Krieg in der Ukraine: Ein schonungsloser Kampf um Andrijiwka

Hautnah dokumentierter Kriegsalltag:2.000 Meter in drei Monaten: Die Schlacht um Andrijiwka

von Bettina Blaß

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Im Kampf um das Dorf Andrijiwka hat Oscar-Preisträger Mstyslav Tschernow ukrainische Soldaten begleitet. Ein schonungsloser Film über den hohen Preis des Krieges in der Ukraine.

Doku | ZDFinfo Doku
:2.000 Meter bis Andrijiwka

2.000 Meter müssen die Soldaten der 3. ukrainischen Sturmbrigade zurücklegen, um das Dorf Andrijiwka zu befreien. (Doku ohne Altersangabe zwischen 23 und 6 Uhr verfügbar)
Video105:37
Kriegsgeschehen aus der Perspektive eines Soldaten im Waldgebiet

Nur 2.000 Meter müssen die Soldaten der dritten ukrainischen Sturmbrigade zurücklegen, um das von Russland besetzte Dorf Andrijiwka im Osten der Ukraine zu befreien. Normalerweise ist das eine Distanz, die ein Mann in wenigen Minuten zurücklegt.

Für die ukrainischen Soldaten wird diese Strecke zu einem monatelangen Albtraum. Der Weg nach Andrijiwka führt durch einen schmalen, von Minenfeldern gesäumten Wald, in dem jeder Zentimeter Boden mit ihrem Blut erkämpft werden muss.

Selenskyj am Rednerpult

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sind bereits 55.000 Soldaten verstorben - viele weitere vermisst. Das erklärt Präsident Selenskyj in einem Interview.

05.02.2026 | 0:17 min

Blick auf die Frontlinie in der Ukraine

Nach seinem Oscar-prämierten Dokumentarfilm "20 Tage in Mariupol" richtete der ukrainische Regisseur Mstyslav Tschernow 2023 seine Kamera erneut auf die Frontlinien seines Heimatlandes. Für seinen neuen Film "2.000 Meter bis Andrijiwka" wurde er 2025 beim Sundance Film Festival in Utah in den USA mit dem Directing Award ausgezeichnet. Das ZDF zeigt die Doku in deutscher Erstaufführung kurz vor dem vierten Jahrestag des Ukraine-Kriegs.

Sehen Sie die Doku "2.000 Meter bis Andrijiwka" am 22. Februar um 00:10 Uhr bei ZDFinfo oder streamen Sie sie in der Zeit zwischen 23 und 6 Uhr oder mit Altersnachweis im ZDF-Streaming-Portal.


Statt auf Statistiken zu setzen, erzählt Tschernow die Geschichte der Eroberung des Dorfes Andrijiwka durch die Schicksale hoffnungsvoller junger Soldaten, die im Kampf gegen die russischen Aggressoren ihr Leben riskieren. Bodycam-Aufnahmen der ukrainischen Armee nehmen den Zuschauer mit in einen menschenfeindlichen, lebensvernichtenden Kosmos.

Mehr als nur Zahlen von Soldaten im Ukraine-Krieg

Der Film dokumentiert den permanenten emotionalen Ausnahmezustand der Soldaten, die sich unter Beschuss von Erdloch zu Erdloch vorkämpfen. Die Kamera ist ein nüchterner Beobachter, der die Brutalität des Kriegs einfängt.

Feuerwehrleute arbeiten daran, die Flammen einzudämmen, die aus dem zentralen Markt in Kramatorsk aufsteigen, nachdem ein russischer Drohnenangriff das Gebiet in Brand gesetzt hat.

Die Stadt Kramatorsk ist das letzte ukrainische Bollwerk in der von Russland beanspruchten Region Donezk. Doch regelmäßige Angriffe Russlands schwächen die Frontlinie der Ukraine enorm.

04.02.2026 | 1:26 min

Gagarin, Fedya oder Sheva stehen stellvertretend für die vielen Soldaten, die in diesem Krieg kämpfen. Der 46-jährige Sheva hatte sich freiwillig gemeldet und dafür einen sicheren Posten bei der Militärpolizei aufgegeben. In Tschernows Dokumentarfilm geht er in sein erstes Gefecht. Fünf Monate später wird er tot sein, verwundet in einer anderen Schlacht, gestorben im Krankenhaus.

Fedya ist 24. Er wurde zum Feldwebel befördert. Vor der Invasion war er Lagerist, im Krieg führte er seine Männer durch das unerbittliche Artilleriefeuer.

Gagarin, ebenfalls 24 und früher Lkw-Fahrer, kam, um seinen Freund Fedya bei einer Schlacht zu ersetzen, als sie noch 300 Meter von Andrijiwka entfernt waren. Er sollte diesen Tag nicht überleben.

Ukraine

Beerdigungen in Charkiw, täglicher Beschuss im Donbas. Soldaten, Zivilisten und Präsident Selenskyj lehnen einen Gebietsverzicht ab - zu groß ist das Misstrauen gegen Russland.

05.02.2026 | 2:24 min

Beigesetzt wurde Gagarin in seiner westukrainischen Heimatstadt Polonne, einem Ort mit rund 20.000 Einwohnern, die in diesem Krieg schon viele Opfer zu Grabe tragen mussten.

Es war die 56. Beerdigung im Ort.

Mstyslav Tschernow, Dokumentarfilmer

Ein Feuerwehrmann läuft vor den zerstörten Häusern in der ukrainischen Stadt Saporischschja

In Saporischschja versuchen Familien, trotz Drohnenangriffen am Alltag festzuhalten, während Soldaten die Front sichern. Das nahe AKW bleibt ein großer Streitpunkt in Friedensverhandlungen.

11.02.2026 | 6:25 min

Ein Dorf, das nur noch ein Name ist

Am Tag der Beerdigung von Gargarin, drei Monate nach Beginn der Offensive, begann die letzte Schlacht um Andrijiwka. Schließlich erreichte die Brigade ihr Ziel. Vom Dorf selbst war nichts mehr übrig, die russischen Soldaten hatten es von der Landkarte getilgt. Inmitten der Trümmer habe es kaum Platz gegeben, die Flagge zu hissen, sagt Filmemacher Mstyslav Tschernow. Die Dorfbewohner seien tot oder weg.

Alles ist zerstört - Menschen, Tiere, Erinnerungen. Alles, was übrig geblieben ist, ist ein Name.

Mstyslav Tschernow, Filmemacher und Ukrainer

Andrijiwka und der größte Teil der während der Gegenoffensive 2023 zurückeroberten Gebiete wurden inzwischen erneut von Russland besetzt. Bis Januar 2026 kontrollierte Russland mehr als 116.000 Quadratkilometer - fast 20 Prozent der Ukraine.

Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
Satellitenbild: Rauchgeneratoren auf der Krim-Brücke aufgenommen am 22.6.2026
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Über dieses Thema berichtet die Sendung "2.000 Meter bis Andrijiwka", online verfügbar am 17.02.2026 um 5 Uhr, in ZDFinfo am 22.02.2026 ab 00:10 Uhr.
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