Im Falle einer Waffenruhe in der Ukraine:Großbritannien und Frankreich wollen Stützpunkte errichten
Wenn es in der Ukraine zu einer Waffenruhe kommt, könnten Großbritannien und Frankreich Militärstützpunkte zur Absicherung errichten. Auch Deutschland sagt Unterstützung zu.
Pressekonferenz mit Friedrich Merz (CDU, Bundeskanzler), Emmanuel Macron (Präsident Frankreich), Keir Starmer (Premierminister Großbritannien) und Wolodymyr Selenskyj (Präsident Ukraine) zum Treffen der Koalition der Willigen
06.01.2026 | 59:00 minGroßbritannien und Frankreich wollen nach den Worten des britischen Premierministers Keir Starmer im Falle einer Waffenruhe Militärstützpunkte in der Ukraine errichten. Geplant seien "geschützte Einrichtungen für Waffen und militärische Ausrüstung", um die "Verteidigungsbedürfnisse der Ukraine" zu unterstützen, sagte Starmer am Dienstag.
Zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie Spitzenvertreter der EU und der Nato waren am Dienstag zu einem Ukraine-Gipfeltreffen in Paris zusammengekommen. Die sogenannte Koalition der Willigen einigte sich nach den Worten von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf "robuste" Sicherheitsgarantien für die Ukraine, an denen sich die USA beteiligen würden.
Nach dem Treffen der "Koalition der Willigen" in Paris stehen nun Sicherheitsgarantien fest. Doch die Frage nach amerikanischer Unterstützung bleibt offen, das Vertrauen ist angeknackst.
07.01.2026 | 2:30 minMerz stellt deutsche Beteiligung in Aussicht
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat eine militärische Beteiligung Deutschlands an der Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine in Aussicht gestellt. Nach dem Treffen der Verbündeten in Paris sagte er:
Dazu kann zum Beispiel gehören, dass wir nach einem Waffenstillstand Kräfte für die Ukraine auf benachbartem Nato-Gebiet einmelden.
Friedrich Merz
Aktuell werde militärische, logistische und technische Hilfe seitens der USA ausgehandelt, berichtet USA-Korrespondent Elmar Theveßen. Doch man sei sich unsicher: "Hundertprozentige Garantien gibt es nicht."
07.01.2026 | 3:11 minÜber Art und Umfang eines deutschen Beitrags würden Bundesregierung und Bundestag entscheiden, sobald die nötigen Bedingungen erfüllt seien, so Merz. Dazu zähle insbesondere "eine starke rechtlich bindende Sicherheitsgarantie der USA".
Damit stellte der Bundeskanzler erstmals die Entsendung von Bundeswehr-Soldaten im Rahmen einer internationalen Truppe für die Ukraine in Aussicht. Er machte aber zugleich deutlich, dass diese nicht in der Ukraine, sondern in einem zur Nato zählenden Nachbarland eingesetzt werden würden.
Die Sicherheitsgarantien für die Ukraine stünden fest, berichtet Andreas Stamm vom ZDF aus Brüssel. Einigkeit und Zuversicht seien zwar angesagt, doch es gebe auch große Zweifel an der Verlässlichkeit der USA.
07.01.2026 | 3:36 minWestliche Staaten stellen verbindliche Sicherheitsgarantien in Aussicht
Die westlichen Unterstützer stellten der Ukraine in einer gemeinsamen Erklärung bei dem Pariser Gipfel erstmals verbindliche Sicherheitsgarantien in Aussicht. "Wir sind bereit, uns zu einem System politisch und rechtlich verbindlicher Garantien zu verpflichten, das in Kraft tritt, sobald eine Waffenruhe in Kraft tritt", teilte EU-Ratspräsident António Costa nach den Beratungen mit.
Ein zentraler Punkt dabei ist der Plan, der Ukraine politisch und rechtlich verbindlich zuzusichern, sie im Fall eines erneuten russischen Angriffs nicht allein zu lassen. "Diese Verpflichtungen können den Einsatz militärischer Kapazitäten umfassen", hieß es ausdrücklich in der gemeinsamen Erklärung.
In der Ukraine bleiben die Menschen nach dem europäischen Ukraine-Gipfel skeptisch, so Timm Kröger. Das Vertrauen in die Sicherheitsgarantien der USA schwindet zudem weiter.
07.01.2026 | 1:07 minDer französische Präsident Emmanuel Macron, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der britische Premierminister Keir Starmer unterzeichneten kurz vor der gemeinsamen Pressekonferenz in Paris eine Absichtserklärung über die Entsendung einer multinationalen Truppe im Fall eines Waffenstillstands. Diese multinationale Truppe solle auf dem Boden, in der Luft und im Meer, "weit von der Kontaktlinie entfernt" eingesetzt werden, sobald es einen Waffenstillstand gebe, sagte Macron.
Multinationale Truppe nimmt Form an
Bei den Gesprächen der von Frankreich und Großbritannien angeführten Koalition ging es auch um die geplante multinationale Truppe zur Absicherung eines Friedens zwischen Russland und der Ukraine. Wie es in der gemeinsamen Erklärung hieß, soll diese Truppe unter europäischer Führung stehen und eine Kommandozentrale in Paris erhalten.
Es kommt immer wieder zu verheerenden Angriffen Russlands auf die Ukraine. Mit Unterwasserdrohnen bekämpft das ukrainische Militär zugleich erfolgreich russische Kriegsschiffe.
06.01.2026 | 2:13 minDie USA wollen diese Truppe demnach etwa mit ihrem Nachrichtendienst und logistisch unterstützen. Nach einem Waffenstillstand wollten Großbritannien und Frankreich Militärstützpunkte in der Ukraine aufbauen und geschützte Anlagen für Waffen und militärische Ausrüstung bauen, sagte Starmer. Frankreich könne mehrere Tausend Soldaten für eine Friedenssicherung in Richtung Ukraine entsenden, sagte Präsident Emmanuel Macron nach dem Gipfel dem Sender France 2.
USA will Überwachung eines Waffenstillstands leiten
Auch die USA sicherten der Koalition bei dem Pariser Gipfel ihre Unterstützung zu und werden laut der Abschlusserklärung bei der Überwachung eines Friedensabkommens eine Schlüsselrolle einnehmen. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff bekräftigte, US-Präsident Donald Trump wolle ein baldiges Kriegsende. Die USA seien bereit, umfassende Sicherheitsgarantien zu geben. Die Garantien für die Ukraine müssten so "stark wie nie" sein, um einen erneuten russischen Angriff zu verhindern.
Das Friedensabkommen zur Beendigung des Krieges mit Russland ist laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu 90 Prozent fertig.
01.01.2026 | 0:55 minAllerdings blieb unklar, was die USA konkret zur Wahrung eines Friedens in der Ukraine beisteuern wollen. Einem vorab verbreiteten Entwurf der Abschlusserklärung zufolge seien die USA bereit, einen "Mechanismus zur Überwachung des Waffenstillstands" zu leiten. Daran sollten sich auch Vertreter der sogenannten "Koalition der Willigen" beteiligen, zu der unter anderem Deutschland, Frankreich und Großbritannien zählen.
Mögliche Verletzungen des Waffenstillstands sollten gemeinsam begutachtet werden, um über eine angemessene Reaktion zu entscheiden.
Donald Trump glaubt nun nicht mehr, dass die Ukraine eine Residenz von Putin angegriffen hat. Bei den Anschuldigungen Moskaus handele es sich um Versuche, die Friedensprozesse zu untergraben.
06.01.2026 | 0:26 minTeilnahme der USA ein Zeichen für "Wiederannäherung"
Zum ersten Mal waren auch Vertreter der USA persönlich an einem Treffen der Koalition der Willigen beteiligt. Der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner waren vor Ort.
Nach französischer Darstellung gilt die Teilnahme von Witkoff und Kushner als ein Zeichen für die "Wiederannäherung" zwischen der Ukraine, Europa und den USA. Die Koalition der Willigen habe erreicht, "dass die USA die Ukraine nicht fallen lassen", hieß es aus dem Elysée.
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