Noch kein Putin-Treffen in Aussicht:"Nicht ausreichend": Selenskyj kritisiert Genfer Gespräche
Ukraines Präsident Selenskyj bezeichnet die Ergebnisse der Genfer Gespräche mit Russland als unzureichend. Weitere Gespräche sind angekündigt, zentrale Fragen bleiben jedoch offen.
Die Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland sind am Mittwoch zu Ende gegangen. Keine Seite ist bislang bereit, der anderen einen Schritt entgegen zu kommen, so Armin Coerper.
18.02.2026 | 0:51 minDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Ergebnisse nach den zweitägigen Verhandlungen mit russischen Vertretern in Genf über ein Kriegsende als unzureichend kritisiert. Selenskyj sagte in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft:
Die Ukraine ist an einem Resultat interessiert. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nicht sagen, dass das Ergebnis ausreichend ist.
Wolodymyr Selenskyj, Ukrainische Präsident
Schon vorher hatte er den Russen eine Verzögerungstaktik bei den Verhandlungen unter US-Vermittlung vorgeworfen.
“Es bleibt einem Spitzentreffen zwischen Präsident Selenskyj und Präsident Putin vorbehalten, um eine Lösung zu finden“, kommentiert ZDF-Reporter Henner Hebestreit aus Lwiw die aktuelle Verhandlungslage.
18.02.2026 | 1:20 minKeine Einigung zu zentralen Punkten
"Die Militärs haben einige Fragen ernsthaft und inhaltlich diskutiert. Sensitive politische Fragen, Fragen zu möglichen Kompromissen und das notwendige Treffen der Staatschefs sind noch nicht ausreichend erörtert worden", sagte Selenskyj. Er hatte gefordert, dass in Genf über ein Treffen zwischen ihm und Kremlchef Wladimir Putin gesprochen werde. Putin hat solche direkten Gespräche zwar angeboten - aber nur in Moskau, was Selenskyj ablehnt.
Zudem habe er für Genf die Aufgabe gestellt, humanitäre Fragen wie den Austausch von Gefangenen und Zivilisten zu klären, sagte Selenskyj. Während bei früheren direkten Gesprächen in Istanbul im vergangenen Jahr und in diesem Jahr auch in Abu Dhabi der Austausch von Kriegsgefangenen vereinbart und durchgezogen worden war, gab es diesmal zunächst keine Mitteilung dazu.
Die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine starten in Genf in den 2. Tag. Doch: “Es ist schwer, irgendeine Bewegung zu erkennen“, kommentiert ZDF-Russlandkorrespondent Armin Coerper.
18.02.2026 | 2:49 minWeitere Gespräche angekündigt
Die Ukraine hoffe nun auf weitere Verhandlungen noch im Februar, sagte Selenskyj. Zuvor hatte die russische Seite mitgeteilt, dass es die nächsten Gespräche in Kürze geben solle. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, noch sei aber kein Ort oder Termin festgelegt. Der russische Chefunterhändler Wladimir Medinski hatte von schwierigen, aber gehaltvollen Verhandlungen in Genf gesprochen. Zu konkreten Ergebnissen äußerte sich keine der Seiten. Anzeichen für einen größeren Durchbruch im Ringen um Frieden gab es nicht.
Etwa die Hälfte der Erwerbsfähigen, die in den ersten sechs Monaten des Ukraine-Kriegs geflüchtet sind, hat einen Job gefunden. Ihr Vorteil: Sie haben direkten Zugang zum Arbeitsmarkt.
17.02.2026 | 1:54 minSelenskyj gibt Einblick in Verhandlungsthemen
Selenskyj gewährte auch Einblick in die Ausgestaltung eines möglichen Waffenstillstands in der Zukunft. Eine Überwachung der Einhaltung eines entsprechenden Abkommens werde "definitiv unter Beteiligung der amerikanischen Seite erfolgen", erklärte er per Sprachnachricht in einem Whatsapp-Chat für Medienvertreter.
Selenskyj lobte, dass die Europäer bei den Gesprächen in Genf anwesend waren - neben Gastgeber Schweiz waren demnach Vertreter aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien dabei. "Gerade wir in der Ukraine vertreten immer die Position, dass Europa an diesem Prozess beteiligt sein muss", sagte Selenskyj. "Ich möchte den Vereinigten Staaten von Amerika dafür danken, dass sie diese Position gehört haben."
Etwa die Hälfte der Erwerbsfähigen, die in den ersten sechs Monaten des Ukraine-Kriegs geflüchtet sind, hat einen Job gefunden. Ihr Vorteil: Sie haben direkten Zugang zum Arbeitsmarkt.
17.02.2026 | 1:54 minGroße Differenzen bleiben bestehen
Bei den Forderungen bezüglich eines möglichen Friedensabkommens scheinen beide Seiten weiterhin weit voneinander entfernt zu sein. Putin besteht nach wie vor darauf, dass die Ukraine auf einen Nato-Beitritt verzichtet, die Größe ihres Militär reduziert und die russische Sprache sowie Kultur schützt. Zudem verlangt er, dass sich die ukrainischen Truppen aus den vier Regionen im Osten der Ukraine zurückziehen, die Moskau völkerrechtswidrig annektiert hat, aber nicht vollständig kontrolliert. Selenskyj hat immer wieder ausgeschlossen, Gebiete an Russland abzutreten.
Die Ukraine wehrt sich seit fast vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Vor dem Jahrestag am 24. Februar ist kein Ende der Invasion in Sicht. Nächste Woche geht der Krieg in sein fünftes Jahr.
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