ZDF-Politbarometer Extra:Vor BaWü-Wahl: CDU knapp vor Grünen, Özdemir am beliebtesten
Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat die CDU einen leichten Vorsprung vor den Grünen. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer Extra.
Der Vorsprung der CDU auf die Grünen liegt in Baden-Württemberg derzeit nur bei zwei Prozentpunkten.
Quelle: ZDFGut eine Woche vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist der Kampf um Platz eins noch nicht definitiv entschieden, auch wenn die CDU aktuell einen leichten Vorsprung vor den Grünen hat. Wenn es um die Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten geht, liegt Cem Özdemir (Grüne) sehr deutlich vor seinen Konkurrenten von CDU und AfD.
Wahlentscheidung: Rund ein Drittel noch unentschlossen
Wenn schon am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre, dann ergäben sich folgende Projektionswerte für die Parteien: Die Grünen lägen zurzeit bei 25 Prozent, die CDU käme auf 27 Prozent, die SPD auf neun Prozent, die FDP auf sechs Prozent, die AfD auf 19 Prozent und die Linke auf sechs Prozent. Die anderen Parteien erhielten zusammen acht Prozent, darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde. Aufgrund dieser Zahlen würde es für eine Regierung aus CDU und Grünen reichen.
Diese Projektionswerte geben lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar. Bei der Interpretation der Zahlen sind insbesondere die statistischen Fehlerbereiche von Umfragen zu berücksichtigen. Dies gilt vor allem auch für die Parteien, die an der Fünf-Prozent-Grenze zu scheitern drohen oder knapp darüber liegen. Zudem kann es bis zum Wahlsonntag durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge der verschiedenen Parteien noch zu Veränderungen kommen. Darüber hinaus wissen zurzeit 32 Prozent der Befragten noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.
Bei der letzten Landtagswahl in Baden-Württemberg vor fünf Jahren erzielten die Grünen mit 32,6 Prozent ein Rekordergebnis, die CDU war 2021 mit 24,1 Prozent auf ein historisches Tief gefallen. Die SPD kam damals auf 11,0 Prozent, die FDP auf 10,5 Prozent und die AfD auf 9,7 Prozent. Die Linke war mit 3,6 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Alle anderen Parteien erzielten zusammen 8,5 Prozent.
Leicht positive Noten für die Landesregierung
Die Parteien in der Regierung erhalten bescheiden positive Bewertungen: Die Arbeit der Grünen in der Landesregierung wird dabei auf der Skala von plus fünf bis minus fünf ("Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der …?") mit einem Durchschnittswert von 0,2 bewertet, die des Koalitionspartners CDU mit 0,5. Die im Landtag vertretenen Oppositionsparteien werden durchgehend negativ bewertet: Die SPD mit minus 0,5, die FDP mit minus 1,1 und die AfD mit sehr schlechten minus 2,9.
Gewünschter Ministerpräsident: Özdemir klar vorne
Bei der Frage, wen man am liebsten als Ministerpräsidenten hätte, liegt Cem Özdemir (Grüne) mit 47 Prozent weit vor dem CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel, für den sich 25 Prozent aussprechen. Markus Frohnmaier (AfD) kommt lediglich auf acht Prozent (Rest zu 100 Prozent: "weder noch"/"kenne nicht" oder "weiß nicht"). Auf der Skala von plus fünf bis minus fünf ("Was halten Sie von …?") wird Cem Özdemir mit einem Durchschnittswert von 1,5 etwas besser beurteilt als Manuel Hagel mit 1,0. Markus Frohnmaier liegt mit minus 2,6 weit im Negativbereich.
Am 8. März wählt Baden-Württemberg einen neuen Landtag. In Umfragen liegt CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagen vorn, doch Grünen-Politiker Cem Özdemir holt weiter auf.
23.02.2026 | 3:00 minKoalitionsmodelle: Grün-Schwarz wird am positivsten gesehen
Von den rechnerisch möglichen Zweier-Koalitionen erhält kein Koalitionsmodell eine mehrheitliche Zustimmung. Am positivsten gesehen wird eine Regierung aus Grünen und CDU unter Führung der Grünen (45 Prozent gut, 41 Prozent schlecht, elf Prozent egal). Direkt danach folgt eine Koalition aus CDU und Grünen unter Führung der CDU (41 Prozent gut, 39 Prozent schlecht, 16 Prozent egal). Klar abgelehnt wird eine Koalition aus CDU und AfD (16 Prozent gut, 78 Prozent schlecht, fünf Prozent egal).
Zwölf Tage vor der Landtagswahl sind die aussichtsreichsten Spitzenkandidaten in einer TV-Debatte aufeinandergetroffen: Manuel Hagel (CDU), Cem Özdemir (Die Grünen) und Markus Frohnmaier (AfD).
25.02.2026 | 0:24 minWichtigstes Thema: Wirtschaftliche Lage
Die politische Agenda wird in Baden-Württemberg zurzeit ähnlich wie im Bund vom Thema "wirtschaftliche Lage" bestimmt, das 31 Prozent als aktuell wichtigstes Problem im Land benennen. Auf Platz zwei liegt das Thema "Klima und Energie" mit 14 Prozent. Es folgen Bildung/Schule mit 14 Prozent, Infrastruktur mit 13 Prozent, Zuwanderung/Asyl/Migration mit zwölf Prozent, Wohnungsmarkt/Mieten mit zehn Prozent und Arbeitslosigkeit mit zehn Prozent.
Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg dürfen erstmals auch 16- und 17-Jährige wählen. Wir haben mit Erstwählern gesprochen und sie gefragt, welche Themen ihnen besonders wichtig sind.
26.02.2026 | 1:57 minKompetenzen: CDU führt beim Thema Wirtschaft
Beim Thema Wirtschaft wird der CDU mit 36 Prozent die größte Kompetenz zugeschrieben. Danach kommen die Grünen mit 16 Prozent und die AfD mit acht Prozent (andere Parteien jeweils maximal vier Prozent; keine: 19 Prozent; weiß nicht: neun Prozent). Wenn es um den Klimaschutz geht, führen die Grünen mit 54 Prozent deutlich vor der CDU mit 15 Prozent und der AfD mit acht Prozent (andere Parteien jeweils maximal vier Prozent; keine: fünf Prozent; weiß nicht: sieben Prozent).
Beim Thema "Schule/Bildung" liegt die CDU mit 30 Prozent vor den Grünen mit 18 Prozent und der SPD mit zehn Prozent (andere Parteien jeweils maximal sieben Prozent; keine: neun Prozent; weiß nicht: 14 Prozent). Beim Thema "Flüchtlinge/Asyl" wird der CDU mit 26 Prozent etwas mehr zugetraut als den Grünen mit 21 Prozent und der AfD mit 18 Prozent (andere Parteien jeweils maximal acht Prozent; keine: fünf Prozent; weiß nicht: elf Prozent).
Die Umfrage zu diesem Politbarometer Extra wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden vom 23.2. bis 26.2.2026 unter 1.049 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Baden-Württemberg telefonisch und online erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte. Das nächste Politbarometer-Extra zu Baden-Württemberg sendet das ZDF am Donnerstag, den 5.3.2026 im heute-journal. Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de.
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