ZDF-Politbarometer:Klare Mehrheit: Rente mit 63 soll bleiben
Die Bundesregierung will die sogenannte Rente mit 63 abschaffen. Das lehnt eine klare Mehrheit der Befragten des ZDF-Politbarometers ab.



































Im Rahmen ihrer geplanten Rentenreform will die Bundesregierung die sogenannte Rente mit 63 abschaffen. Dies wurde unter anderem von einigen CDU- und SPD-Ministerpräsidenten kritisiert.
Auch in der Bevölkerung trifft das Vorhaben der Bundesregierung auf Ablehnung: 75 Prozent der Befragten und unterschiedlich große Mehrheiten in allen Parteianhängerschaften sprechen sich gegen die geplante Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 aus, nur ein Fünftel (20 Prozent) findet das richtig (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht").
Die Rentenkommission hat vorgeschlagen, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren zu streichen. Der Entwurf stößt vielerseits auf harte Kritik – in Politik und Gesellschaft.
03.08.2026 | 3:02 minProjektion: AfD weiter klar vor Union
Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, würden CDU/CSU und AfD minimal verlieren (beide minus eins) und kämen auf 22 Prozent bzw. 27 Prozent. Die AfD bliebe damit stärkste Partei.
Die SPD erhielte unverändert zwölf Prozent, die Grünen würden sich leicht auf 14 Prozent (plus eins) verbessern. Die Linke würde nach wie vor zwölf Prozent und die FDP vier Prozent (beide unverändert) erzielen.
Alle anderen Parteien kämen zusammen auf neun Prozent (plus eins), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erreichen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot weiter keine Mehrheit.
Top Ten: Merz mit persönlichem Tiefstwert
Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung ("Was halten Sie von?") liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius weiter auf Platz eins. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,3 (hier und im Folgenden Vergleichswert von Ende Juli: 1,5) beurteilt.
Es folgen Cem Özdemir mit 0,9 (0,9) und Johann Wadephul mit 0,1 (0,1). Danach kommt - bereits im Negativbereich - Wiedereinsteiger Alexander Dobrindt mit minus 0,4, dann Lars Klingbeil mit minus 0,6 (minus 0,6), Markus Söder ebenfalls mit minus 0,6 (minus 0,6), Bärbel Bas mit minus 0,8 (minus 0,8), Heidi Reichinnek auch mit minus 0,8 (minus 0,8) und Friedrich Merz mit einem neuen persönlichen Negativrekord von minus 1,9 (minus 1,5).
Schlusslicht bleibt Alice Weidel mit minus 2,5 (minus 2,4).
Rückhalt der Parteivorsitzenden von CDU und SPD
Neben seinem schlechtesten Imagewert und einem neuen Höchstwert bei der Unzufriedenheit mit seiner Arbeit als Kanzler (75 Prozent; zufrieden: 20 Prozent) gibt es auch große Zweifel an dem Rückhalt von Friedrich Merz in den eigenen Reihen: 80 Prozent der Befragten, darunter 67 Prozent der CDU/CSU-Anhänger, sind der Meinung, dass die CDU nicht voll hinter ihrem Parteivorsitzenden steht (ja: zwölf Prozent).
Aber auch bei den SPD-Parteivorsitzenden sind die Befragten eher skeptisch: Für 53 Prozent bzw. 52 Prozent haben Lars Klingbeil (ja: 28 Prozent) und Bärbel Bas (ja: 22 Prozent) nicht die uneingeschränkte Unterstützung der SPD.
Unter den SPD-Anhängern sind ebenfalls jeweils Mehrheiten davon überzeugt, dass ihre Partei nicht voll hinter Klingbeil (57 Prozent) und Bas (52 Prozent) steht.
AfD nach den Wahlen in Ostdeutschland
Im September finden in ostdeutschen Bundesländern Landtagswahlen statt. Wenn die AfD danach in einem der ostdeutschen Bundesländer den Ministerpräsidenten stellen würde, fänden das knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten schlecht, darunter 66 Prozent der West- und 53 Prozent der Ostdeutschen.
Insgesamt 23 Prozent fänden einen AfD-Ministerpräsidenten gut und elf Prozent wäre das egal. Zudem würde es nach Ansicht von 60 Prozent der Befragten zu einer schlechteren Politik in dem Bundesland führen, wenn die AfD dort regieren würde. 17 Prozent erwarten dann eine bessere Politik und ebenfalls 17 Prozent keinen großen Unterschied.
Während im Westen 62 Prozent mit einer schlechteren Politik rechnen, sind es im Osten nur 50 Prozent.
Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die Spitzenkandidaten der Parteien stellten sich in der MDR-Wahlarena den Fragen der Zuschauer.
13.08.2026 | 1:53 minUnvereinbarkeitsbeschluss der CDU
Nach den Landtagswahlen im Osten wird es auch um mögliche Kooperationen der CDU mit AfD oder Linke gehen. Bisher lehnt die CDU eine politische Zusammenarbeit mit beiden Parteien grundsätzlich ab.
Während es 61 Prozent der Befragten richtig finden, dass die CDU eine Kooperation mit der AfD ablehnt (nicht richtig: 37 Prozent), befürwortet lediglich rund ein Drittel (34 Prozent) die Abgrenzung zur Linke. 62 Prozent halten das für nicht richtig.
Auch in der Unions-Anhängerschaft wird der Unvereinbarkeitsbeschluss differenziert betrachtet, wenn auch etwas weniger deutlich: 72 Prozent der CDU/CSU-Anhänger halten die Brandmauer zur AfD für richtig (nicht richtig: 26 Prozent), aber nur 53 Prozent die zur Linke (nicht richtig: 44 Prozent).
Auf ihrem Parteitag am Wochenende zeigte sich die AfD selbstbewusst - und unbeeindruckt von der Brandmauer. Statt einer Koalition mit der CDU wollen weite Teile der Partei eine Alleinregierung.
05.07.2026 | 3:54 minFolgen des Klimawandels: Schäden in Deutschland
Große Einigkeit herrscht bei der Bewertung der Auswirkungen des Klimawandels: Jeweils deutliche Mehrheiten erwarten, dass die Folgen des Klimawandels der Wirtschaft (69 Prozent; nein: 28 Prozent), der Gesundheit der Menschen (72 Prozent; nein: 26 Prozent) sowie der Natur und Umwelt (81 Prozent; nein: 17 Prozent) in Deutschland stark schaden werden.
Diese Ansicht vertreten Mehrheiten in allen Altersgruppen sowie in allen Parteianhängergruppen außer der der AfD.
Der Klimawandel wird deutschlandweit spürbar. Agrarökonom Prof. Hermann Lotze-Campen fordert mehr Klimaresilienz: "Wir müssen noch stärker in die Umsetzung kommen."
17.08.2026 | 5:17 minMaßnahmen zum Hitzeschutz
Beim Thema Hitze glauben lediglich 19 Prozent, dass die Politik ausreichend Maßnahmen ergreifen wird, um auf zukünftige Hitzewellen gut vorbereitet zu sein. 75 Prozent und unterschiedlich große Mehrheiten in allen Parteianhängerschaften glauben das nicht.
SPD-Bundesjustizministerin Hubig will es Mietern erleichtern, Klimaanlagen und Sonnenblenden in ihren Wohnungen einzubauen. Dafür soll das Mietrecht angepasst werden.
19.08.2026 | 1:47 minEinfluss Russlands auf Politik in Deutschland
Russland versucht seit Jahren durch Desinformationen und Geheimdienstaktivitäten Einfluss auf die Politik in Deutschland zu nehmen. Dass das für Deutschland gefährlich ist, meinen mehr als drei Viertel (79 Prozent) der Befragten. 16 Prozent machen sich diesbezüglich keine Sorgen, darunter mit 48 Prozent besonders viele AfD-Anhänger.
Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 17. bis 19. August 2026 bei 1.319 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU 21 Prozent, AfD 21 Prozent, SPD 13 Prozent, Grüne 21 Prozent, Linke zwölf Prozent, FDP drei Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 25. September 2026. Informationen zur Methodik der Umfrage sowie zu den genauen Frageformulierungen finden Sie unter www.forschungsgruppe.de.
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