Israel und Hisbollah: Konflikt spitzt sich zu

Gegenseitige Angriffe trotz Waffenruhe:Israel und Hisbollah: Konflikt spitzt sich zu

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Trotz Waffenruhe greifen Israel und die Hisbollah weiter an. Regierungschef Netanjahu kündigt ein härteres Vorgehen gegen die Miliz im Libanon an. Der Konflikt spitzt sich zu.

 Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu spricht während einer Pressekonferenz in Jerusalem. (Archiv)

Die libanesische Hisbollah hat nach eigenen Angaben Ziele in Israel angegriffen. Israel kündigte an, die Offensive gegen die Miliz zu verstärken.

26.05.2026 | 0:16 min

Bei israelischen Luftangriffen im Libanon sind nach libanesischen Angaben zwölf Menschen getötet worden. Bei den Angriffen auf einen Ort in der Bekaa-Ebene im Südosten des Landes am späten Montagabend habe es weitere Verletzte gegeben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur NNA, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Es habe dort mindestens acht Angriffe gegeben.

Das israelische Militär gab auf Nachfrage an, die Berichte zu prüfen. Die Hisbollah äußerte sich zunächst nicht. In der Nacht und am Morgen kam es nach NNA-Angaben zu weiteren Angriffen, vor allem im Süden des Landes. Lokale Medien berichteten von Dutzenden Angriffen in verschiedenen Gebieten des Südlibanons.

Ein von israelischen Angriffen zerstörtes Gebäude im Libanon.

Israel und der Libanon haben sich auf eine Verlängerung der Waffenruhe verständigt. Doch schon heute gab es erneut Angriffe, auch auf die Pufferzone im Süden des Libanons.

16.05.2026 | 1:28 min

Netanjahu kündigt verstärkte Angriffe an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Montagabend angekündigt, die Angriffe gegen die Hisbollah zu verstärken. "Ich habe eine noch größere Beschleunigung unserer Operationen befohlen", sagte Netanjahu in einer auf der Onlineplattform Telegram veröffentlichten Videobotschaft.

Wir werden unsere Angriffe verstärken, unsere Feuerkraft vermehren, und wir werden sie zerschlagen.

Benjamin Netanjahu, Israels Regierungschef

Im Libanon wächst angesichts dessen die Sorge vor einer weiteren Eskalation. Zahlreiche Bewohner aus den südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut verließen in der Nacht aus Angst vor israelischen Angriffen ihre Häuser. Die Hisbollah hat in den Vororten eine starke Präsenz.

Bereits am Montag ist es nach einer Zählung der libanesischen Nachrichtenseite "L'Orient Today" zu einer starken Ausweitung der israelischen Angriffe gekommen. Israelische Kampfflugzeuge haben demnach 76 Luftangriffe auf 44 Ziele im Libanon verübt. Außerdem habe es 15 Drohnenangriffe und Artilleriebeschuss auf 25 Orte gegeben, hieß es in dem Bericht.

Rauch steigt von einem libanesischen Dorf auf

Libanons Präsident Aoun fordert Israels Militär zum Rückzug aus dem Süden des Landes auf. Gleichzeitig verschärft sich die Lage vor Ort. Israel und die Hisbollah brechen die Waffenruhe.

25.05.2026 | 0:29 min

Israel und Hisbollah werfen sich gegenseitig Bruch der Waffenruhe vor

Netanjahu begründete seine Entscheidung zur nochmaligen Verstärkung des Militäreinsatzes mit anhaltenden Angriffen durch die Hisbollah. Die Miliz greife Israel mit Drohnen an, darunter seien auch Glasfaserdrohnen, die resistenter gegen elektronische Störungen seien. Jedoch arbeiteten israelische Teams bereits an "Gegenmaßnahmen" gegen diese Drohnenangriffe, versicherte der Regierungschef.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ali Chamenei feuerte die von Teheran unterstützte Hisbollah-Miliz Raketen vom Libanon aus auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Ziele im Süden des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

Seit Mitte April gilt eine von den USA vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und dem libanesischen Staat. Diese wird allerdings von der Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist und auf die der Libanon nur bedingt Einfluss hat, nicht anerkannt. Die Miliz lehnt zudem die direkten Gespräche zwischen der libanesischen Regierung und Israel ab.

Rauch steigt von der Stelle eines israelischen Luftangriffs auf, der am 15. Mai 2026 das südlibanesische Dorf Kfar Tibnit zum Ziel hatte.

In Washington haben sich Israel und der Libanon auf eine Verlängerung der Waffenruhe um 45 Tage geeinigt. Kurz nach Bekanntgabe der Feuerpause gingen die gegenseitigen Angriffe aber weiter.

16.05.2026 | 1:27 min

Netanjahu innenpolitisch unter Druck

Netanjahu steht in dem Konflikt unter massivem innenpolitischen Druck: Zwei rechtsextreme Minister seines Kabinetts forderten am Montag vehement ein härteres Vorgehen: Es sei an der Zeit, dass Netanjahu gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump "eine entschlossene Haltung einnimmt und ihm mitteilt, dass Israel wieder in den Krieg im Libanon eintritt", erklärte Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir im Onlinedienst X.

Der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich forderte Angriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut, um den Drohnenangriffen der Hisbollah entgegenzuwirken. "Es ist dringend notwendig, der Bedrohung durch die Sprengstoffdrohnen der Hisbollah ein Ende zu setzen", erklärte Smotrich auf Telegram. "Für jede Sprengstoffdrohne müssen in Beirut zehn Gebäude einstürzen."

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Quelle: AFP, Reuters, dpa
Über dieses Thema berichtet das ZDF unter anderem in der ZDFheute Xpress am 26.05.2026 ab 05:30 Uhr.

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