Ungarn will Ukraine-Hilfen und Russland-Sanktionen blockieren

Streit um Ölpipeline:Ungarn will Ukraine-Hilfen und Russland-Sanktionen blockieren

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Die Ukraine kritisiert Ungarn und Slowakei, die wegen ausbleibender Öltransite mit Stromstopp drohen. Nun droht Ungarn Sanktionen gegen Russland zu blockieren.

Der ungarische Minister für auswärtige Angelegenheiten und Handel, Peter Szijjarto bei einer Pressekonferenz in Budapest. Hinter ihm die unagrische Flagge.

Ungarn droht damit, das 90 Milliarden Euro schwere Darlehen der EU für die Ukraine zu blockieren. Hintergrund ist ein Streit um Öllieferungen über die seit Januar unterbrochene Druschba-Pipeline.

21.02.2026 | 0:23 min

Die Ukraine hat den EU-Mitgliedern Ungarn und Slowakei im Streit um Energielieferungen Provokation und Erpressung vorgeworfen. Kiews Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete Drohungen aus Budapest und Bratislava, der Ukraine nach den russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur nun die Stromlieferungen abzustellen, als unverantwortlich. Das teilte er auf der Plattform X mit.

Das bedroht die Energiesicherheit der gesamten Region.

Andrij Sybiha

Kiew erwäge deshalb, den im sogenannten Assoziierungsabkommen mit der EU vereinbarten Frühwarnmechanismus in Kraft zu setzen.

Ungarn droht eine Abstimmung des Europäischen Parlament zu Hilfen für die Ukraine sowie eine Abstimmung über ein neues EU-Sanktionspaket gegen Russland zu blockieren.

Europäische Flaggen

Die EU-Außenminister beraten über ein neues Hilfspaket, das ausgefallene US-Hilfen kompensieren soll. Ungarn hat angekündigt, dagegen zu stimmen.

23.02.2026 | 1:36 min

Ukraine: "Druschba"-Pipeline durch russische Angriffe beschädigt

Ungarn und die Slowakei haben der Ukraine mit einem Stromlieferstopp gedroht, weil sie kein russisches Öl mehr durch die "Druschba"-Leitung des benachbarten Transitlandes erhalten. Außenminister Sybiha sagte, dass die Regierungen in Budapest und Bratislava ihre Beschwerden an den Kreml richten sollten - und nicht an Kiew. Die "Druschba"-Pipeline sei durch die russischen Angriffe beschädigt, die Reparaturarbeiten seien trotz der Gefahr von Raketenangriffen im Gange, hieß es in einer Mitteilung des ukrainischen Ministeriums.

Kiew kritisierte, dass Bratislava und Budapest den Ukrainern ausgerechnet während der extremen Kälteperiode Strom, Heizung und Gas vorenthalten wollten.

Damit spielen die Regierungen Ungarns und der Slowakei nicht nur dem Aggressor in die Hände, sondern schaden auch ihren eigenen Energieunternehmen, die Energie auf kommerzieller Basis liefern.

Mitteilung des ukrainischen Ministeriums

"Die Ukraine hat auch alternative Wege zur Lösung der Frage der Versorgung dieser Länder mit nicht-russischem Öl vorgeschlagen", teilte das Ministerium weiter mit.

Ungarn und die Slowakei erhalten anders als andere EU-Staaten trotz westlicher Sanktionen weiter das vergleichsweise billige russische Öl und sind von der Leitung abhängig. Sie beschuldigen die ukrainische Führung, die Wiederaufnahme der Lieferungen absichtlich zu verhindern.

In Rom protestieren Menschen zum Anlass des 4. Jahrestags des Ukraine-Kriegs.

Bevor sich der Beginn des Ukraine-Kriegs zum vierten Mal jährt, treffen sich die EU-Außenminister in Brüssel. Mit aller Wahrscheinlichkeit wird dort das 20. Sanktionspaket erlassen.

23.02.2026 | 0:27 min

Ungarn will EU-Sanktionspaket gegen Russland blockieren

Ungarn droht nun das geplante 20. Sanktionspaket der Europäischen Union gegen Russland zu blockieren. Außenminister Peter Szijjarto kündigt auf X an, sein Land werde dem Vorhaben beim Treffen der EU-Außenminister am Montag nicht zustimmen.

Solange die Ukraine den Öltransit nach Ungarn und in die Slowakei über die Druschba-Pipeline nicht wieder aufnimmt, werden wir keine Entscheidungen zulassen, die für Kiew wichtig sind.

Peter Szijjarto

Ungarn droht mit Blockade von Ukraine-Darlehen

Trotz einer bereits gefundenen EU-Einigung hatte Ungarn bereits am Freitag überraschend gewarnt, ein milliardenschweres Darlehen an die Ukraine nicht freizugeben. "Wir blockieren das 90-Milliarden-Euro-Darlehen der EU für die Ukraine, bis der Öltransit nach Ungarn über die "Druschba"-Pipeline wieder aufgenommen wird", schrieb der Szijjarto auf X.

X-Beitrag von Peter Szijjarto

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Wladimir Putin und Ursula von der Leyen

Die EU will bis 2027 kein Gas mehr aus Russland beziehen. Brüssel will damit unabhängig werden. Aber es gibt Ausnahmen. ZDFheute live analysiert die Folgen der EU-Entscheidung.

03.12.2025 | 17:21 min

Orban: "Lassen uns nicht herumschubsen"

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban äußerte sich zu der Blockade des EU-Darlehens und betonte am Freitag im Onlinedienst Facebook: "Wir lassen uns nicht herumschubsen."

Ungarns Außenminister warf der Ukraine vor, das Land arbeite mit der ungarischen Opposition und Brüssel zusammen, um die Kraftstoffpreise vor den Wahlen in die Höhe zu treiben. Erstmals seit 16 Jahren läuft Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban Gefahr, die Parlamentswahl in seinem Land zu verlieren.

US Hungary Rubio

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban will sich bei der anstehenden Parlamentswahl eine fünfte Amtszeit sichern. In Budapest stärkte ihm US-Außenminister Rubio den Rücken.

16.02.2026 | 2:26 min

Einigung über EU-Hilfen war eigentlich beschlossen

Eigentlich gab es in der EU bereits eine Einigung darauf, der Ukraine über zwei Jahre bis zu 90 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Das hatten zunächst die Staats- und Regierungschefs im Dezember beschlossen, und dem stimmte vergangene Woche auch das Parlament zu. Damit die ersten Gelder ausgezahlt werden können, muss nun nur noch der Rat der Mitgliedstaaten zustimmen. Dies galt als Formalie.

Die dafür notwendige Abstimmung ist nun aber zunächst verschoben. Ein Sprecher der EU-Kommission verwies auf die einstimmige Entscheidung beim EU-Gipfel und teilte auf dpa-Anfrage mit: "Wir erwarten, dass alle Mitgliedstaaten diese politische Vereinbarung im Hinblick auf die endgültige Annahme des Darlehens einhalten."

ZDF-Korrespondent Ulf Röller spricht in einem Schaltgespräch aus Brüssel

Die Ukraine erhält von der EU ein Darlehen von über 90 Milliarden Euro. Brüssel-Korrespondent Ulf Röller sagt, dass sowohl Europa als auch die Ukraine davon profitieren werden.

19.12.2025 | 1:01 min

Das Geld soll den dringendsten Finanzbedarf der Ukraine bis Ende 2027 decken und dem Land eine Fortsetzung seines Abwehrkampfes gegen Russland ermöglichen. 60 Milliarden sind demnach für die Verteidigung vorgesehen.

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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
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Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete die ZDFheute Xpress am 21.02.2026 um 10:00 Uhr.

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