig in Bewegung zu bleiben. Nach dem Outdoor-Sport sollten Sportler direkt wieder ins Warme und verschwitzte Kleidung wechseln. Der Mediziner sieht das Risiko einer Unterkühlung vor allem nach der Belastung.
Auch bei Kälte sei es wichtig, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, vor allem bei Aktivitäten über mehrere Stunden. Dabei sei Tee oder Wasser lauwarm aus der Thermosflasche eine gute Wahl, sagt Lambert.
Aufwärmübungen vor Wintersport erhöhen Sicherheit
Orthopäde Christophe Lambert hält gezieltes Aufwärmen für den besten Weg, die Skisaison verletzungsfrei zu überstehen. "Viele fahren einmal im Jahr in den Schnee und legen direkt los - das ist ein Klassiker für Muskelverletzungen." Aufwärmübungen für Skifahrer - und andere Outdoor-Sportarten - sollten in leichter bis moderater Intensität ausgeführt werden und etwa zehn bis 15 Minuten dauern.
Cornelia Petereit ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
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