Trump drängt auf Einigung:Ukraine-Treffen in Genf: Wie die Chancen auf Frieden stehen
In Genf gehen die Verhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den USA über ein Ende des Krieges weiter. Ein Durchbruch gilt allerdings als unwahrscheinlich.
Russland und die Ukraine haben in Genf weitere Gespräche über ein Ende des Krieges begonnen. An der Front konnte die ukrainische Armee zuletzt eigenes Staatsgebiet zurückerobern.
17.02.2026 | 2:42 minIn der Schweiz ist der erste von zwei Verhandlungstagen zwischen der Ukraine und Russland beendet. "Nach dem gemeinsamen Teil ist die Arbeit in thematischen Gruppen fortgesetzt worden", teilte der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow auf Telegram mit.
Die Unterhändler haben sich demnach auf "praktische Fragen und Mechanismen möglicher Lösungen" konzentriert. Er erwähnte dabei einen politischen und einen militärischen Block. Am Mittwoch würden die Gespräche fortgesetzt.
Nach Tag eins der Verhandlungen in Genf spreche die russische Seite von "steigender Anspannung", berichtet ZDF-Korrespondent Armin Coerper.
17.02.2026 | 2:41 minRussland spricht von "steigender Anspannung"
Nach dem ersten Verhandlungstag spreche die russische Delegation von "steigender Anspannung", berichtet ZDF-Korrespondent Armin Coerper.
Vielleicht heißt das, dass man die Verhandlungen platzen lassen will. Vielleicht heißt das aber auch, dass man jetzt bereit ist, wirklich ehrlich zu verhandeln.
Armin Coerper, ZDF-Korrespondent
Die Gespräche werden in der Schweizer Stadt geführt, nachdem zwei Runden in Abu Dhabi ohne größeren Durchbruch endeten. Während die ukrainische Seite bei den unter Vermittlung der USA geführten Gesprächen vor allem humanitäre Fragen und Sicherheitsgarantien in den Mittelpunkt stellen möchte, will Russland dem Nachbarland dauerhafte Gebietsabtretungen abringen.
Der Applaus bei der Rede Selenskyjs sei bemerkenswert, aber dieser werde die Ukraine nicht retten, sagt Oberst Reisner. Sie brauche Raketen, um sich gegen Russland zu wehren.
14.02.2026 | 11:31 minRussische Delegation musste Umweg in Kauf nehmen
Die Delegation aus Kiew traf bereits am Montag in Genf ein. "Die Tagesordnungspunkte sind abgestimmt, das Team ist bereit zur Arbeit", ließ Umjerow über die sozialen Netzwerke wissen.
Die russische Delegation musste auf dem Flug von Moskau nach Genf laut russischen Staatsmedien einen mehrstündigen Umweg in Kauf nehmen: Da der Weg von Russland in die Schweiz zwangsläufig über das Gebiet von Mitgliedstaaten der Nato und EU führt, wurde nach Informationen der Agentur Ria Nowosti mit Hilfe der USA eine Überfluggenehmigung erteilt.
Trotz Kriegsleiden bleiben die Kiewer unbeugsam. “Die Bereitschaft, den Russen Gebiete zu geben, die sie nicht selbst erobert haben, ist sehr niedrig ausgeprägt“, berichtet ZDF-Reporter Henner Hebestreit.
17.02.2026 | 2:49 minKiew lehnt Gebietsabtretungen weiterhin ab
US-Präsident Donald Trump drängt Moskau und Kiew zu einer Einigung, um den Krieg zu beenden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte jedoch kritisiert, dass vor allem sein Land unter Druck gesetzt werde, Zugeständnisse zu machen.
Russland verlangt einen Rückzug ukrainischer Truppen aus den von ihnen kontrollierten Teilen der Gebiete Luhansk und Donezk und will diese dem eigenen Staatsgebiet einverleiben. Nicht nur in Kiew wird das kategorisch abgelehnt - auch europäische Verbündete der Ukraine warnen davor, den Aggressor Russland für seinen Angriffskrieg quasi noch zu belohnen.
Russlands Ziel sei es, die Menschen in der Ukraine zu zermürben. Dem komme Putin mit seinen Angriffen auf die ukrainische Infrastruktur immer näher, sagt Militärexperte Gressel.
12.02.2026 | 32:29 minGenfer Gespräche: Kaum Hoffnung auf Durchbruch vor Jahrestag
Die Verhandlungsrunde in Genf findet wenige Tage vor dem vierten Jahrestag des russischen Einmarsches in die Ukraine am 24. Februar statt. Die Erwartungen an einen Durchbruch sind jedoch gering. Selenskyj sagte am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz, er hoffe auf ernsthafte, substanzielle Gespräche.
Aber ehrlich gesagt fühlt es sich manchmal so an, als ob die Seiten über völlig unterschiedliche Dinge sprechen.
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident
Russland hält etwa 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt, einschließlich der bereits vor der Invasion 2022 annektierten Halbinsel Krim und Teilen der östlichen Donbass-Region.
Selenskyj warnt vor russischen Angriffen auf Energieversorgung
Kurz vor der Wiederaufnahme der Gespräche warnte Selenskyj vor neuen schweren russischen Luftangriffen.
Russland kann der Versuchung der letzten kalten Wintertage nicht widerstehen und will die Ukrainer schmerzhaft treffen.
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident
Geheimdienstberichte deuteten darauf hin, dass Russland weitere massive Schläge gegen die Energieinfrastruktur vorbereite, sagte Selenskyj am Montag in seiner abendlichen Videoansprache. Solche Angriffe erschwerten eine Einigung zur Beendigung des Krieges.
Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog: