Bundesnetzagentur gibt grünes Licht:Italo will der Bahn im Fernverkehr Konkurrenz machen
Die Bundesnetzagentur öffnet den Fernverkehr für einen neuen Anbieter: Ab 2028 will Italo auf wichtigen Strecken fahren. Auf Fernverbindungen soll es mehr Wettbewerb geben.
Die Deutsche Bahn ist zum Sinnbild für Unpünktlichkeit geworden. @MrWissen2Go Mirko Drotschmann erklärt, wie es dazu kommen konnte und wie auch mehr Konkurrenz helfen soll, das zu ändern.
09.07.2026 | 10:15 minDie Bundesnetzagentur hat den Weg für einen Markteintritt des italienischen Bahnunternehmens Italo im Fernverkehr in Deutschland frei gemacht. Mit Beschluss vom Freitag werde die Infrastruktursparte der Deutschen Bahn, DB Infrago, dazu verpflichtet, auf wichtigen Fernverkehrsstrecken Platz für Konkurrenten einzuräumen, wie die Bonner Behörde mitteilte. Diese Wettbewerbsklausel soll demnach für die Erstellung des Netzfahrplans für 2028 wirksam werden.
Ab dann will Italo Fernzugverbindungen auf den stark frequentierten und daher besonders profitablen Strecken von München über Köln nach Dortmund und von München nach Berlin anbieten. Bislang wird der Fernverkehr in Deutschland von der Deutschen Bahn dominiert.
Die Bundesnetzagentur will den Wettbewerb im Bahnfernverkehr stärken. Die Deutsche Bahn soll mindestens ein Viertel ihrer Kapazitäten auf stark genutzten Strecken an andere Anbieter abgeben.
30.06.2026 | 0:25 minNetzagentur spricht von "Umbruch im Schienenpersonenfernverkehr"
Die Bundesnetzagentur hatte bereits Ende Juni die Wettbewerbsklausel bei den Regeln für die Trassenvergabe durch die Infrago vorgeschlagen, die den Markteintritt ermöglichen soll. Nun wurde sie beschlossen. Im Detail ist vorgesehen, dass die Infrago die Trassen auf stark befahrenen Korridoren künftig nur noch zu maximal 60 bis 75 Prozent an ein einziges Unternehmen vergeben darf.
Beim genauen Prozentwert hat die Infrago demnach Spielraum. "Auf diese Weise ist sichergestellt, dass mindestens ein Wettbewerber der DB Fernverkehr AG tatsächlich verkehren kann", erklärte die Bundesnetzagentur.
Die Behörde sei sich bewusst, "dass die Entscheidung einen Umbruch im Schienenpersonenfernverkehr einleiten kann", erklärte die Netzagentur. "Mehr Wettbewerb hat das Potenzial, bessere Angebote für die Fahrgäste zu schaffen", argumentierte Behördenchef Klaus Müller. "Wir sind überzeugt, dass unsere Entscheidung den Wettbewerb im Fernverkehr in Bewegung bringen wird."
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