Steuerbetrug: Klingbeil und Hubig stellen härtere Regeln vor

Schwarzarbeit, Selbstanzeige, Strafmaß:Härteres Vorgehen gegen Steuerbetrug geplant

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Die Bundesregierung will Steuerbetrug stärker verfolgen und bestrafen. Dazu haben das Finanz- und Justizministerium nun einen gemeinsamen "Aktionsplan" vorgelegt.

Zollbeamte bei einer Kontrolle. Die Steuerfahndung Hamburg hat zusammen mit dem Hauptzollamt Hamburg · Finanzkontrolle Schwarzarbeit · und mit Unterstützung der Polizei Hamburg 19 Durchsuchungsbeschlüsse in Hamburg und Schleswig- Holstein wegen des Verdachts der bandenmäßigen Steuerhinterziehung und des bandenmäßigem Vorenthaltens von Arbeitsentgelten vollstreckt.

Die Bundesregierung will besser als bisher gegen Steuerkriminalität vorgehen. Geplant sind höhere Strafen, eine bessere Koordinierung und zusätzliche Steuerfahnder.

16.07.2026 | 2:29 min

Die Bundesregierung will Steuerkriminalität stärker verfolgen als bislang. Dazu haben Finanzminister Lars Klingbeil und Justizministerin Stefanie Hubig heute einen "Aktionsplan" vorgelegt. Ziel sei es, die Abschreckung zu erhöhen und so Einnahmeverluste zu minimieren.

"Wir machen die Ermittlungsbehörden schlagkräftiger", heißt es dazu aus den beiden Ministerien. Es werde ein Gemeinsames Zentrum gegen Steuer- und Finanzkriminalität beim Zoll geschaffen, in dem Steuerfahnderinnen und -fahnder aus den Ländern, Ermittler und Analysten der Bundesbehörden miteinander kooperieren sollen.

Damit bündeln wir die Analyse, Ermittlung und Verfolgung von Geldwäsche und Steuerkriminalität.

Aus dem "Aktionsplan" gegen Steuer- und Finanzkriminalität

Die ehemalige Cum-Ex-Chefermittlerin Anne Brorhilker zugeschaltet ins Studio vor

Etwa 100 Milliarden Euro sollen dem deutschen Staat jährlich durch Steuerbetrug entgehen. Juristin Brorhilker ordnet bei ZDFheute live den neuen Aktionsplan der Regierung ein.

16.07.2026 | 16:59 min

Mehr Kontrollen und härtere Strafen für Steuersünder

Geplant sei demnach unter anderem, Kontrollen auf Schwarzarbeit zu intensivieren. Verstöße sollen "konsequent geahndet" werden. Für organisierte Steuerkriminalität sollen künftig bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe möglich sein. Zudem sollen "Vermögen von verdächtiger unbekannter Herkunft" leichter ermittelt und auch sichergestellt werden können. "Wer unseren Staat und unsere Gesellschaft betrügt, darf damit nicht durchkommen", sagte Finanzminister Klingbeil bei der Vorstellung des Plans.

Wir wollen, dass künftig höhere Strafen drohen.

Lars Klingbeil (SPD), Bundesfinanzminister

Die Straffreiheit bei Selbstanzeigen soll laut dem Papier "in ihrer heutigen Form" abgeschafft werden. Wer künftig selbst eine Steuerhinterziehung offenlegt, könnte nach einer Gesetzesänderung nicht mehr automatisch straffrei bleiben. Außerdem will die Bundesregierung eine konsequentere Sanktionierung von Unternehmen, "die sich bewusst über Recht und Gesetz hinwegsetzen".

sgs barret gellinek

"Es gibt wirklich viel Lob für den Aktionsplan, selbst aus der Opposition", so Stephanie Barrett an der Frankfurter Börse.

16.07.2026 | 1:35 min

Elektronisches Meldesystem für Umsatzsteuer

Um Betrug zu verhindern, soll für die Umsatzsteuer außerdem ein elektronisches Meldesystem eingeführt und die Aufbewahrungsfristen für Buchungsbelege auf 15 Jahre verlängert werden. Wegen schwerer Steuerstraftaten sanktionierte Unternehmen sollen in einem öffentlichen Register gelistet werden. "Steuerkriminalität schadet uns allen. Sie untergräbt das Vertrauen in die Gerechtigkeit unseres Rechtsstaats", sagte Hubig Justizministerin bei der Vorstellung.

Bürgerinnen und Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass Regeln für alle gelten.

Stefanie Hubig (SPD), Bundesjustizministerin

Viele weitere Vorhaben im Aktionsplan bleiben derweil unkonkret. So heißt es etwa, dass die internationale Zusammenarbeit intensiviert werden soll, um sogenannte Steuerflucht zu verhindern, oder dass die Europäische Staatsanwaltschaft "gestärkt" werden soll.

Silhouette eines Mannes

Bürgergeld beziehen und nebenbei schwarzarbeiten – für manche offenbar ein attraktives Lebensmodell. Ein Handwerker erzählt, wie er seit Jahren den Staat austrickst.

14.05.2026 | 1:28 min

Quelle: ZDF, dpa
Über dieses Thema berichteten am 16.07.2026 mehrere Sendungen, darunter das ZDF-Mittagsmagazin ab 12 Uhr und die heute-Nachrichten ab 19 Uhr.

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