SPD-Politikerin über Koalition:Schwesig will "auf keinen Fall" Regierungsstreit
Die Koalitionsverhandlungen von Union und SPD gehen in die nächste Runde. Knackpunkte gibt es einige - SPD-Verhandlerin Schwesig setzt auf Sorgfalt. Streit seien die Bürger leid.
Union und SPD haben bei Steuern und Migration Redebedarf. Manuela Schwesig pocht auf Kompromisse in den Verhandlungen um späteren Streit zu vermeiden.
31.03.2025 | 7:22 minEigentlich sollte bis Ostern eine Regierung von Union und Sozialdemokraten stehen - so hatte es CDU-Chef Friedrich Merz vorgeschlagen. Um das Ziel zu erreichen, setzen 19 Vertreter von CDU, CSU und SPD am heutigen Montag in Berlin die Gespräche über eine mögliche gemeinsame Koalition fort. Mit dabei: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).
Schwesig: Knackpunkte von Union und SPD auflösen
Eine Einigung bis Ostern könnte angesichts mehrerer strittiger Themen knapp werden. Statt auf Eile pocht Manuela Schwesig im ZDF auf Sorgfalt bei der Verhandlung eines schwarz-roten Koalitionsvertrages: "Ich gehe davon aus, dass wir diese Woche wirklich noch brauchen," sagt Schwesig im ZDF-Morgenmagazin.
Deutschland ist groß, Deutschland hat viele Themen und das muss ordentlich beraten werden.
Manuela Schwesig, SPD
Die Hauptverhandler von Union und SPD kommen erneut zusammen. Größter Knackpunkt: Ein Milliardenloch im Haushalt.
31.03.2025 | 2:27 minSchwesig: Bürger sind Streit in der Regierung leid
Die Bürgerinnen und Bürger seien Konflikte innerhalb der Regierung leid. Man dürfe daher nicht in eine Koalition gehen und "Knackpunkte nicht auflösen", so Schwesig.
Dann hat man nachher Streit in der Regierung. Und das darf auf keinen Fall kommen.
Manuela Schwesig, SPD
Besser sei es jetzt intensiv zu verhandeln und dann Ergebnisse vorzustellen. Für sie sei es am wichtigsten, "dass wir jetzt sagen, wie wir vor allem die vielen Investitionen, die wir planen, schnell umgesetzt kriegen. Wir brauchen wirklich ein Deutschland-Tempo".
Der Druck sei groß, eine stabile Regierung zu bilden, so ZDF-Studioleiterin Zimmermann. Groß sei aber auch der "Wille zur Einigung".
28.03.2025 | 3:11 minStreitpunkt Steuern: Schwesig fordert Umverteilung
Ein Knackpunkt in den Koalitionsverhandlungen: Steuern. "Wir wollen vor allem Steuerentlastung für kleine und mittlere Einkommen", so die Ministerpräsidentin. Aber: "Das große Problem ist, dass es dafür kein Geld im Haushalt gibt." Die zuletzt beschlossenen Schulden für Verteidigung und Infrastruktur lösten dieses Problem nicht.
Diese Entlastungen "wollen wir aber", so Schwesig. Daher müsse man darüber nachdenken "die Reichsten in diesem Land doch hinzuziehen". Das Problem: Steuererhöhungen kommen für die CSU nicht infrage: "Für uns ist auf jeden Fall klar, Steuererhöhungen sind völlig ausgeschlossen", sagte CSU-Chef Markus Söder am Sonntagabend in der ARD. Ähnlich äußerte sich CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt im ZDF.
Alexander Dobrindt (CSU) kündigt Zurückweisungen an den Grenzen an - und schließt Steuererhöhungen aus.
30.03.2025 | 5:25 minStreitpunkt Migration: Nicht über Köpfe der Nachbarn hinweg
Laut Sondierungsergebnissen haben Union und SPD sich darauf geeinigt, Zurückweisungen von Asylsuchenden an den europäischen Grenzen in Abstimmung mit den Nachbarländern zu ermöglichen, um die irreguläre Migration zu verringern. Was eine Abstimmung jedoch praktisch bedeutet - darüber sind sich die möglichen Koalitionspartner uneinig. Schwesig erklärt:
Abgestimmt heißt schon, dass man sich einig sein sollte.
Manuela Schwesig, SPD
Man müsse mit Nachbarländern wie Polen sprechen, "denn Polen hat auch ein Interesse, dass es so wie es derzeit läuft, nicht weitergeht". Zwar klinge es gut, "gegen unsere Nachbarn zu handeln", es müsse jedoch auch funktionieren.
Merz hat ein Glaubwürdigkeitsproblem: Mit den Milliarden-Finanzpaketen hat er sein Wahlversprechen gebrochen, und nun muss er auch bei Steuern und Migration zurückrudern.
30.03.2025 | 3:54 minAbstimmung an den Grenzen erfolge bereits, so Schwesig: "Zum Beispiel bei uns in Mecklenburg-Vorpommern an der polnischen Grenze, das funktioniert auch". Künftig sei es denkbar, gemeinsame Kontrollen von Bundespolizei und der polnischen Polizei durchzuführen, so Schwesigs Vorschlag.
Dabei könnten dann auch direkte Abweisungen erfolgen. Man wolle nicht einfach "über den Kopf der Partner hinweg" handeln.
Das Interview führte ZDF-Morgenmagazin-Moderator Andreas Wunn. Autor der Zusammenfassung ist ZDFheute-Redakteur Silas Thelen.
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