Polizei: "Nachläufer"-Raubüberfälle halten Fahnder in Atem

“Nachläufer-Taten” in Berlin:Verprügelt und ausgeraubt: Berlin kämpft gegen Raubüberfälle

von Thomas Heise

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Immer wieder geraten Menschen ins Visier junger Täter, die ihre Opfer gezielt ausspähen und brutal angreifen. Frontal begleitet die Zivilfahnder vom Kommissariat K44 in Berlin.

Drei junge Männer stehen in einem überdachten Bereich eines S- und U-Bahnhofes mit Backsteinwänden und Treppenaufgang. Die Gesichter sind verpixelt. Einer von ihnen trägt eine Tarnkappe und dunkle Kleidung, der Zweite einen grauen Trainingsanzug mit Kapuze, der Dritte einen dunklen Pullover und blickt auf ein Smartphone. Die Szene ist eine Aufnahme aus einer Überwachungskamera; rote grafische Overlay-Elemente und Rasterlinien sind über das Bild gelegt.

Immer öfter geraten Menschen auf dem Heimweg ins Visier junger Täter, die ihre Opfer gezielt ausspähen, verfolgen und brutal angreifen. Im Polizeijargon heißen solche Fälle „Nachläufer-Taten“.

10.06.2026 | 11:51 min

Es ist kurz nach Mitternacht, als die Fahnder des Berliner Landeskriminalamts durch die Straßen rund um den Alexanderplatz fahren. Über Funk geht die nächste Meldung ein: eine Schlägerei, mehrere Beteiligte, junge Männer auf der Flucht. Für die Ermittler ist das längst Alltag. Fadi vom Polizeikommissariat 44 kennt das Milieu und die Motive der Straftäter.

Sie brauchen Geld. Sie wollen gerne in diesem Luxus leben. Sie wollen schnelle Autos. Sie wollen auch ihre Drogen. Es ist ja eine Art Beschaffungskriminalität. Sie sagen dir selber: bevor sie lange arbeiten gehen, für 300, 400 Euro oder eine Ausbildung, ist das schnell gemacht.

Fadi, Polizei Berlin K44

Laut der polizeilichen Kriminalstatistik ist der Alexanderplatz einsamer Spitzenreiter, was die Zahl der Straftaten in Berlin angeht. Vor allem Gruppen aus Syrien und Afghanistan halten die Ermittler in Atem.

Ehmaliger BKA-Beamter Loest

In Sinzig wurde eine Bankfiliale überfallen und Geiseln genommen. Ein Ex-SEK-Beamter zur unbehelligten Flucht des Täters.

08.05.2026 | 9:45 min

"Nachläufer-Taten": Ausspähen, Verfolgen, Überfallen

Die Polizei beschäftigt inzwischen ein Phänomen besonders: Im Polizeijargon "Nachläufer-Taten" genannt. Vor allem rund um Spielbanken soll eine kriminelle Bande gezielt Gewinner ausgespäht haben, um sie anschließend auszurauben.

In einem Fall observierte die Gruppe einen israelischen Touristen. Die Täter liefen ihm nachts um drei Uhr nach einem Spielbankbesuch nach und warteten auf eine günstige Gelegenheit, um ihn anzugreifen.

Er wurde von allen fünf wirklich aufs Übelste zusammengeschlagen. Mehrere Tritte, mehrere Schläge - auch auf den Kopfbereich. Er hat unter anderem eine schwere Kopfverletzung bekommen und musste notärztlich behandelt werden. Da muss man dazu sagen: Es war wahrscheinlich ein reiner Zufall, dass er überlebt hat.

Michael Petzold, Staatsanwaltschaft Berlin 


Auch bei anderen Opfern gingen die Täter besonders brutal vor. Die 79-jährige Monika H. ist bis heute traumatisiert.

Ich habe nie Angst gehabt und jetzt habe ich nur noch Angst. Wenn ich auf der Straße laufe, auch am Tage und es ist jemand hinter mir, dann bleibe ich erst mal stehen und gucke, wer das ist.

Monika H.


Die Bande schlug über Monate an verschiedenen Orten zu. Erst durch die Auswertung zahlreicher Videoaufnahmen und intensiver Ermittlungsarbeit gelang es der Polizei, die Taten einer Gruppe zuzuordnen.

Meppen: Drei Kiosküberfälle in kurzer Zeit

Innerhalb weniger Tage werden drei verschiedene Kioske im niedersächsischen Meppen überfallen. Die Polizei prüft nun, ob die Vorfälle zusammenhängen und fahndet nach den Räubern.

25.03.2026 | 2:25 min

Die Motive der Täter

Für die Ermittler zeigen die Fälle ein Problem, das über einzelne Täter hinausgeht. Viele der jungen Männer seien ohne stabile familiäre Strukturen nach Deutschland gekommen. Einige bewegten sich in Milieus, in denen schnelles Geld, Statussymbole und Drogenkonsum wichtiger erscheinen als Ausbildung oder Arbeit. Die Folge: eine Mischung aus Gruppenloyalität, Perspektivlosigkeit und Gewaltbereitschaft, die immer wieder in Straftaten mündet.

Zurück am Alexanderplatz ist die Nacht noch lange nicht vorbei. Die Zivilfahnder fahren weiter durch die Straßen, kontrollieren bekannte Gesichter, reagieren auf neue Meldungen. Der Funk schweigt selten lange. Für die Beamten gehört das inzwischen zum Alltag. Für viele Berliner und Besucher der Stadt aber ist die Erkenntnis neu: Die größte Gefahr beginnt oft nicht mit dem Überfall selbst - sondern mit dem Moment, in dem jemand unbemerkt beschließt, einem zu folgen.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in "Frontal - die Doku: Ausgeraubt auf dem Heimweg - wie junge Täter brutal zuschlagen" am 10.06.2026 um 18 Uhr.
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