Angriff auf Bahnmitarbeiter: Kein Haftbefehl gegen Fahrgast

Streit nach Ticketkontrolle:Angriff auf Bahnmitarbeiter: Kein Haftbefehl gegen Fahrgast

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Nach der Auseinandersetzung, bei der ein Bahnmitarbeiter aus einem fahrenden Zug stürzte, ist der mutmaßliche Täter wieder auf freiem Fuß. Das Amtsgericht lehnte den Haftbefehl ab.

Ein Zug steht nach einem Notfall am Bahnof in Ettlingen-Bruchhausen. Kurz vor dem Bahnhof ist ein Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung aus einem fahrenden Zug gestürzt und lebensgefährlich verletzt worden.

Ein Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn ist bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung aus einem fahrenden Zug gestürzt und schwer verletzt worden.

18.07.2026 | 0:22 min

Nach einem Angriff auf einen Bahnmitarbeiter, der aus einem fahrenden Zug stürzte und in Lebensgefahr schwebt, ist ein 36-jähriger Fahrgast wieder auf freiem Fuß. Gegen den wegen Gewaltdelikten vorbestraften Mann war Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung beantragt worden. Das Amtsgericht lehnte den Erlass des Haftbefehls ab, wie die Staatsanwaltschaft am Abend mitteilte. Begründet wurde dies offiziell zunächst nicht.

Der 36-Jährige soll bei dem Vorfall betrunken und im Zuge einer Ticketkontrolle in eine gewaltsame Auseinandersetzung mit dem 26 Jahre alten Sicherheitsmann der Deutschen Bahn verwickelt gewesen sein. Der Bahnmitarbeiter war durch den darauffolgenden Sturz aus dem Regionalzug, der mit 120 km/h Richtung Karlsruhe unterwegs gewesen war, schwerst verletzt worden. Sein Zustand ist stabil, aber weiter kritisch, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt hatten.

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Streit bei Ticketkontrolle

Was genau zu dem Sturz aus dem Zug führte, ist unklar. Dem folgenreichen Streit war eine verbale Auseinandersetzung im Zuge einer Ticketkontrolle vorausgegangen. Daraufhin waren zwei Sicherheitsarbeiter, darunter das spätere Opfer, hinzugerufen worden. Der mutmaßliche Täter habe bei der Auseinandersetzung seine Personalien nicht nennen und den Zug nicht verlassen wollen.

Er schlug den Vorwürfen zufolge mit Fäusten auf den 26-Jährigen und trat auf ihn ein, wie die Staatsanwaltschaft zuvor berichtet hatte. Beide stießen dabei mehrfach gegen die Tür. Bisherigen Erkenntnissen zufolge wurde sie dadurch, von den Beteiligten unbemerkt, beschädigt.

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Bahntür wird untersucht

Als der Sicherheitsmitarbeiter im Zuge des Streits versuchte, den auf dem Rücken liegenden Fahrgast hochzuziehen, habe dieser mit Wucht nach ihm getreten. Der 26-Jährige fiel zu Boden und erneut gegen die Tür. Diese gab nach - und er fiel durch einen Spalt nach draußen. Kurze Zeit später wurde er schwerst verletzt geborgen und ins Krankenhaus gebracht.

Warum genau die Tür nachgab, ist derzeit unklar. Ein technischer Sachverständiger sei beauftragt worden, um herauszufinden, wie es dazu kommen konnte. Wann es dazu Ergebnisse gibt, ist unklar.

Nach der Gewalttat vom Freitagabend war der 36-Jährige vorläufig festgenommen worden - und ist nun wieder frei. Der Regionalzug war nach aktuellen Angaben der Polizei von Baden-Baden kommend in Richtung Karlsruhe unterwegs gewesen, so die Staatsanwaltschaft.

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Bahn und Gewerkschaft verurteilen Gewalttat

Die Deutsche Bahn äußerte sich betroffen. "Wir verurteilen den Angriff am gestrigen Abend in einer Regionalbahn aufs Schärfste", sagte eine Bahnsprecherin am Samstag. "Unsere Gedanken sind bei dem Verletzten."

Der schreckliche Vorfall zeige erneut auf dramatische Weise, "dass verbale und körperliche Übergriffe auf das Zugpersonal eine neue, lebensgefährliche Dimension erreicht haben", sagte Manuel Amberger, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Dass erneut einer unserer Kollegen nach einer einfachen Fahrkartenkontrolle im Krankenhaus um sein Leben ringen muss, macht uns fassungslos und wütend.

Manuel Amberger, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft

Auch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) äußerte sich. "Wir brauchen Entscheidungen der Justiz, wir brauchen Gesetzesänderungen und wir brauchen das Durchgriffsrecht", sagte GDL-Chef Mario Reiß im WDR nach dem Angriff.

An der Stelle für uns ist es einfach nicht mehr auszuhalten und die Kollegen, die eigentlich jeden Tag ihren Dienst tun, müssen jeden Tag mehr mit Angst auf Arbeit gehen.

Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten ZDFheute Xpress am 18.07.2026 ab 11:53 Uhr und im heute journal ab 21:45 Uhr.

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