An Gymnasium in Schongau:Bayern: 16-Jähriger verletzt zwei Mädchen schwer
Amokalarm in Oberbayern: An einem Gymnasium in Schongau sind zwei Mädchen schwer verletzt worden. Die Polizei meldet eine Festnahme. Der mutmaßliche Täter ist 16 Jahre alt.
An einem Gymnasium in Schongau sind laut Polizei zwei Schülerinnen schwer verletzt worden. Der mutmaßliche 16-jährige Täter wurde festgenommen. Zeitweise bestand Amokverdacht.
08.07.2026 | 1:41 minAn einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau hat ein 16 Jahre alter ehemaliger Schüler bei einem Amoklauf zwei 13 Jahre alte Mädchen mit einem Messer schwer verletzt. Der Jugendliche soll die Mädchen als Zufallsopfer attackiert haben, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor Ort.
Der mutmaßliche Täter habe wohl in einer psychischen Ausnahmesituation gehandelt, er kam dennoch zunächst in Untersuchungshaft und nicht in eine Psychiatrie.
Lehrer und Polizisten in Schongau überwältigen Angreifer
Zeugen meldeten gegen 13 Uhr die Attacke an dem Welfen-Gymnasium, die Polizei rückte danach mit einem Großaufgebot an die von gut 800 Schülern besuchte Schule aus. Wie Dobrindt sagte, gab der Tatverdächtige zu Beginn der Amoktat zunächst einen Schuss aus einer Schusswaffe ab.
Diese habe danach aber versagt. Der Jugendliche habe danach ein Messer gezogen und sei auf Schülerinnen losgegangen - zwei Mädchen habe er "sehr schwer verletzt".
Lehrer und die zwischenzeitlich eingetroffenen Polizeikräfte hätten den Angreifer dann überwältigen können. Auch die verletzten Schülerinnen hätten sich vom Ort der Attacke entfernen können, sie seien dann von Polizisten versorgt worden.
Dobrindt: Jugendlicher in psychischer Ausnahmesituation
Die beiden Mädchen seien wohl zufällig in die "Schreckensbahn" des Angreifers geraten, sagte Dobrindt. Wie der CSU-Politiker weiter sagte, handelt es sich bei dem Angreifer um einen früheren Schüler des Gymnasiums. Es sei nach bisherigen Stand davon auszugehen, dass er Einzeltäter war.
Wie der Bundesinnenminister sagte, befand sich der Jugendliche in einer psychischen Ausnahmesituation und sei zuvor auch in Behandlung gewesen - nähere Angaben dazu machte Dobrindt nicht. "Die Ermittlungen laufen."
Die entsprechenden Verfahren zur Begutachtung fänden statt, der 16-Jährige sei zunächst in Untersuchungshaft gekommen. Dobrindt bedankte sich bei den Einsatzkräften. 17 Minuten nach der ersten Alarmierung sei der Täter überwältigt gewesen. Dadurch habe Schlimmeres verhindert werden können.
Wir stehen schockiert vor dieser irrsinnigen Tat. Unsere Gedanken und unsere Gebete sind bei den Verletzten, bei den Opfern, bei den Angehörigen, bei den Familien, bei den Schülern, bei den Lehrern, bei den Einsatzkräften.
Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister
Die Polizei war am betroffenen Welfen-Gymnasium im Großeinsatz.
Quelle: AFPSchüler unter Schock
Neben den zwei schwerverletzten Mädchen wurde zunächst nichts über weitere körperlich verletzte Schülerinnen und Schüler bekannt. Mehrere Schüler sollen aber einen Schock erlitten haben und mussten behandelt werden.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte: "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Verletzten von Schongau." Solch eine Tat reiße nicht nur sichtbare, sondern auch viele unsichtbare Wunden. "Danke allen, die jetzt Hilfe leisten und füreinander da sind", erklärte Söder.
Gymnasium mit rund 800 Schülern und 80 Lehrern
Schongau ist eine Kleinstadt am Ufer des Lech im westlichen Oberbayern mit mehr als 12.000 Einwohnern. Das Welfen-Gymnasium liegt nur wenige Hundert Meter von Altstadt und Lech entfernt. Laut Internetseite werden dort etwa 800 Schüler von mehr als 80 Lehrkräften unterrichtet. In direkter Nachbarschaft gibt es auch eine Grund-, Mittel- und Realschule.
In Bayern laufen die letzten Wochen des Schuljahres. Abiturienten haben bereits vor knapp zwei Wochen, am 26. Juni, ihre Zeugnisse erhalten, bei den restlichen Schülern steht dies am 31. Juli an.